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Absolut surreal: Saarbrücken schreibt Pokalgeschichte

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Jahrelang haben Fangruppierungen gegen Fußballspiele am Montagabe
 

Fever Pit’ch

4. März · Ausgabe #355 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Jahrelang haben Fangruppierungen gegen Fußballspiele am Montagabend rebelliert. Verstanden habe ich die Kritik nie. Der Grund: Nach Einführung der fünf Montagsspiele pro Saison entfielen zwei Englische Wochen. Das bedeutete: Statt 18 Bundesliga-Spiele (mit 36 Teams) fanden unter der Woche nur fünf (mit 10 Teams) statt - eine Entlastung über die gesamte Liga.
Gestern kam nun heraus, dass die Bundesliga eine zusätzliche Anstoßzeit am Sonntag erhält. Pro Saison sollen um 19.30 Uhr zehn Spiele (mit 20 Teams) stattfinden. Man muss kein Mathematiker sein, um die Verschlechterung für Fans, die gegen Montagsspiele waren, zu erkennen. Ich gebe zu: Den Termin finde ich auch doof. Sonntags schaue ich um halb acht Terra X im ZDF.
Einen verlängerten Mittwoch wünscht
Euer Pit Gottschalk
In eigener Sache
Zwei Pokalspiele sind heute live im Free-TV zu sehen. Eines davon überträgt SPORT1 ab 18.30 Uhr: Bayer Leverkusen gegen Union Berlin. Unsere sehr aufklärerische Vorberichterstattung startet um 17.30 Uhr. Bitte einschalten!

