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Bayern kopiert BVB und riskiert eine Fifa-Klage

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Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! In einer Woche geht die Bundesliga los. Noch überlagern Personali
 

Fever Pit’ch

11. Januar · Ausgabe #49 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
In einer Woche geht die Bundesliga los. Noch überlagern Personalien die Schlagzeilen. Darum war ich fast dankbar, als gestern Felix Magath mit seiner Kicker-Kolumne das rituelle Feilschen durchbrach. Seine These: Tabellenführer Borussia Dortmund ist zu schwach besetzt, um die sechs Punkte Vorsprung auf Bayern München zu verteidigen. Von anderer Seite war schon zu hören, der BVB habe auf seinem Weg zur Herbstmeisterschaft eine Menge Glück gehabt. Unter der Woche trommelten die Bayern in ihrem Trainingslager folgerichtig zur Aufholjagd. Fast will man den Eindruck erwecken, Borussia Dortmund habe aus Zufall die zweitbeste Hinrunde der Vereinsgeschichte hingelegt. Mich belustigt das Gebaren. Ich sage es mal so: Es wird Zeit, dass die Rückrunde endlich beginnt. Die Wahrheit liegt auf dem Platz.
Eine kurze Woche wünscht
Euer Pit Gottschalk

Bayern kopiert BVB und riskiert sogar Fifa-Klage
Niko Kovac dreht die Bayern von links auf rechts. Foto: Imago/VI Images
Seit Wochen wird der FC Bayern fast täglich mit neuen Spielernamen in Verbindung gebracht. Zuletzt mit Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea und Timo Werner von RB Leipzig. Davor mit Lucas Hernandez von Atletico.
In der Zwischenzeit wurden verpflichtet: Linksaußen Alphonso Davies (Kanada) für die Rückrunde und Verteidiger Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) für die nächste Saison. Weitere Transfers werden zeitnah folgen.
Allen Spielern gemeinsam ist: Kein einziger ist älter als 22 Jahre. Man muss nur einen Schritt zurücktreten, um aus diesen vielen Puzzlestücken ein Gesamtbild zu erkennen: die Strategie für den Bayern-Kader der Zukunft.
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Über Jahre hatten die Bayern-Bosse diesen Schritt hinausgezögert. Erst als Borussia Dortmund sie mit einem radikalen Schnitt (Drittel des Kaders ausgetauscht) von Platz 1 verdrängte, war Eile geboten.
Jetzt kann man guten Gewissens sagen: Bayern München kopiert das Erfolgsmodell von Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund. Es kommen: junge hungrige Spieler. Es gehen: ältere und erfolgsverwöhnte.
Damit ihnen nicht wieder ein Premier-League-Talent wie Jadon Sancho entwischt, strapazieren die Bayern bei Hudson-Odi sogar britisches Recht. Chelsea lässt die Abwerbeversuche juristisch prüfen.
FC Chelsea erwägt Fifa-Klage gegen Bayern
Auch Werner dürfen die Münchner nicht einfach kontaktieren. Der Vertrag läuft noch anderthalb Jahre, und der RB Leipzig wurde bisher nicht um eine Erlaubnis zu Verhandlungen gebeten. Aufhalten lassen sich die Bayern nicht.
Der Generationswechsel beim deutschen Rekordmeister ist im vollen Gange. Auf der Abschiedsliste stehen mindestens diese Stammspieler:
Alle sind über dreißig und mittlerweile über ihren Zenit. Auch Robert Lewandowski, inzwischen 30 Jahre alt, darf nicht sicher sein, dass er tatsächlich beim FC Bayern dauerhaft bleibt.
Kommt Timo Werner, 22 Jahre jung, wird der Mittelstürmer eine größere Konkurrenz spüren als bei Sandro Wagner, der mit seinen 31 Jahren eine Reservistenrolle akzeptiert. Die Bayern sind da nicht zimperlich.
Name für Name: Die Gerüchteküche beim FC Bayern
Präsident Uli Hoeneß kann es schwerlich akzeptieren, dass 2018/19 der Bundesliga-Rekord wohl nicht auf sieben Meisterschaften in Folge ausgebaut wird. Seine Verdrossenheit erinnert an 2012.
Damals gewannen die Dortmunder die zweite Meisterschaft in Folge und spielten die Bayern im DFB-Pokalfinale an die Wand. Danach drehte Hoeneß alles auf links und schaffte die Voraussetzungen fürs Triple.
Diesmal machen die Dortmunder wieder vor, wie Kaderplanung geht. Supertalente wie Jadon Sancho und Christian Pulisic wurden rechtzeitig geholt und versprechen hohen Wertzuwachs. Pulisic bringt 64 Mio. Euro.
Der frühere Meistermacher Felix Magath will zwar Schwächen beim BVB ausgemacht haben und unterstellt Borussia Dortmund fehlende Klasse im Kader. Aber da täuscht er sich.
"BVB hat nicht die Klasse, sein Ding durchzuziehen"
Um den Jugendstil zu stabilisieren, brauchte die Elf gestandene Mittelklasse, die keinen Irrsinn kostet. Thomas Delaney aus Bremen, Paco Alcacer aus Barcelona, Abdon Diallo aus Mainz. Dadurch vermieden: Klumpenrisiko.
Wer nicht fehlen durfte: der Leitwolf. Der BVB hat zwei: den Belgier Axel Witsel beim Spielaufbau im Mittelfeld und Marco Reus als Kapitän im Angriff. Die Elf auf dem Rasen hat dadurch eine klare Struktur.
Die Bayern gehen nicht anders vor. Die zwei offenen Fragen sind noch: Wer füllt als Torhüter die Lücke zwischen dem 32-jährigen Manuel Neuer und dem 18-jährigen Christian Früchtl?
Könnte diese junge Bayern-Elf bestehen?
Neun dieser elf Bayern-Spieler sind Twens, nur zwei über dreißig - die zwei in Gelb.
Die komplett verjüngte Mannschaft birgt natürlich Risiko für Bayern. Es müssen Stars her, um die Erwartungshaltung des Publikums (zwei Titel pro Saison und am besten Champions League) hinreichend zu erfüllen.
Auch ist nicht davon auszugehen, dass die Bayern die gleiche Geduld wie die Dortmunder aufbringen, wenn eine Durststrecke zu überwinden ist. Indes: Eine Alternative zum Jugendstil gibt es nicht.
Heute im Fernsehen
15.30 Uhr, DAZN: Testspiel, FC Schalke 04 - KRC Genk
17.00 Uhr, DAZN: Testspiel, Borussia Dortmund - Feyenoord Rotterdam
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