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Bayern gibt Rätsel auf - was will Uli Hoeneß eigentlich?

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! In seinen letzten Tagen als Bayern-Präsident läuft Uli Hoeneß zur
 

Fever Pit’ch

22. Oktober · Ausgabe #265 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
In seinen letzten Tagen als Bayern-Präsident läuft Uli Hoeneß zur alten Höchstform auf. Der Torwartstreit mit Marc-André ter Stegen. Sein Vorschlag zur Verlegung von Länderspielen in den Winter. Jetzt die Medienkritik wegen Thomas Müllers Degradierung. “Schweinerei!”, tobt Hoeneß - und alle schreiben mit. Unvergessen sind seine Pressekonferenz zum Grundgesetz, die beleidigte Miene bei der Mitgliederversammlung, der Zoff mit Paul Breitner. Und seine Transfer-Versprechen bei der legendären Doppelpass-Sendung im Februar. Was macht die Bundesliga eigentlich, wenn Uli Hoeneß seinen Ruhestand genießt und nicht mehr zum Rundumschlag ausholt? Sein Unterhaltungswert wird fehlen. SID-Reporter Thomas Niklaus begleitet ihn auf der letzten Europacup-Reise seiner Amtszeit. Fast jeder Satz zum Schmunzeln. Fast jeder Satz macht traurig. Am 15. November tritt Uli Hoeneß in München von der ganz großen Bühne ab. Eine Ära endet.
Einen polternden Dienstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Bayern gibt Rätsel auf - was will Uli Hoeneß eigentlich?
Notlage beim FC Bayern: Wer san mia denn jetzt? Notlage beim FC Bayern: Wer san mia denn jetzt?
Von Thomas Niklaus
Krise? Welche Krise?! Bei der Ankunft im sonnigen Athen lächelte Uli Hoeneß die angebliche Herbstdepression bei Bayern München einfach weg. “Im Verein ist totale Ruhe”, hatte er schon vor dem Abflug zu seiner letzten Dienstreise als Präsident zum dritten Gruppenspiel in der Champions League bei Olympiakos Piräus kampfeslustig betont. Hoeneß versicherte: “Ich sehe kein Problem, diese Unruhe wird wieder von außen hereingetragen.”
Am Münchner Flughafen hatte er noch angespannt gewirkt. Wie nebenbei beendete er den EM-Traum des verletzten Abwehrchefs Niklas Süle (“Können Sie total vergessen!”), einen Reporter von Sport1, der ihm eine missliebige Frage zur vertrackten Lage in der Liga gestellt hatte, blaffte er an: “Auf so einen Käse gibt’s keine Antwort. Wir sind einen Punkt hinter dem Ersten. Wollen Sie uns eine Krise einreden?” Von einer Krise, behauptete auch Sportchef Hasan Salihamidzic barsch, “kann keine Rede sein”. 
Doch hoch über den Wolken schaltete Hoeneß plötzlich auf Kuschelkurs. Er suchte das Gespräch mit den Journalisten in den Reihen hinten, um etwas “klarzustellen”. Es ging um das Reizthema Thomas Müller. “Es gibt keinen im Verein, der Thomas beschädigen will, keiner will ihn loshaben”, betonte Hoeneß. Also auch nicht Trainer Niko Kovac, der Müller seit Wochen übergeht.
Wie sehr Hoeneß das Thema beschäftigt, war schon am Morgen klar geworden. “Bei euch wird jede Woche die Geschichte weitergemacht. Man zwingt den Trainer, ihn (Thomas Müller) aufzustellen. Das ist einfach eine Schweinerei!”, schimpfte er da. Es sei ja “klar” gewesen, “dass es für Thomas schwieriger wird, wenn wir einen Philippe Coutinho verpflichten”. 
Auch Kovac wollte sich in der Diskussion um den Rio-Weltmeister am Montagabend nicht unter Druck setzen lassen. “Ich verstehe die Fragen. Ich hoffe, dass man mich auch mal versteht. Der Thomas ist ein wichtiger Bestandteil wie jeder andere auch. Ob er morgen spielt, wird man sehen”, sagte er.
Dass der FC Bayern im Herbst 2019 noch viel Luft nach oben hat, wollte aber auch Hoeneß nicht bestreiten. Die Mannschaft spiele “nicht schlecht”, aber auch “nicht konsequent genug”, bemängelte er, “sie muss geiler sein auf Tore”. Das Verwerten der Chancen sei “eine Frage der Einstellung”, analysierte Hoeneß: Gerade gegen “vermeintlich schwächere Gegner ist die Konzentration der Mannschaft unterentwickelt, aber auch gegen schwächere Teams muss man eben die Punkte holen”. 
In der Champions League haben sich die Münchner bislang schadlos gehalten: Ein 3:0 gegen Roter Stern Belgrad, dann das fulminante 7:2 bei Tottenham Hotspur. Diese Gala scheint bereits Jahre zurückzuliegen - obwohl das Spiel erst vor drei Wochen stattfand. Und trotz aller Warnungen nicht zuletzt von Kovac ließen sich die Bayern blenden von dieser Sternstunde gegen kriselnde Spurs, die längst nur noch der Schatten eines Champions-League-Finalisten sind. 
Salihamidzic sieht die Leistung gegen Tottenham dennoch als “Benchmark”, an diesem “hervorragenden” Spiel “müssen wir uns orientieren”, forderte er. Mit Hoeneß ist er sich in der Sache weitgehend einig, was generell die Einstellung angeht: “Wir müssen”, sagte er, “konzentrierter und entschlossener hinten und vorne spielen.” Was die Causa Müller angeht, hat er eine klare Meinung: “Jeder muss seine persönlichen Interessen hintanstellen. Es zählt nur die Mannschaft, es zählt nur der Verein. Alles andere ist nebensächlich.”
Das Spiel im Hexenkessel von Piräus wird somit zu einer Art Charaktertest - und einer Art Neubeginn: Nach dem Ausfall von Süle muss Kovac umbauen. “Wir werden in Piräus ein sehr schweres Spiel haben”, sagte er: “Die Euphorie, die Stimmung - wir müssen gewappnet sein und dürfen nicht wieder dieselben Fehler machen.” 
Thomas Niklaus ist Redakteur beim Sport-Informations-Dienst
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