Absolut surreal: Saarbrücken schreibt Pokalgeschichte
Daniel Batz ist der Held von Saarbrücken. Foto: Imago / Rudel
Daniel Batz ist der Held von Saarbrücken. Foto: Imago / Rudel
DFB-Pokal: Erstmals steht ein Viertligist im Halbfinale
Von Alexander Sarter
Torwart Daniel Batz wurde unter einer Jubeltraube begraben, die Fans sangen euphorisch “Wir fahren nach Berlin”. Die Sensationskicker des 1. FC Saarbrücken haben ihrem Pokal-Märchen ein weiteres Kapitel hinzugefügt und sind nach einem dramatischen 7:6 im Elfmeterschießen gegen Fortuna Düsseldorf als erster Viertligist in der Geschichte des DFB-Pokals ins Halbfinale eingezogen. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden. 
“Es ist absolut surreal, das war unfassbar. Wenn mein Finger nicht so wehtun würde, dann würde ich sagen, dass ich in einer Traumwelt lebe”, sagte der bärenstarke Torhüter Batz nach insgesamt fünf gehaltenen Elfmetern am Sky-Mikrofon: “Es ist ein großer Moment für das ganze Saarland. Da gehen einem die Superlative aus.”
Auch Trainer Lukas Kwasniok war euphorisch: “Das Drehbuch war offensichtlich so bestimmt. Wir werden jetzt so viel trinken, dass wir nicht wissen werden, wie der Tag morgen heißt.”
Der unglaubliche Abend von Daniel Batz
Daniel Batz, der in der 83. Minute auch einen Foulelfmeter von Rouwen Hennings parierte, aber beim späten Ausgleich von Zanka (90.) chancenlos war, hatte auch mit zahlreichen Paraden großen Anteil am Erfolg der Saarbrücker, die zum vierten Mal in ihrer Historie (nach 1957, 1958 und 1985) den Sprung in die Vorschlussrunde geschafft haben. Durch die Qualifikation für das Halbfinale haben die Saarländer ihre sicheren Pokaleinnahmen auf 5,4 Mio. Euro gesteigert.
Die 6800 Zuschauer im ausverkauften Herrmann-Neuberger-Stadion in Völklingen, der Ausweich-Spielstätte der Saarbrücker aufgrund des Umbaus im heimischen Ludwigspark, sahen zu Beginn konzentrierte Gäste.
Die abstiegsbedrohten Düsseldorfer, die zuletzt in der Liga durch ein 3:3 nach 3:0-Führung gegen Hertha BSC wichtige Punkte verpasst hatten, bestimmten das Geschehen. Saarbrücken wurde in die Defensive gedrängt. Zudem mussten die Gastgeber, die zuvor den 1. FC Köln sowie die beiden Zweitligisten Jahn Regensburg und Karlsruher SC ausgeschaltet hatten, in der 16. Minute den verletzungsbedingten Ausfall von Verteidiger Bone Uaferro verkraften. 
Fortuna Düsseldorf bis auf die Knochen blamiert
Die Düsseldorfer machten zu wenig aus ihrer optischen Überlegenheit. In der 26. Minute hatte Alfredo Morales nach einer Ecke die Führung auf dem Kopf. Wesentlich effektiver war dagegen der Viertligist, der seine erste Möglichkeit zur Führung nutzte. Jänicke schloss einen Konter stark ab und schockte damit den Favoriten. 
Für Saarbrücken begann nach rund einer Stunde eine Abwehrschlacht, der Fortuna lief langsam die Zeit davon. Der Druck der Düsseldorfer wurde immer größer, zahlreiche Ecken segelten in den Strafraum der Gastgeber, der Ausgleich lag in der Luft. Batz schien die Bälle magisch anzuziehen.
Im Elfmeterschießen konnte Düsseldorf dreimal das Pokalspiel für sich entscheiden. Daniel Batz aber parierte die vier entscheidenden Elfer.
Alexander Sarter ist Redakteur beim Sport-Informations-Dienst (SID)
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Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Mensch, Nübel!
Von Alex Steudel
Das Schöne am Fußball ist: Die einfachsten Wahrheiten sind meistens auch die besten. Irgendjemand hätte also dem Schalker Torhüter Alexander Nübel (23) im Winter die einfachste aller Wahrheiten stecken sollen: Da kannst gar nicht zum FC Bayern wechseln, da spielt nämlich Manuel Neuer. Und an dem kommst du nicht vorbei. Nicht vor deinem 28. Geburtstag. 
Also sag’ ich’s jetzt halt.
Ich habe mir viele Gedanken über Nübel gemacht. Ich habe mich gefragt, was ich selbst tun würde, wenn ich ein aufstrebender Bundesliga-Torwart wäre. In keinem Szenario kam ich auf den FC Bayern.
Warum? Weil du als Torwart einfach nicht zu einem Klub gehst, der schon den besten Torwart der Welt hat. Es sei denn, er ist 42 und hat Bandscheibe. Oder du hast vergessen, Riesterrente abzuschließen und brauchst schnell eine Altersabsicherung. Oder du willst Sven Ulreich den Kampf als Nummer zwei ansagen.
Degradierung von Alexander Nübel "alternativlos"
Mensch, Nübel! Jedes Kind weiß doch, dass Torhüter ewig leben. Gianluigi Buffon hatte angeblich sogar das Angebot, bei der 11. Staffel von “The Walking Dead” mitzuwirken. Er sagte ab, weil er noch ein paar Jahre spielen will.
Kein Wunder, geht das Ganze dem armen Nübel jetzt so an die Nieren.
Was ich hier schreibe, hat übrigens null Neuigkeitswert. Jeder weiß, dass Torwart-Legenden nie aufhören. Und warum? Weil es sich bewährt hat. Neuer feiert in in drei Wochen seinen 34. Geburtstag. Als Torwart bist du in dem Alter quasi noch in der Ausbildung. Wer glaubt, dass man Neuer mit 34 ablösen kann, der hätte auch Gandhi Altersteilzeit ab 63 angeboten.
Schubert ist Schalkes Bester (€)
Oliver Kahn war bis kurz vor seinem 39. Geburtstag Nummer 1 beim FC Bayern und gewann Titel. Edwin van der Sar war mit über 40 Stammtorwart bei Manchester United und Peter Schmeichel mit über 40 beim Nachbarn City. Wenn Nübel dermaßen unbedingt zum FC Bayern wollte, wieso hat er dann keinen Zehn-Jahres-Vertrag mit Warteschleifchen unterschrieben?
Nein, wie ich’s drehe und wende, finde ich keine Erklärung für die Sache. Sie macht so viel Sinn wie eine Einladung der Münchner Schickeria zu Dietmar Hopps 80. Geburtstag nächsten Monat: “Könnt ihr vielleicht den Partysaal schmücken?”
Schmähungen nur gegen Manuel Neuer
Angeblich wurde ja Nübel zugesichert, dass er beim FC Bayern 15 Spiele pro Jahr machen darf. Darauf steuert Buffon übrigens gerade bei Juventus Turin zu – elf hat er schon. Buffon ist aber 42. Also 19 Jahre älter als Nübel.
Tja.
Alle mal herschauen!
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