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Alcacer wie Lewandowski? Da irrt der BVB-Boss gewaltig

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Die Sommerpause ist beendet, jetzt kommt Fever Pit'ch wieder rege
 

Fever Pit’ch

22. Juli · Ausgabe #190 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Die Sommerpause ist beendet, jetzt kommt Fever Pit'ch wieder regelmäßig. Die Vorfreude ist groß. Die 3. Liga hat losgelegt, Freitag folgt die 2. Liga und ein paar Tage später die Bundesliga mit dem Zwischenstopps Supercup und DFB-Pokal. Und nebenbei wuchs die Zahl der Newsletter-Abonnenten um 41,5 Prozent im Juli. Trotzdem habe ich mich geärgert.
Die EU zwingt deutsche Amateurklubs zur Renovierung ihrer mit Gummi verarbeiteten Kunstrasenplätze. Das kostet in Summe Millionen. Die Politik möchte zumindest einen Aufschub erreichen. Das ist ja das Mindeste, was man von einem Bundesinnenminister erwarten kann, dessen Partei seit Jahren über den Diesel-Skandal devot hinweg lächelt.
Jetzt ist der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gefordert und kann endlich sein gesamtes Gewicht in die Waagschale werfen, damit die Amateurvereine, eine Stütze unserer Gesellschaft, nicht den Boden unter ihren Füßen verlieren. Der Verband muss ein Programm auflegen, das Vereine bei der Umsetzung von Umweltauflagen unterstützt. Nicht nur finanziell.
Wenn der DFB das hinbekäme, wären der WM-Skandal und die seit Jahren kritisierte Führungsarbeit vergessen. Dann wüsste jeder einzelne Fan (und ich meine nicht die Schreihälse), wozu jeder Werbe-Euro bei Länderspielen nützlich sein kann. Eine bessere Imagekampagne könnte der DFB nicht haben. Fast will man sagen: Selten war die Gelegenheit günstiger.
Einen umweltfreundlichen Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Alcacer wie Lewandowski? Da irrt der BVB-Boss
Hans-Joachim Watzke in den USA. Foto: BVB / Alexandre Simoes
Hans-Joachim Watzke in den USA. Foto: BVB / Alexandre Simoes
"Wir haben genauso viele gelernte Mittelstürmer wie Bayern"
Hans-Joachim Watzke irrt gewaltig, wenn er wirklich meint, dass Borussia Dortmund keinen weiteren Mittelstürmer braucht. Der BVB-Geschäftsführer kann sich nicht allen Ernstes darauf verlassen, dass Paco Alcacer die 18 Tore aus seiner ersten Bundesliga-Saison wiederholt. Und selbst wenn: Am Ende fehlten trotzdem sieben Tore auf Bayern München. Es waren im Titelrennen vielleicht die entscheidenden am Ende.
Damit kein Missverständnis aufkommt: Alcacer ist ein wunderbarer Stürmer. Ein exzellenter Abstauber, ein präziser Schütze im Strafraum und beim Freistoß. Eine der Überraschungen der Saison. Aber es hat Gründe, warum Paco Alcacer in 26 Bundesliga-Einsätzen im Schnitt nur auf 46 Spielminuten kommt. Bei seinen früheren Arbeitgebern Valencia, Getafe und Barcelona in der LaLiga waren es mit 56 Spielminuten auch nicht viel mehr.
Paco Alcacer iim Testspiel. Foto: Imago Images / Zuma Press
Paco Alcacer iim Testspiel. Foto: Imago Images / Zuma Press
BVB: Dortmund kehrt aus USA zurück - das sind die Erkenntnisse
Er ist ein Mann für besondere Momente, gar keine Frage. Aber die Luft reicht nicht für volle 90 Minuten. Sportdirektor Michael Zorc selbst hat mehrfach in der Saison körperliche Defizite, sprich: Trainingsrückstand thematisiert. BVB-Trainer Lucien Favre wird immer vor der Frage stehen: Lasse ich Alcacer die Spielhälfte von Anfang an oder nach der Pause absolvieren? Was man vermisst: das Back-Up.
Borussia Dortmund hat für sein druckvolles Angriffsspiel Verstärkungen verpflichtet, die für Furore sorgen werden. Julian Brandt vorneweg. Bei einer Investition von 120 Mio. Euro wäre es bedauerlich, wenn am Ende wieder ein Rammbock fehlte. Einer wie Mario Mandzukic zum Beispiel, der auch dann trifft, wenn’s sonst keiner tut. Dessen große Zeit ist zwar vorbei (nur neun Tore in Italien). Aber als Ergänzung zu Alcacer: Das wäre sinnvoll.
Hans-Joachim Watzke: Stürmersuche wird nicht forciert Hans-Joachim Watzke: Stürmersuche wird nicht forciert
Noch besser wäre: Timo Werner. Der Mittelstürmer von RB Leipzig passt perfekt zu Borussia Dortmund: schnell, torgefährlich und mit seinen 23 Jahren titelhungrig - nach diesem Beuteschema baut Watzke gerade eine Mannschaft auf, die Meister werden kann. Jeder Euro Ablöse bekäme man in drei, vier Jahren beim Weiterverkauf zurück. Die Gelegenheit ist günstig: Angeblich hat Bayern München sein Interesse an ihm verloren. Also BVB? 
