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Bayern 6:0! Trainer Hansi Flick verdient echte Chance

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Vier Siege mit insgesamt 16:0 Toren unter Interimstrainer Hansi F
 

Fever Pit’ch

27. November · Ausgabe #295 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Vier Siege mit insgesamt 16:0 Toren unter Interimstrainer Hansi Flick - sieben Treffer davon hat allein Robert Lewandowski erzielt. Gestern schlug der Pole in nur 14 Spielminuten viermal zu und trug den Spielball nach Abpfiff wie eine Beute vom Rasen. Die Geste allein zeigt: Toreschießen ist und bleibt für ihn etwas Besonderes. Darum ist er auch so gut und schießt Rekorde. So langsam gehen sogar mir die Superlative aus, um Lewandowski zu würdigen. Wir sollten uns freuen, dass dieser Weltklasse-Spieler in Deutschland kickt und nicht dort, wo sie über kurz oder lang fast alle landen.
Einen treffsicheren Mittwoch wünscht
Euer Pit Gottschalk

Bayern 6:0! Trainer Hansi Flick verdient echte Chance
Trainer Hansi Flick jubelt über die Bayern-Tore. Foto: Imago / ActionPicture
Trainer Hansi Flick jubelt über die Bayern-Tore. Foto: Imago / ActionPicture
Die Bayern glänzen weiter unter ihrem Interimstrainer
Von Pit Gottschalk
Zuerst zu den Fakten: Die Erfolgsbilanz von Trainer Hansi Flick beim FC Bayern ist astrein. Zweimal 4:0 in der Bundesliga (gegen Dortmund und Düsseldorf) sowie 2:0 gegen Olympiakos Piräus und gestern Abend 6:0 gegen Roter Stern Belgrad in der Champions League sind nicht zu toppen.
Nach allem, was man von der Mannschaft hört, ist das Verhältnis zu den Spielern bestens und die Anerkennung groß. Es gibt also keinen Grund für einen Trainerwechsel. Normalerweise. Wenn der FC Bayern trotzdem die Verpflichtung eines neuen Trainers plant, kann das zwei Gründe haben.
Sein nächster Abend Sein nächster Abend
Zum einen: dass man den erfolgreichen Start für Zufall hält und die gute Trainerarbeit nicht für den Aufbruch in einen Dauerzustand. Zum anderen: dass man einen Trainer mit höherem Prestige sucht. Das erste Argument ist vorläufig nicht zu belegen und das zweite blanker Unsinn.
Auch die Strahlkraft von Carlo Ancelotti reichte vor zwei Jahren weder zu nachhaltigem Erfolg noch zu Reputationsgewinn. Darum kann die Schlussfolgerung nur sein: Bayern München sollte Hansi Flick eine echte Chance über Weihnachten hinaus geben. 
Robert Lewandowski macht vier Tore in 14 Spielminuten Robert Lewandowski macht vier Tore in 14 Spielminuten
Was hätte Bayern München schon zu verlieren? In der gesamten Bundesliga ist kein Trainer zu finden, der sich Meistertrainer nennen darf (gemeint: Titel in Deutschland). Ein Trainer aus dem Ausland, siehe Ancelotti oben, kann keine Garantie auf Titel geben. Auf den im Europapokal sowieso nicht.
Hält man sich also an den Fakten, die vorliegen, führt kein Weg an Hansi Flick und seinem Superstart vorbei. Mit 54 Jahren hat er das notwendige Alter, um den erfahrenen Bayern im Kader auf der Grundlage von zwei Jahrzehnten Wissensvorsprung die Richtung vorzugeben.
Bananenflanke
Klasse, wie lange, ehrlich und innig sich #Lewandowski und #Flick bei dessen Auswechslung umarmt haben. Habe ich von #Lewy so noch nie gesehen. Da scheint eine Menge zu passen. #FCBayern
11:33 PM - 26 Nov 2019
Lewandowski-Gala in Belgrad: Die besten Netz-Reaktionen
Er wurde 2014 als Co-Trainer Weltmeister, er kennt also die älteren Nationalspieler bestens und weiß so unterschiedliche Spielertypen wie Manuel Neuer, Jerome Boateng oder Thomas Müller zu nehmen. Man merkt ihm das an: Er strahlt eine innere Ruhe aus. Spieler mögen sowas.
Torjäger Robert Lewandowski würde ihn, wenn er ihn nicht schätzte, nicht so in den Arm nehmen, wie er das bei seiner Auswechslung gestern in der 77. Spielminute getan hat. Die Vertrautheit hat sich Flick in seiner Zeit im Trainerstab von Vorgänger Niko Kovac erworben.
