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Ausraster am Mikrofon: Wenn Trainer die Nerven verlieren

Revue
 
Guten Morgen, Liebe Fußballfreunde! Heute hätte ich gerne drei Newsletter publiziert. Einen zur histo
 

Fever Pit’ch

8. April · Ausgabe #123 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, Liebe Fußballfreunde!
Heute hätte ich gerne drei Newsletter publiziert. Einen zur historischen Niederlage von Borussia Dortmund in München. Einen zum Sky-Auftritt von Karl-Heinz Rummenigge und Hans-Joachim Watzke bei “Wontorra”. Und einen zu den Trainern Huub Stevens und Dieter Hecking, die am Saisonende die Nerven zu verlieren drohen. Doch das ist das Schöne an Fever Pit'ch: Man bekommt die Dreifaltigkeit in einem.
Warum ich das mit dem Newsletter fast täglich mache, habe ich Jan Bechler in seinem Podcast “Media Entrepreneurs” ausführlich erklärt. So viel kann ich sagen: Persönlicher bin ich bei Fragen zu meinem Werdegang wohl noch nie gewesen. Wer reinhören will: Hier klicken!
Einen unerhörten Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Ausraster am Mikrofon: Trainer-Streit mit Journalisten
“Das ist Journalismus, der mir nicht gefällt“ “Das ist Journalismus, der mir nicht gefällt“
Wenn Huub Stevens von seinen eigenen Unzulänglichkeiten ablenken wollte, dann hat er sein Ziel jetzt grandios erreicht. Seit er am Samstag einen Journalisten mit Tiraden überschüttete, redet niemand mehr davon, wie schlecht seine eigene Arbeit beim FC Schalke fruchtet.
„Hör auf! Ich antworte dir nicht mehr! Weg! Du bist lächerlich!“, blaffte Stevens den Kicker-Kollegen Toni Lieto an, als er sich dessen Nachfragen ausgesetzt fühlte. Solidaritätsbekundungen aus der Pressekonferenz nahm er persönlich und keilte beleidigt zurück: "Papageien!”
Seit drei Bundesliga-Spielen betreut Huub Stevens den Verein, der ihn liebevoll “Jahrhunderttrainer” nennt, und hat nicht nur zwei Heimspiele versemmelt. Ständig suspendiert er Spieler, die ihm nicht passen, und positioniert sich als Aufräumer. Diesmal waren die Journalisten dran.
Huub Stevens beschimpft Reporter
Beileibe kein Einzelfall. Dieter Hecking brach am Sonntag ein TV-Interview ab, weil ihm Fragen von Sky-Reporter Marcus Lindemann nicht gefielen. In Berlin machte Hertha-Trainer Pal Dardai die angeblich überzogenen Erwartungen der Medien für seine aktuelle Pleitenserie verantwortlich.
Seit Wochen veralbert BVB-Trainer Lucien Favre die Reporter in Dortmund mit seinen rätselhaften Wortwolken. Bayern-Kollege Niko Kovac sah die Berichterstattung in Nebensächlichkeiten abdriften, als sei es seine Sache, was berichtenswert ist oder was nicht.
Da fragt man sich: Ticken die Trainer noch richtig? Jeder Trainer kassiert inzwischen ein Millionengehalt dafür, dass er mit seinem Betreuerstab die Mannschaft in Schuss hält. Öffentlichkeitsarbeit gehört dazu: Nach jedem Spiel muss er den Journalisten Rechenschaft ablegen, ob er Erfolg hatte.
Pal Dardai verrennt sich
Wohlwollend könnte man die Situation so beurteilen, dass der Wutausbruch nur Ausdruck des enormen Leistungsdrucks im Profifußball ist. Mag sein. Genau deswegen werden die Trainer ja so fürstlich bezahlt: In ihrem Gehalt ist Schmerzensgeld enthalten.
Der Wahrheit näher kommt wohl, dass die Trainer nur unzureichend auf den Stresstest am Ende einer langen Saison vorbereitet sind.