Watzke meint: Für die Sturmmitte gebe es ja Mario Götze, Thorgan Hazard und Jacob Bruun Larsen. Nicht zu vergessen: Marco Reus. Aber man muss sich nur an das 0:5 von München erinnern, um die geplante Personalrochade als Flickschusterei zu entlarven. Reus fühlte sich damals in der Sturmmitte alleingelassen. Götze erschien dem Trainer nicht als passende Lösung. Und Hazard - kommt mit der Empfehlung von nur zehn Saisontoren aus Gladbach.
Mario Götze über die Dortmund-Transfers Mario Götze über die Dortmund-Transfers
Über die Saison funktionierte der Teilzeit-Alcacer auch deshalb, weil Reus aus dem offensiven Mittelfeld 17 Tore beisteuerte, Borussia Dortmund also die Nummer 2 und 3 der deutschen Torjägerliste stellte. Dabei ging unter, dass Alcacer zwar ein vorzüglicher Torschütze ist, aber keiner, der (a) Löcher in die Abwehr reißt oder (b) Tore vorbereitet. Nicht einen einzigen BVB-Treffer hat er 2018/19 in der Bundesliga aufgelegt.
Ohnehin ist Watzkes Vergleich mit Robert Lewandowski vermessen. Erstens hat der Bayern-Torjäger über Jahre seine Treffsicherheit zählbar nachgewiesen, zuletzt mit 22 Toren. Zweitens kam Lewandowski auf durchschnittlich 89 Spielminuten in 33 Bundesliga-Einsätzen, was an sich eine größere Wirkung als Mittelstürmer bedeutet. Drittens brachte er mit zehn Assists seine Nebenleute in Position. Alcacer nicht.
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Von Andreas Asen
Borussia Dortmund ließ die kräftezehrende US-Reise bei Burgern und Pommes ausklingen, der große Konkurrent Bayern München tankte mit einem Prestigesieg gegen Real Madrid viel Selbstvertrauen. Die beiden Spitzenteams der Bundesliga haben bei ihren Werbetrips durch die USA mit starken Ergebnissen überzeugt - trotzdem wartet bis zum Saisonstart noch immer viel Arbeit.
Der BVB, der im Notre Dame Stadium von South Bend/Indiana 3:2 (1:1) gegen seinen langjährigen Erfolgstrainer Jürgen Klopp und den FC Liverpool gewonnen hatte, muss seinen Kader noch ausdünnen. München dagegen ist weiter händeringend auf der Suche nach Verstärkung. 
“Wir hatten viele Abgänge, deshalb brauchen wir Nachschub, der hoffentlich den Kader verstärkt”, sagte Nationalspieler Serge Gnabry, der beim 3:1 (1:0) gegen Real das zwischenzeitliche 3:0 erzielt hatte (69.). Joshua Kimmich drängte darauf, “dass wir den einen oder anderen Spieler dazubekommen, damit wir in allen Wettbewerben voll angreifen können. Sonst sind wir drauf angewiesen, dass sich ja keiner verletzt.” 
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Der in München verbliebene Sportdirektor Hasan Salihamidzic weiß um die Dringlichkeit, dennoch gab es am Wochenende nichts Neues aus der Heimat. Im fernen Texas ergriffen die Bayern-Spieler zumindest das Wort, um weitere Abgänge zu verhindern: Renato Sanches und auch der schon abgeschriebene Jerome Boateng erhielten flammenden Zuspruch.
Beide hatten gegen Madrid von Beginn an gespielt - und überzeugt. “Wir wissen, was sie können, und sind froh, wenn sie bleiben”, sagte Torhüter Manuel Neuer. Trainer Niko Kovac sprach Boateng, der aus privaten Gründen nach dem Real-Spiel abreiste, ein “großes Lob” aus. Vor 60.413 Zuschauern in der riesigen Football-Halle der Houston Texans trafen zudem Corentin Tolisso (15.) und der wie Gnabry nach der Pause eingewechselte Robert Lewandowski (67.). Torwart Sven Ulreich sah wegen einer Notbremse Rot (81.), in Überzahl verkürzte Rodrygo (84.).
“Im Offensivteil haben wir es richtig gut gemacht, defensiv kann man es immer noch ein bisschen verbessern, aber Stand jetzt sind wir sehr zufrieden”, sagte Kovac, dessen Team zum Abschluss der Reise noch am Dienstagabend (Mittwoch, 3 Uhr MESZ) in Kansas City auf den AC Mailand trifft.
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Dagegen landete der BVB um 8.19 Uhr am Sonntag schon wieder in Frankfurt. Am Abend zuvor hatten sich die Champions-League-Sieger-Besieger Mats Hummels, Marco Reus und Co. einen Besuch im Schnellrestaurant gegönnt.
“Das war ein Härtetest aufgrund der Zeitverschiebung, der Flüge, die wir hatten - das ist eine Charaktersache, da gehört Willensstärke dazu”, sagte Reus: “Die Aufgabe haben wir mit Bravour bestanden.” Er bezog sich nicht nur auf das Freundschaftsspiel, sondern auch die lukrative US-Tour als Ganzes. Die Balance zwischen Vermarktung und Vorbereitung sei “schwierig, ganz klar - fürs Trainerteam und für die Spieler. Man benötigt die Regeneration, die hat man aufgrund der vielen Marketingtermine nicht gehabt.” Ein Unwetter verzögerte dann noch den neunstündigen Heimflug von Chicago aus. Auch beim BVB gibt es noch einiges zu tun. Favre ist der Kader noch deutlich zu groß. 34 Profis: “Das ist unmöglich”, hatte er moniert. “Es wird noch Abgänge geben.”
Andreas Asen ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
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