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In den öffentlichen Auftritten bei Pressekonferenzen ist aus Hansi Flicks Worten kein Anspruch abzuleiten, dass er Cheftrainer beim FC Bayern mit aller Macht bleiben möchte. Er wirkt wie der junge Hermann Gerland: Dem Klub ergeben, tut er alles, wofür man ihn braucht.
Erste Reihe, zweite Reihe, ganz egal. Allein deswegen wäre es schon ein gutes Zeichen, wenn erfolgreiche Arbeit belohnt würde und nicht verwelkter Lorbeer oder eine woher auch immer rührende Verheißung auf glorreiche Zeiten. Vermutlich hat Hansi Flick genau das, was Bayern gerade braucht.
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Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
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Kühlschrankklub Hertha
Von Alex Steudel
Bevor ich etwas über den Hauptstadtklub schreibe, sollte ich fairerweise klarstellen, dass ich nicht objektiv bin, was Hertha BSC angeht. Ich habe etwas gegen das Olympiastadion, das ist eine persönliche Sache. Ich musste dort als Reporter viel Leid ertragen. Die Arena ist nämlich eine der kältesten der Welt, sie steht in der Permafrost-Weltwertung auf Platz zwei gleich hinter dem Betzenberg in Kaiserslautern, wo ich übrigens mal aus Versehen warme Pferdefleischbratwurst gegessen habe, aber das ist eine andere Geschichte.
In Berlin, wo ich dreieinhalb Jahre lang gewohnt habe, gibt es den berüchtigten Ostwind, den pfeifenden, und eine geheimnisvolle Kälte, die in den Sitzschalen des Olympiastadions wohnt und von dort aus direkt in dich hineinkriecht und spätestens in der 60. Minute deine Oberschenkel im Takt der Fangesänge mitzappeln lässt. An Texteschreiben ist sowieso nicht zu denken, weil deine Finger schon nach 27 Minuten weiß und taub sind.
Das ganze geht in der Regel so von Ende August bis Anfang Mai.
Außerdem siehst du im Olympiastadion keine Fußballspieler, sondern kleine Pünktchen, die sich bewegen, was daran liegt, dass die Tribünen dermaßen weit entfernt vom Spielfeld angebracht sind, dass man glauben könnte, die Berliner hätten mal zeitgleich zwei verschiedene Stadien gebaut und sie dann aus Kostengründen zusammengeführt.
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Kurz: Das Olympiastadion fühlt sich in der Summe seiner Einzelteile an, als würdest du durch einen blickdichten Schneesturm in Alaska wandern und dabei ein bisschen an Fußball denken.
Ich habe mich oft gefragt: Wie soll eigentlich jemals ein Trainer Erfolg haben in einer Stadt, in der acht Monate pro Jahr alle mit Frieren beschäftigt sind?
Jedenfalls tut mir Ante Covic ein bisschen leid. Er ist der falsche Mann am falschen Ort. Hertha bräuchte meiner Meinung nach einen Trainer, der von Geburt an gestählt wurde; etwa so wie die Anführer der alten Germanen, die als Kinder von ihren Eltern in eisige Flüsse geschmissen wurden, damit sie später abgehärtet und bereit für die Anforderungen des Alltags waren. Aber dieser Covic wirkt viel zu nett, er lässt alles geschehen, und das Schlimmste daran ist, dass das von seinen Chefs ausgenützt wird, die noch kälter wirken als das Olympiastadion, weil sie gerade mehr oder weniger öffentlich einen Trainer suchen, obwohl sie doch noch einen haben.
Die Idealbesetzung des eisigen Trainerstuhls in Berlin wäre übrigens ein Mann, der das Leben in der Kälte kennt, der also erstens in Berlin aufgewachsen ist, und der zweitens schon mit Karl-Heinz Rummenigge zusammengearbeitet hat, und der drittens mit dem Leben in aussichtslosen Umfeldern vertraut ist, also schon mal beim HSV war.
Leider hat Niko Kovac gestern abgesagt.
Patrick Berger
Die Infos der @kicker-Kollegen decken sich mit unseren: Bruno #Labbadia, wie schon im Frühjahr, heißer Kandidat bei #Hertha. Berater wurde kontaktiert. L zu Gesprächen bereit, findet vor allem das Spielermaterial total spannend. Mit ihm im Rennen aber weiterhin Roger Schmidt!
1:51 PM - 26 Nov 2019
Alle mal herschauen!
Projekt Zukunft: So fördert man deutsche Talente richtig
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