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Auf Schalke gibt's Wichtigeres als Stefan Effenberg

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Reporterleben statt mit Trollen leben: Als ich gestern meinen Kom
 

Fever Pit’ch

12. März · Ausgabe #100 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Reporterleben statt mit Trollen leben: Als ich gestern meinen Kommentar zum Pyro-Wahnsinn auf St. Pauli veröffentlichte, ahnte ich die heftigen Reaktionen auf Twitter schon voraus. Es ist jedesmal dasselbe: Es gibt zu viele Ultras, die allein sich selbst als Bewahrer der Fußballkultur verstehen. Doch ihre These ist grundsätzlich falsch. Wer ein Fußballspiel an den Rand des Abbruchs bringt, liebt den Fußball nicht und hat ihn nie geliebt. Es ist allein Schiedsrichter Felix Brych zu verdanken, dass er das Nordderby (4:0 für den Hamburger SV) sachlich und souverän über die Runden bringen konnte. Die Leser von Fever Pit'ch dürfen sich darauf verlassen, dass mich der Internet-Mob nicht von meinem Klartext-Kurs abbringt.
Heute erscheint, man staune, die 100. Ausgabe des Morning-Newsletters. Ein Jubiläum, hurra! Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht. Unter der Woche Champions League, und Freitagabend treffe ich Dr. Brych in der Eurosport-Sendung “Mann gegen Mann”. Ich werde dort etwas Unjournalistisches tun: Ich werde mich bei ihm bedanken - als Fußballfan.
Einen feierlichen Dienstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Auf Schalke gibt's Wichtigeres als Stefan Effenberg
Die verfahrene Situation des FC Schalke lässt sich am besten mit der Causa Effenberg ausmalen. Ein ehemaliger Nationalspieler erklärt im Fernsehen, dass er 2013 einen Handschlag-Vertrag mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies hatte und dann doch nicht Schalke-Trainer wurde.
Keine 24 Stunden später veröffentlicht der Verein eine Klarstellung: Stefan Effenberg habe zwar tatsächlich eine Vereinbarung gehabt, allerdings unter der Bedingung strengster Vertraulichkeit, die seine Ehefrau Claudia mit einem Posting im Sozialen Netzwerk gebrochen habe - Vertrag hinfällig.
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Noch am selben Tag pfeffert der düpierte Stefan Effenberg zurück: Es habe dieses Posting niemals gegeben und eine Absage an den Berater nicht geben können, weil er keinen Berater hatte. Nun steht Wort gegen Wort: Einer jedenfalls, Effenberg oder Schalke, erzählt nur die halbe Wahrheit.
Damit es jeder mitbekommt: Schalke hat eigentlich keine Zeit, sich mit solchen Petitessen zu befassen. Der Verein durchlebt eine schwere Krise mit vollzogenem Management- und drohendem Trainerwechsel. Nebenbei spielt Schalke heute Abend in der Champions League bei Manchester City.
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Aber so sind die Zeiten auf Schalke. Nebensächlichkeiten lenken von dem ab, wofür ein Fußballklub da ist. Es ist ja nicht so, dass es keine wichtigeren Themen gäbe. Zwangspause von zwei Spielern, Amine Harit und Mark Uth, dann Ralf Fährmann zurück im Tor - Themen bietet Schalke genügend Stoff.
Der neue Sportvorstand Jochen Schneider ist zu frisch dabei, als dass er schon jetzt eine klare Linie vorgeben könnte. Seine starke Hand wird aber schleunigst gefordert sein, bevor die Saison dem Ende entgegen taumelt und Schalke hinterher die notwendigen Punkte zum Klassenerhalt fehlen.
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Von Florian Kreble
Es war des letzte Satz der Pressemitteilung des Chemnitzer FC, der nachhallte. Nach dem Neonazi-Skandal vom vergangenen Wochenende beteuerte der Verein am Montag, er sei “nicht bereit, vor diesen Ideologien zurückzuweichen und den Fußball in Chemnitz aufzugeben”. Gibt ein Fußball-Klub indirekt zu, sich mit rechtsradikalen Teilen seiner Fans im Kampf um die Vorherrschaft im Verein zu befinden, spätestens dann sollte dies aufrütteln.
Aber selbst bei den Verantwortlichen ist die Botschaft erst mit Verspätung angekommen. Noch am Sonntag, einen Tag nachdem des verstorbenen und mutmaßlich rechtsradikalen Thomas H. im Rahmen des Regionalligaspiels gegen den VSG Altglienicke (4:4) in der Kurve mit Schweigeminute und Pyrotechnik ausufernd gehuldigt worden war, hatte der CFC die Situation brutal verkannt. 
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Der Klub bezeichnete die Möglichkeit zur Trauer als “ein Gebot der Mitmenschlichkeit”. Da ahnte wohl noch niemand, dass die Hooligans ihre Demonstration möglicherweise durch Nötigung und Androhung von schwerem Landfriedensbruch erzwungen hatten. Damit muss sich nun die Staatsanwaltschaft befassen.
Fest steht aber, dass der Verein im Kampf gegen rechts erst am Montag ein passables Bild abgab, als er die gestellte Strafanzeige öffentlich kommunizierte. Im gleichen Zug wurden die Fanbeauftragte, ein Kommunikationsmitarbeiter und der Stadionsprecher geschasst.
Die Probleme mit den CFC-Fans löst das trotzdem nicht. Nur wenn der Chemnitzer FC in der Kurve durchsetzt, was er in seinen Pressestatements schreibt, behält er das Sagen im Verein.
Florian Kreble ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
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