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Alle gegen Hamann: Die Meinungsdiktatur des FC Bayern

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Der kleine FC Heidenheim kann einem leid tun: Im Pokal-Viertelfin
 

Fever Pit’ch

11. Februar · Ausgabe #75 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Der kleine FC Heidenheim kann einem leid tun: Im Pokal-Viertelfinale Anfang April muss der Zweitligist zum FC Bayern in die Allianz-Arena. Man ahnt, was dort passieren wird. Kaum war die Auslosung bekannt, wurden im Netz Stimmen laut, die meinten: Warum gibt man Klubs, die mindestens eine Klasse tiefer spielen, nicht grundsätzlich das Heimrecht im DFB-Pokal? Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich die Idee finde. Wie denkt Ihr darüber?
Einen revolutionären Wochenbeginn wünscht
Euer Pit Gottschalk

Die Meinungsdiktatur des FC Bayern
Bayern-Manager Hasan Salihamidzic im Streit mit Sky-Experte Didi Hamann.
Salihamidzic gegen Hamann: Der Zoff geht in die nächste Runde
Didi Hamann, inzwischen 45 Jahre alt, hat 106 Bundesliga-Spiele für den FC Bayern und 268 Spiele in der Premier League absolviert, unter anderem für den FC Liverpool und für Manchester City. Er wurde zweimal Deutscher Meister und gewann mit Liverpool sogar in jenem legendären Finale 2005 gegen AC Mailand die Champions League.
Man darf also davon ausgehen, dass Didi Hamann erstens über Fußballkenntnisse verfügt und zweitens nicht leichtfertig die Sichtweise von Spielern übergeht. Dass ihm der noch immer unerfahrene Sportdirektor Hasan Salihamidzic trotzdem Ahnung von Fußball abspricht und damit das Recht auf freie Meinungsäußerung, lässt tief auf den FC Bayern blicken.
Als Experte des Bundesliga-Senders Sky hatte sich Hamann das Recht in der Sendung Sky90 herausgenommen, die Körpersprache des hochbezahlten Bayern-Torjägers Robert Lewandowski in Zusammenhang mit dessen Spielweise zu setzen. Er kam zu dem mutigen Schluss: Womöglich sollte der FC Bayern seinen Stürmer im Sommer abgeben. 
Die Bayern-Bosse schalten sich ein
Wer sowas sagt, muss mit Widerspruch rechnen. Sein ehemaliger Mitspieler Lothar Matthäus, kurioserweise ebenfalls beim TV-Sender Sky, tat dies in der Sache betont erörternd. So ist das beim Fußball: An jedem Stammtisch, an jedem Arbeitsplatz wird über Fußball diskutiert, kontrovers und nicht immer fundiert. Deutschland hat 80 Millionen Bundestrainer.
Wenn Salihamidzic in seiner Replik aber Hamann grundsätzlich den Mund verbieten will, flankiert von Lewandowski samt Berater auf der einen und den Bayern-Bossen auf der anderen Seite, und ihn zum „Problem für Sky“ abkanzelt, wird es nicht nur persönlich, sondern gefährlich. Was und wie viel dürfen die Medien noch am Millionenspiel des FC Bayern bekritteln?
„Das, was er macht, ist einfach eine Kampagne - weil er die Spiele nicht richtig schauen kann“, wetterte Salihamidzic gegen Hamann. „Ich glaube nicht, dass Robert Lewandowski ein Problem für Bayern ist, sondern Didi Hamann ist ein Problem für Sky. Da muss Sky mal drüber nachdenken.“ Deutlicher konnte er keine Personalmaßnahme von Sky fordern. 
Sky mit klarer Kante gegen Salihamidzic
Bayern München baut nicht nur ein eigenes Medien-Imperium auf, das dank des exklusiven Zugangs zu Spielern und Verantwortlichen eigene Wahrheiten in der Öffentlichkeit durchzudrücken versucht. Erst kürzlich wollten Präsident Hoeneß und Vorstandschef Rummenigge in ihrer berühmten Pressekonferenz die Berichterstattung ganz beschneiden.
Veröffentlicht werden sollte nur, was aus Bayern-Sicht dienlich ist. So hätten sie’s am liebsten: Wiedergeben, was vorgesetzt wird. Rudi Völler, damals schon bei Leverkusen, hat das 2012 auch schon gemacht. Er nannte die Expertenrunde bei Sky eine „Muppet-Show“. Keiner aus dem Kreis, namentlich Steffen Freund und Jan Age Fjörtoft, blieb noch lange am Tisch.
Nun also Didi Hamann. Es geht nicht allein um ihn und seine Einzelmeinung. Über die kann man, siehe oben, trefflich streiten. Und Bayern steht es natürlich zu, den eigenen Spieler vor zu viel Kritik zu schützen. In diesem Fall haben sie wieder mal überzogen. Da steht mehr auf dem Spiel: Wie viel Meinungsdiktatur darf man dem Bundesliga-Marketing noch zugestehen?
Didi Hamann kontert die Salihamidzic-Kritik
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