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Auslosung zur EM 2020: Uefa-Irrsinn in drei Akten

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Keine zwei Wochen hat es gedauert, dass Achim Beierlorzer einen n
 

Fever Pit’ch

19. November · Ausgabe #288 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Keine zwei Wochen hat es gedauert, dass Achim Beierlorzer einen neuen Trainer-Job hatte. Vom 1. FC Köln zu Mainz 05: zwei Punkte besser und einen Tabellenrang höher, das hat sich ja gelohnt. Noch schneller war seinerzeit Felix Magath. Zwei Tage nach seiner Entlassung bei Schalke 04 tauchte er beim VfL Wolfsburg auf. Da fragt man sich schon, wie viel Gehirnschmalz Bundesliga-Klubs zuweilen in ihre Spitzenpersonalien stecken. Der 1. FC Köln schloss die Lücke, die Achim Beierlorzer und Armin Veh hinterlassen haben, mit Markus Gisdol als Trainer und Horst Heldt als Sportdirektor. Nur zur Erinnerung: Gisdol ist jener Trainer, der dem HSV den Weg in die 2. Liga geebnet hat, und Heldt jener Sportchef, der Hannover 96 rechtzeitig zum Abstieg verließ. Ob ihre Wahl das richtige Signal ist?
Einen rechnerischen Dienstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Auslosung zur EM 2020: Uefa-Irrsinn in drei Akten
Der Uefa-Modus zur Europameisterschaft ist zu kompliziert Der Uefa-Modus zur Europameisterschaft ist zu kompliziert
Von Pit Gottschalk 
Irgendwann streikt sogar die Website der europäischen Fußballunion Uefa. Wenn man Genaueres wissen will, wie am Freitag die Play-Off-Auslosung zur EM 2020 funktioniert, führt der passende Link zu den “European Qualifier Play-Off Draw” geradewegs ins Nirwana. “Sorry!”, steht dort anschließend zu lesen, “die Seite existiert nicht mehr.”
Die Information hätte Fans ohnehin wenig genutzt. Schon eine Woche später werden die Vorrundengruppen der Europameisterschaft ausgelost. Und das, obwohl das Teilnehmerfeld gar nicht komplett ist. Das hat es so noch nie in der EM-Geschichte gegeben: Erst 20 der 24 Teams stehen bei der EM-Auslosung fest. Die restlichen vier werden im Frühjahr ermittelt.
So degradiert die Uefa ihre spannendsten Spiele wieder zu TV-Ereignissen: Wenn man erst am 26. März erfährt, wo am 31. März im Play-Off-Finale gespielt wird, bleibt man am besten zu Hause. Nur dort kann man sicher sein, dass man keine Spielminute verpasst. Was will man schon von einer Uefa erwarten, die sogar Europacup-Endspiele ins ferne Baku verlegt?
Nur wird die Sache diesmal richtig verrückt. Diese vier restlichen Mannschaften stammen aus dem Restbestand der Nations League. 16 Verbände wollen auf den letzten Drücker beim EM-Start am 12. Juni dabei sein. Aber wenn die Besten aus der Nations League schon qualifiziert sind, rücken die Nächstplatzierten nach. Na, bisher alles verstanden? 
So ein Schwachsinn, Uefa! So ein Schwachsinn, Uefa!
Womöglich wird dann am 1. April ein drittes Mal gelost, sobald man nämlich weiß, welche vier Nationen über die Play-Off-Runde Ende März qualifiziert sind. In welchem Umfang eine Auslosung überhaupt notwendig ist, hängt davon ab, wer weiterkommt. Das EM-Turnier ist über Europa verteilt. Da ersetzt Heimrecht oftmals den Glücksmoment einer Auslosung. 
Vom Abschneiden der Ungarn hängt zum Beispiel ab, ob Deutschland zwei oder drei EM-Spiele in München bekommt. Das Verfahren ist Kokolores: Kein Fan kann Urlaub und Reisen so kurzfristig bei einem Arbeitgeber planen, dass die Unterstützung für die Nationalelf gewährleistet ist. Der gesamte Kontinent ist von diesem Uefa-Irrsinn betroffen.
Die ursprüngliche Idee des damaligen Uefa-Präsidenten Michel Platini war mal, dass eine Europameisterschaft 60 Jahre nach dem ersten EM-Turnier zum europäischen Gemeinschaftsprojekt wird. Durch die Ausweitung auf 24 Teilnehmer sollten Nationen in den Genuss einer Qualifikation kommen, die sonst nie dabei waren.
Aber ein Verfahren, das allein Techno- und Bürokraten als logisch und transparent bezeichnen können, widerspricht dem einfachen Regelwerk des Fußballs. Natürlich steckt hinter der komplizierten Ausgestaltung kein idealistischer Ansatz, sondern allein Geld: Möglichst viele Matches bedeuten möglichst viele Moneten. 
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