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Bayern in Liverpool: Nullnummer erinnert an 1981

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Was ist so ein 0:0 an der Anfield Road wert? Als Karl-Heinz Rumme
 

Fever Pit’ch

20. Februar · Ausgabe #83 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Was ist so ein 0:0 an der Anfield Road wert? Als Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende, gestern in Liverpool aus der Umkleidekabine in die Interview-Zone kam, erinnerte er sofort an sein furchtbares Erlebnis von 1981: Er stand damals auf dem Platz, als Bayern München zuerst ein 0:0 in Liverpool erkämpfte und dann im Rückspiel mit 1:1 ausschied. Gestern ging das Hinspiel im Achtelfinale der Champions League wieder 0:0 aus. Man stelle sich vor, das Malheur von vor 38 Jahren würde 2019 eine Wiederholung erleben. Drei Wochen haben wir jetzt Zeit, uns alle Szenarien auszumalen. Dann findet das Rückspiel in München statt.
Einen fantasievollen Mittwoch wünscht euch
Euer Pit Gottschalk

Bayern in Liverpool: Nullnummer erinnert an 1981
Robert Lewandowski verpasst hier eine Torchance. Foto: Imago/Action Plus
Das hat man nun davon, wenn man das Hinspiel in einem Achtelfinale der Champions League bedeutungsvoll als Fortbildungsreise auflädt. „In diesem Spiel geht es um alles“, hatte Präsident Uli Hoeneß über die Dienstreise nach Liverpool gesagt. „Anschließend wissen wir, wo wir international stehen.“ Die Lernkurve des FC Bayern fiel dann am Dienstagabend etwas flacher als erwartet aus: Ohne die angeschlagenen Arjen Robben und Leon Goretzka sowie den rotgesperrten Thomas Müller ertrotzte der deutsche Rekordmeister ein 0:0 auf der Insel.
Sogar größte Torchancen in der Schlussphase konnte Liverpools angeblicher Wundersturm mit Sadio Mané, Roberto Firmino und Mohamed Salah nicht gegen die Innenverteidigung mit Niklas Süle und Mats Hummels verwerten. Die Nullnummer erinnert zwar an das Ergebnis von vor fast vier Jahrzehnten, als München 1981 im Rückspiel ausschied - aber das Team von Trainer Niko Kovac darf zuversichtlich sein.
Bayern bringt Anfield zum Schweigen
Beim Rückspiel in München ziehen die Bayern am 13. März schon ins Viertelfinale ein, wenn sie Liverpool knapp besiegen. Machbar ist die Aufgabe: Auch in der aufgeheizten Atmosphäre vor 54.000 Zuschauern an der Anfield Road hatte Bayern zeitweise 54 Prozent Ballbesitz, was Selbstsicherheit im Spielaufbau ausdrückt. Im Duell Bundesliga gegen Premier League steht es jetzt 0,5:1,5. Vorige Woche hatte Dortmund 0:3 bei Tottenham Hotspur verloren. Heute spielt Schalke zu Hause gegen Manchester City.
Bayern München war mit dem Selbstbewusstsein angereist, nicht ein einziges Spiel in der laufenden Europacup-Saison verloren zu haben, und ließ zunächst Franck Ribery auf der Bank. Liverpool dagegen hatte in der Gruppenphase drei Niederlagen kassiert und war mit Ach und Krach ins Achtelfinale eingezogen. Doch zurückhaltend lässt Trainer Jürgen Klopp seine Mannschaft niemals spielen.
Wer nun ein Spektakel erwartet hatte, weil erstens die Erwartungen hoch und zweitens beide Formationen mit jeweils drei Angreifern in der vordersten Linie offensiv ausgerichtet waren (bei Bayern mit Kingsley Coman, Robert Lewandowski und Serge Gnabry), wurde nicht enttäuscht. Das Mittelfeld überbrückten beide Mannschaften schnell. Packende Strafraumszenen passierten jedoch selten und entsprangen zumindest für Bayern allein aus unerklärlichen Abwehrschnitzern.
0:0 – aber ein gefühlter Sieg für Nico Kovac
Im Mittelfeld zahlte sich aus, dass Leon Goretzka mit Knöchelblessur ausgefallen war und vom defensiveren Javi Martinez ersetzt wurde. So entstand gegen das überfallartige Pressing, das Liverpool schon am Strafraum startete, eine gute Balance nach der ersten Sturm- und Drangphase. Bayern machte zunächst nicht den Eindruck, vom Tempo-Fußball aus der Premier League überfordert zu sein. Die Null stand zur Halbzeit. Ja, mit Glück: Sadio Mané schoss zweimal frei vorm Tor vorbei, beim zweiten Mal sogar mit einem Fallrückzieher.
Vor 38 Jahren, beim letzten Aufeinandertreffen in der Königsklasse, waren die zwei Duelle Nerven aufreibend mit 0:0 und 1:1 ausgegangen - Bayern schied damals aufgrund des fehlenden Auswärtstores aus. Vermutlich stehen die Chancen aufs Weiterkommen diesmal besser. „Kämpfen Bayern“, stand auf einem Plakat, das die Bayern-Fans zum Anpfiff angebracht hatten. Das Plakat sollten sie beim Rückspiel ohne Joshua Kimmich (Gelbsperre) in der Südkurve der Allianz Arena aufhängen. Ein hartes Stück Arbeit werden die zweiten 90 Minuten allemal.
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