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1. FC Köln: Aufstieg perfekt - aber die Sorgen bleiben

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Es tut der Bundesliga gut, dass der 1. FC Köln zurück ist. Der er
 

Fever Pit’ch

7. Mai · Ausgabe #146 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Es tut der Bundesliga gut, dass der 1. FC Köln zurück ist. Der erste Meister der Bundesliga-Geschichte gehört ebenso ins Oberhaus wie, nicht lachen, der Hamburger SV. Beide Klubs sind Traditionsvereine. Ich persönlich ertrage es kaum, dass 1860 München, Eintracht Braunschweig und der 1. FC Kaiserslautern im Niemandsland der dritten Liga verschwunden sind. Aber ihr Absturz war die Quittung missratener Vereinsführung. Auch beim 1. FC Köln ist nicht sicher, ob die Euphorie von langer Dauer ist. Schon jetzt zeigt die Mannschaft Schwächen in der Abwehr, die bis Saisonstart im August kaum zu beheben sind. Nicht einmal die Trainerfrage ist beantwortet.
Von den Baustellen, die beim HSV offensichtlich sind, ganz zu schweigen. In Hamburg ist sogar der Aufstieg nicht sicher. Nur eines sage ich ganz klar: Solange diese beiden Vereine ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, sollte deren Anhang einfach mal den Mund halten, wenn RB Leipzig und TSG Hoffenheim, die sie so gerne verspotten, gleichzeitig bestens dastehen.
Einen bereichernden Dienstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

