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Bayern verliert einen Stürmer, die Liga einen Typen

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Auf dem Sportbusiness-Event Spobis in Düsseldorf wird DFL-Spreche
 

Fever Pit’ch

30. Januar · Ausgabe #65 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Auf dem Sportbusiness-Event Spobis in Düsseldorf wird DFL-Sprecher Christian Pfennig heute Morgen in einem Vortrag die Vision für die Fußball-Bundesliga erläutern. Der Anspruch: Unsere Bundesliga soll “die beliebteste Sportliga der Welt” werden. Ich musste den Kontext zwischen “Bundesliga” und “beliebt” einen Moment lang auf mich wirken lassen, um die Tragweite dieses Satzes in Gänze zu begreifen. Der Superlativ von “beliebt” bedeutet auch:
  • beliebter als die Premier League mit Liverpool und Manchester United,
  • beliebter als die Primera División mit Real Madrid und FC Barcelona,
  • beliebter als die Serie A mit Juventus Turin und AC Mailand,
  • beliebter als die nordamerikanische Football-Liga NFL.
“Mit Blick auf die verkauften Stadiontickets pro Spiel liegt die Bundesliga bereits weltweit auf Platz eins im Fußball”, sagte mir Christian Pfennig, als ich nachhakte. “Bei uns nehmen wir die Bundesliga manchmal als kleiner wahr, als sie ist - vielleicht weil sie für viele ein selbstverständlicher Begleiter durchs Leben geworden ist.” Darüber muss ich nachdenken und werde mir seine Ausführungen heute in Düsseldorf genauer anhören.
Einen ambitionierten Mittwoch wünscht
Euer Pit Gottschalk

Bayern verliert einen Stürmer, die Liga einen Typen
Sandro Wagner nach China - so lief der Deal Sandro Wagner nach China - so lief der Deal
Nicht jeder, der mit Fußball sein Geld verdient, hat den Schneid von Ottmar Hitzfeld. Umgerechnet 25 Mio. Euro netto haben sie ihm für anderthalb Jahre Trainerarbeit in China geboten. Er sagte nein. Dem jetzt 70-Jährigen war der Ruhestand wertvoller als jede Million extra.
Man darf Sandro Wagner trotzdem den Abschied von Bayern München nicht übel nehmen. Ein Netto-Gehalt von insgesamt 15 Mio. Euro in zwei Jahren lockt den ehemaligen Nationalspieler zum chinesischen Klub Tianjin Teda. So viel Geld hat der 31-Jährige vermutlich nie in Summe kassiert.
Was nützen ihm Meisterschaften und spontane Einsätze, wenn er die meiste Zeit beim FC Bayern Bankdrücker bleibt. Seine beste Zeit ist vorbei. Dann lieber die Lebenserfahrung mit China wagen und hinterher lächelnd das Girokonto betrachten… Stopp! Ein großer Mist ist das alles.
Paris holt Problemlöser für 47 Mio. Euro
Wagner gehört zu den charismatischsten Spielern, die in der Bundesliga spielen. Er sagte Dinge, auch Richtung Bundestrainer Joachim Löw, die sich kein anderer Profi traute. Als Reservist hinter Lewandowski war er eh verschenkt. Warum spielte er nicht in Nürnberg? Oder bei Hannover?
Es ist das Los der Bundesliga: Zu viele Charakterköpfe verlassen das Land, wenn anderswo Ruhm und Reichtum locken. Meistens reicht ein Grund von beiden. Toni Kroos in Madrid. Julian Draxler in Paris. Leroy Sané in Manchester. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Jeder Name tut weh.
Man kann das den Spielern, siehe Sandro Wagner oben, nicht vorwerfen. Natürlich wollen sie in den Jahren, bevor die Knochen schmerzen und der Körper Ruhe verlangt, möglichst viel Geld verdienen. Der Fehler steckt im System. Chancengleichheit besteht längst nicht mehr.
Asien-Cup: Katar erstmals im Finale
Wenn Staaten und Milliardäre ihre Fußballmannschaften subventionieren, als sei es ein Hobby, das sie sich leisten, setzen sie den größten Wert des Fußballs außer Kraft: nämlich die Wettbewerbsfähigkeit. Dann werden Spieler genau das: Narren zur Unterhaltung des Hofes.
Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mag größte Anstrengungen unternehmen, die Leistungsfähigkeit der 36 Klubs in der ersten und zweiten Bundesliga mit globaler Vermarktung sicherzustellen. Aber das ist wenigstens ehrlich verdientes Geld am Markt.
Was Fußballfunktionäre in aller Welt an Marktmanipulation zulassen, Fifa-Präsident Gianni Infantino mit seinen irrwitzigen Katar-Plänen vorneweg, ist eine Verletzung von Fairplay. Eine Wettbewerbsverzerrung. Denn bei aller Liebe: 15 Mio. Euro Gehalt plus 5 Mio. Euro Ablöse ist Wagner nicht wert.
Ramon Vega will Fifa-Präsident werden
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