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5 Dinge muss der neue DFB-Präsident können

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Dass der Deutsche Fußball-Bund drei Präsidenten in einem Jahrzehn
 

Fever Pit’ch

3. April · Ausgabe #119 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Dass der Deutsche Fußball-Bund drei Präsidenten in einem Jahrzehnt verschlissen hat, zeigt einerseits die Komplexität des Amtes, das sieben Millionen Amateure mit drei Dutzend Profiklubs vereinen muss, und andererseits die Stabilität des Verbandes.
Kein Präsident ist größer als die Fußballfamilie, die er an der Spitze repräsentieren soll. Auch die Krise nach dem Rücktritt von Reinhard Grindel gestern wird der DFB überstehen. Dessen Fehltritte und Hinterhältigkeiten beim Umgang mit Menschen werden so rasch vergessen sein wie er selbst.
Was viel wegweisender sein wird, ist jetzt: dass die Interimsbosse Rainer Koch (DFB) und Reinhard Rauball (DFL) den richtigen Mann oder die richtige Frau für den obersten Posten des deutschen Fußballs finden. Einen, der den Fußball liebt und alles für den Fußball tut - und nicht nur für sich selbst.
Denn wichtige Aufgaben sind mittelfristig zu bewältigen:
  • die Vorbereitungen auf die EM 2024 im eigenen Land,
  • die Rückendeckung für den Umbruch der Nationalmannschaft,
  • die Aufbau und Inbetriebnahme der DFB-Akademie,
  • der Brückenschlag zwischen dem Amateur- und dem Profibereich,
  • eine gerechte und zukunftsweisende Geldverteilung,
  • der Kampf gegen Rassismus und Ausgrenzung von Minderheiten,
  • wirksame Maßnahmen gegen Gewalt in und vor Stadien,
  • die Förderung von Ehrenamt und Schiedsrichterwesen.
Schaut man sich die sicher nicht vollständige Liste von Herausforderungen genauer an, die ein moderner DFB-Präsident zu bewältigen hat, treten die Defizite der bisher gehandelten Kandidaten, wie sie zum Beispiel Bild auflistet, deutlich zutage.
Der grundsätzliche Fehler bei Verbänden besteht nicht selten darin, dass sie denjenigen nehmen, der entweder gerade verfügbar ist (Reinhard Grindel), eine gewisse Popularität genießt (Wolfgang Niersbach) oder sich hochgedient hat (Theo Zwanziger).
Jedes Unternehmen, das fortschrittlich und erfolgreich arbeiten will, definiert zunächst das Profil, das sein oberster Hirte vorweisen sollte. Erst danach werden anhand dieser Vorgaben Kandidaten gesucht und beurteilt - und nicht umgekehrt.
Die Stellenausschreibung beim DFB könnte Folgendes einfordern:
  • Fußballsachverstand aus der Vereinsarbeit oder als Nationalspieler
  • Tiefes Gespür für die Öffentlichkeit und Kommunikation
  • Soziale Kompetenz mit Empathie für die Bedürfnisse anderer
  • Internationale Reputation, bestenfalls mehrsprachig
  • Finanzielle Unabhängigkeit vor Beginn der Verbandsarbeit
Schnell wären Karrieristen und Hinterbänkler, Apparatschiks und Branchenfremde aus dem Rennen. Man würde diskutieren, ob der Schritt für Philipp Lahm oder Christoph Metzelder zu früh oder rechtzeitig kommt, und keinen Versorgungsplan für die Grindels dieser Welt verhandeln.
Einen politisch korrekten Mittwoch wünscht
Euer Pit Gottschalk

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