  • Huub Stevens sah sich schon als glorreicher Retter im Revier, als er die Nachfolge von Domenico Tedesco übernahm, und muss jetzt enttäuscht erkennen: Wunder kann auch er nicht mit diesem FC Schalke bewirken.
  • Dieter Hecking durfte noch vor wenigen Wochen davon träumen, seine Mannschaft ins Titelrennen zu führen. Mit dem Sturz aus den Champions-League-Rängen verliert er seinen Arbeitsplatz in Mönchengladbach.
  • Pal Dardai genoss das Rampenlicht, als Hertha BSC zu den Überraschungen der Saison zählte. Jetzt, da der Europacup-Platz in weiter Ferne liegt, redet er von “Lüge” und einem “geplanten Mord” von Journalisten.
Die Sportjournalisten als Blitzableiter, Sündenbock oder Übeltäter: Nein, das funktioniert nicht. Die Sportverbände müssen kein Programm mehr für Respekt und Anstand im Fußball auflegen, wenn es ihnen nicht gelingt, die Trainer als Führungskräfte in den Vereinen endlich zur Räson zu bringen.
Gipfeltreffen zwischen Bayern und Borussia
Meisterschaft: Das war's noch nicht! Meisterschaft: Das war's noch nicht!
Von Ruben Stark
5:0? 5:0! Wer hätte vor wenigen Tagen gedacht, dass Bayern München den Bundesliga-Gipfel gegen Borussia Dortmund für eine derart eindrucksvolle Machtdemonstration nutzen würde. Anfällig gegen rasantes Umschaltspiel, vom Zweitligisten 1. FC Heidenheim beinahe aus dem DFB-Pokal geworfen und vier Gegentore kassiert, vor die Frage gestellt: Wie gut sind wir eigentlich? Die Antwort war Bayern-like.
Körperlich präsent, gedanklich voll auf der Höhe, fußballerisch überzeugend: Es war sicher der beste Auftritt der Münchner in dieser Saison, und es war für Trainer Niko Kovac der bisher wichtigste Erfolg als Coach des Branchenprimus. Dass Kovac im Nachgang allerdings von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nicht mit aller Macht verteidigt wurde gegen die Kritiken der zurückliegenden Monate, lässt erahnen, dass der Kroate noch um Reputation kämpfen muss.
"Der Sieg war ganz einfache Mathematik"
Kovac würde niemals jemand seinen Fleiß und Aufopferungswillen absprechen, er ist wahrlich ein Arbeiter und verdient eine faire Behandlung. Aber ob der 47-Jährige derjenige ist, der den FC Bayern in eine erfolgreiche Zukunft nach Maßstäben der Münchner führen kann, ist offenkundig nicht abschließend geklärt. Sonst hätte Rummenigge auch entschlossen Partei ergreifen können für Kovac - und keinen Interpretationsspielraum gelassen.
Aber: Jetzt führt der FC Bayern erst einmal die Tabelle an und ist nicht mehr an der siebten Meisterschaft in Folge zu hindern, sollten sie selbst alle eigenen Aufgaben zur Zufriedenheit erfüllen. Garantiert ist das freilich nicht, zu schwankend waren die Leistungen über die Saison hinweg. Wenn das Spiel gegen den BVB allerdings die Blaupause für die kommenden Wochen sein sollte, dann ist der alte Titelträger auch der neue.
FC Bayern demontiert BVB, trotzdem brodelt's
Dortmund dagegen war am Samstag ein Rätsel. Ja, es gab personell einige Probleme, aber die Mannschaft von Trainer Lucien Favre verfügt eigentlich genau über die Spielelemente, die dem FC Bayern richtig schaden können.  Zu sehen war davon bis auf eine Ausnahme nichts. Und die Einlassungen der Dortmunder zur Titelchance kamen doch eher, weil sie auch kommen müssen. Sechs Spieltage vor dem Ende gibt man sich nicht geschlagen.
Ruben Stark ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
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Pit Gottschalk
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