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Angriff der Heuschrecken: Die Fifa schafft sich ab

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Ich hasse Anglizismen im deutschen Sportjournalismus. Wann immer
 

Fever Pit’ch

17. November · Ausgabe #13 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Ich hasse Anglizismen im deutschen Sportjournalismus. Wann immer ich beim Redigieren das Wort “Keeper” lese, mache ich daraus “Torwart” oder “Torhüter”. Und aus “Coach” natürlich “Trainer”. Ich wünschte, die TV-Kommentatoren dächten ähnlich. Das größere Rechteck vor dem Tor, Leute, das ist keine “Box”, sondern der “Strafraum”. Bin ich zu streng? Oder sogar inkonsequent, weil der Name dieses Newsletters ja auch dem Englischen entlehnt ist?
Nun, in der deutschen Übersetzung wird aus Nick Hornbys Buchtitel “Fever Pitch” einfach “Ballfieber”. Sorry, Freunde - da zieht sich bei mir alles zusammen. Das geht gar nicht. Dann wage ich aus Verehrung vor dem Autoren eine Ausnahme von der Regel und empfehle - bitte klicken - aus Überzeugung sein Buch, damit man meine Inkonsequenz toleriert: Fever Pitch von Nick Hornby. Eine wunderbare Lektüre für die nächsten kalten Wintertage. Gibt’s auch auf Deutsch.
Euer Pit Gottschalk

25-Milliarden-Angebot: Der Ausverkauf des Weltfußballs 25-Milliarden-Angebot: Der Ausverkauf des Weltfußballs
Angriff der Heuschrecken: Die Fifa schafft sich ab
Als Gianni Infantino dieser Tage Sympathien zu sammeln versuchte und in einem Interview mit dem Blick-Fußballchef Andreas Böni Aufrichtigkeit und guten Willen in seinem Amt schwor, wäre er mit seiner Charme-Offensive fast davongekommen.
In solchen Momenten muss man sicher immer vergewissern: Fifa-Präsident wird niemand, der nicht Halunke ist. Dieser Stimmenfang auf internationalem Parkett verlangt Hinterzimmerpolitik mit Versprechungen, neuen Ködern, Drohgebärden, Machtinstinkt, Pokerspiel, Täuschungen.
Jetzt kam er heraus: Die 25 Milliarden US-Dollar, die er aus den Kassen von Investoren in die Kassen des Weltverbandes schleusen wollte, entsprechen nicht allein dem Gegenwert von zwei weiteren Turnieren. Recherchen der Süddeutschen Zeitung belegen: Es ging um alles.
Um alle relevanten Rechte der Fifa, um Weltmeisterschaften, Marketing, Selbstbestimmung. Die SZ spricht, nachdem der WDR beim Auswerten der Informationen geholfen hat, von einem “Ausverkauf des Weltfußballs”. Mit Infantino, dem Verkäufer, als Aufsichtsrat des Käufers. Das stinkt.
Was da im Raum steht, ist der Angriff der Heuschrecken auf den Weltfußball. Finanzinvestoren im Fußballgeschäft wollen, was man ihnen nicht vorwerfen kann, nur das Beste: Geld, Geld, Geld. Darum redet man nicht mit ihnen, wenn es um Grundsätzliches im Fußball geht.
Der Fifa-Hinweis auf eine längst beendete interne Diskussion ist kein Trost. Selbst wenn das stimmen würde (was nicht bewiesen ist): Wie kann man auf höchster Ebene überhaupt über ein solch unmoralisches Angebot ernsthaft nachdenken?
Die Fifa soll keine Gelddruckmaschine sein, sondern oberster Hüter der Werte, die der Fußball weltweit schafft: der moralischen Werte - nicht der pekuniären. Ich wette: Wieder wird Infantino mit dem Grinsen eines Buben versuchen, seine Verantwortung für das Fiasko zu vernebeln.
Geschickt entzieht er sich in einem unüberschaubaren Beziehungsgeflecht allen Fragen, die Fakten produzieren und nicht Nebel. Vermutlich wird Infantino sogar 2019 wiedergewählt. Denn darauf darf und kann er sich verlassen: In dieser Fifa ist er nicht der einzige Halunke.
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