1. FC Köln: Aufstieg perfekt - aber die Sorgen bleiben
Dreimal Cordoba: 1. FC Köln deklassiert Greuther Fürth mit 4:0 Dreimal Cordoba: 1. FC Köln deklassiert Greuther Fürth mit 4:0
Von Moritz Löhr
Wo und wie Markus Anfang die letzte Aufstiegsetappe des 1. FC Köln erlebt hat, ist nicht überliefert. Der Ex-Trainer dürfte die Entwicklungen in seiner Geburtsstadt mitsamt der Rückkehr in die Bundesliga, die nach einem 4:0-Sieg bei Greuther Fürth am Montagabend dann doch frühzeitig perfekt war, aber mit einer Mischung aus Sarkasmus und Frustration verfolgt haben. 
59 Punkte hatte der FC unter ihm bis zu dessen Entlassung am 27. April geholt, und auch die hätten am Saisonende zum Aufstieg gereicht. Anfangs Ende - die sinnloseste Entlassung im deutschen Profifußball also? Keineswegs, hatte Armin Veh in der vergangenen Woche klargestellt. “Unser Saisonziel ist noch gefährdet”, sagte der Sportchef bei der Präsentation von Anfangs Nachfolger Andre Pawlak: “Wir müssen noch Punkte holen.” Hätten sie nicht gemusst - dank des Schneckenrennens der Konkurrenz.
Der angesprochene Pawlak, der intern einen exzellenten Ruf besitzt und mit der Kölner Reserve in der Regionalliga West zuletzt von Erfolg zu Erfolg geeilt war, sieht sich derweil nicht nur als Übergangslösung des Aufsteigers - er traut sich durchaus auch die Rolle des Cheftrainers in der Bundesliga zu. “Das kann ich mir sicher vorstellen”, sagte der 48-Jährige mit Blick auf die kommende Saison, in der die Kölner ganz andere Aufgaben als noch in der 2. Bundesliga zu lösen haben.
FC kehrt nicht als Einheit in die Bundesliga zurück
Denn der Kölner Kader ist dann nicht mehr deutlich überlegen. Für den FC wird es nach dem sechsten Aufstieg wieder mehr auf die Defensive und eine gute Balance ankommen. Während sich Köln mit seiner Offensive mit Anthony Modeste, Simon Terodde und Jhon Cordoba in der Bundesliga nicht verstecken muss, bereitet die Abwehr Sorgen.
Wenn schon in der 2. Liga über 40 Gegentreffer zu Buche stehen - was soll erst passieren, wenn die Gegner Bayern München, Borussia Dortmund oder RB Leipzig heißen und die eigenen Stürmer nicht mehr so oft den Unterschied machen können?
Zudem herrschte zuletzt zwischen der Mannschaft und den Fans eine angespannte Atmosphäre, Aufstiegseuphorie wollte sich vor dem Fürth-Spiel nicht einstellen. Für den Anhang stand die Rückkehr ins deutsche Oberhaus schon vor der Saison fest, sie diskutieren lieber Personalfragen. Seit vergangener Woche auch die des neuen Trainers.
„Ist kaum in Worte zu fassen“
In dieser Debatte kreisen einige prominente Namen ums Geißbockheim. Der zwischenzeitlich gehandelte Bruno Labbadia, der mit dem VfL Wolfsburg zwar eine starke Bundesliga-Saison spielt, aber dennoch gehen wird, ist laut Kölner Medien keine Option. Dieter Hecking, derzeit noch beim Kölner Erzrivalen Borussia Mönchengladbach, wird hingegen genannt. Oder eben Pawlak, der nur drei Spiele Zeit hat, um seine Tauglichkeit nachzuweisen. 
Ironischerweise war der FC schon am Wochenende ohne eigenes Dazutun so gut wie aufgestiegen, weil die Verfolger SC Paderborn, Union Berlin und Hamburger SV allesamt verloren und die Tordifferenz pro Köln sprach. Doch anstatt sich auf die Schulter zu klopfen, betrachten die Kölner ihre Leistungen durchaus selbstkritisch. Eine “außergewöhnliche Saison” hätte das Team wahrlich nicht gespielt, gab Jonas Hector im Sky-Gespräch zu - und sprach dem leidgeplagten Kölner Anhang wohl aus der Seele.
Moritz Löhr ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
OptaFranz
1 - Andre Pawlak (@fckoeln) ist der erste Trainer in der eingleisigen 2. Liga, der bei seinem ersten Spiel auf der Trainerbank mit seiner Mannschaft direkt in die #Bundesliga aufsteigt. Alaaf. #FUEKOE #effzeh https://t.co/hnw1brsg6B
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Anpfiff vom Schiri-Boss: Nur so und nicht anders
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Der Schiri-Boss kennt kein Erbarmen mehr: Lutz-Michael Fröhlich will allen Schiedsrichtern auf die Pelle rücken, die in der Fußball-Bundesliga seine Vorgaben beim Handspiel ignorieren. „Es wurde ganz klar gesagt, was strafbar ist und was nicht“, sagte er der Welt. „Sie müssen das, was wir mit ihnen besprechen, auch auf den Platz bringen. Nicht jeder Schiedsrichter setzt es gerade konsequent um.“
Ein öffentlicher Anpfiff für Christian Dingert, der in München einen Handelfmeter gegen Jerome Boateng verhängte: Für das deutsche Schiedsrichterwesen ist das ein einzigartiger Vorgang. Bisher redeten alle Schiedsrichter-Obleute schön, was die Kollegen in der Bundesliga falsch entschieden. Man kann Lutz-Michael Fröhlich nur zu seiner Kehrtwende gratulieren.
Es bringt ja nichts, wenn man schlechte Leistungen von einzelnen Schiedsrichtern verschweigt. Die Zuschauer am Fernsehgerät sehen den Fehler eh. Dann lieber das Manko offen ansprechen. Nur so ist zu verhindern, dass alle Schiedsrichter in einen Topf geworfen werden. Denn auch das ist die Wahrheit: Die Qualitätsunterschiede zwischen den Schiedsrichtern sind enorm.
"Ich dachte: Schöne Sch…!"
Artenschutz für Schiedsrichter darf es jedoch nicht geben. Wer die Öffentlichkeit in den Stadien sucht, muss sich dem Leistungsprinzip des Profisports unterwerfen. Auch die Schiedsrichter. Niemand erwartet, dass sie fehlerfrei pfeifen. Das können sie bei dem Tempo des Spiels und der Gerissenheit der Spieler gar nicht.
Aber es ist wohltuend zu hören, wenn die Betroffenen ehrlich und öffentlich über die Grundlage ihrer Entscheidungen sprechen und ihre Wahrnehmung auf dem Spielfeld erklären. Nur dann ist ein gewisses Verständnis für die Sichtweise des Schiedsrichters gewährleistet. Dazu gehört auch, dass bei einer Häufung von Fehlern die Bundesliga-Tauglichkeit infrage gestellt wird.
Die neue Öffentlichkeitsarbeit der DFB-Schiedsrichter ist jedenfalls ein guter Schritt in die richtige Richtung. Zuletzt gingen Felix Brych (bei Eurosport) und Manuel Gräfe (bei Sport1) in Sendungen, um den Fans die Schwierigkeiten beim Umgang mit dem Videobeweis zu erläutern. Nun war der DFB-Videochef Jochen Drees im ZDF-Sportstudio. Hilfreich war jeder Auftritt.
Nicht schon wieder das Thema Handspiel!
Zum einen, weil die drei DFB-Vertreter ihren Standpunkt sympathisch darlegten. Zum anderen, weil niemand besser als Betroffenen selbst Auskunft über die Nutzung der technischen Tools geben können. Man muss deshalb nicht zum Befürworter des Videobeweises werden. Man weiß aber anschließend, worüber man redet.
Lutz-Michael Fröhlich ging jetzt noch einen Schritt weiter. Bei ihm ging es konkret um die korrekte Regelauslegung. Man erfährt: Die berühmte Grauzone, wann ein Handspiel vorliegt und wann nicht, ist viel kleiner als gedacht. Die falsche Entscheidung liegt auch nicht an der Perspektive auf dem Rasen begründet, sondern einfach an der Lernfähigkeit des einzelnen Schiedsrichters.
So einfach kann Fußball sein: Christian Dingert hat nicht umgesetzt, was die Schiedsrichter-Bosse ihm immer und immer wieder beigebracht haben. „Deshalb sind wir nun irritiert und auch etwas enttäuscht über die unterschiedlichen Entscheidungen“, so Fröhlich. Die neue Ehrlichkeit steht den DFB-Schiedsrichtern nicht nur richtig gut. Sie schenkt auch Hoffnung, dass es besser wird.
Alle mal herhören!
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