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Bayern-Transfers: Uli Hoeneß bloß nicht unterschätzen!

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Das überraschende Resultat zweier Fan-Umfragen hat mich gestern b
 

Fever Pit’ch

25. Juni · Ausgabe #183 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Das überraschende Resultat zweier Fan-Umfragen hat mich gestern bei Twitter ganz schön auf Trab gehalten. In beiden Erhebungen belegte RB Leipzig den dritten Platz hinter Bayern München und Borussia Dortmund. Ausgerechnet der Verein also, der in Auswärtsstadien so gerne angefeindet wird. Nielsen Sports ermittelte, dass RB Leipzig zwei Millionen Fans in Deutschland hat, YouGov, dass der Fan-Anteil 3,2 Prozent beträgt. Für Fans von Traditionsvereinen ist das Ergebnis schwer erträglich.
Hassan Talib Haji, Twitter-Legende auf Schalke, stellte die Glaubwürdigkeit der Fan-Umfragen grundsätzlich infrage. Unter dem Beifall der Community verwies er auf den Menschenverstand, der harten Bewertungskriterien eine höhere Bedeutung beimesse: Anzahl der Fanclubs, Stadionauslastung, Zahl der verkauften Tickets bei Auswärtsspielen, die Follower-Zahl in den Sozialen Netzwerken. Seine Argumentation pro Schalke war schlüssig und keinesfalls von Vorbehalten gegenüber RB Leipzig als Konstrukt geprägt.
Am Ende verknappte sich die Diskussion auf zwei Kernfragen. Die erste: Profitiert RB Leipzig womöglich vom Wir-Gefühl im Osten, dass eine Mannschaft aus den nicht mehr ganz so neuen Bundesländern die erste Liga aufrollt? (Ich erinnere mich an ein ähnliches Phänomen, als Hansa Rostock in der Bundesliga spielte: Die Ostalgie überwand sogar Rivalitäten zwischen den ehemaligen DDR-Oberligisten.) Die zweite Kernfrage folgt daraus: Wann ist ein Fan ein Fan und nicht nur Sympathisant?
Die zweite Frage ist tiefgreifender, als man zunächst meint, und beschäftigt die Bundesliga schon seit ein paar Jährchen. Ist nur derjenige ein Fan, der in der Kurve oder auf der Tribüne Liedgut anstimmt, Mühsal und Zeit für atemberaubende Choreografien opfert und das Familienleben zugunsten von Auswärtsspielen vernachlässigt? Oder auch derjenige, der zu Hause am Fernsehgerät mitfiebert oder ein hübsches Sümmchen für den Sitzplatz auf der Haupttribüne oder auf den Geraden im Stadion ausgibt?
Diese Fragen sind existenziell für die Bundesliga. Denn schnell kommt man zu dem Punkt, dass es “die Fans” als homogene Gruppe gar nicht gibt und die Diskussion, was als störend im Profifußball empfunden wird, zu oft von der Lautstärke einiger Fangruppierungen abhängt und nicht von einer Mehrheit im Stadion. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) meldete gestern den zweithöchsten Ticket-Absatz der Bundesliga-Geschichte. So schlecht kann demnach nicht sein, was in der Bundesliga passiert. Auch nicht in Leipzig.
Vielleicht liegt das Missverständnis darin, dass die Bundesliga nicht als Einheit in der Vielfalt verstanden wird. Es gibt keinen logisch belegbaren Grund, warum jeder Verein Spuren von Turnvater Jahn nachweisen muss. Es sollte doch eher darum gehen, ansehnlichen Fußball zu bieten, einen, der einerseits die Nachwuchsarbeit zu schätzen weiß und andererseits dem internationalen Vergleich standhält. RB Leipzig scheint da keine miese Arbeit zu machen. Schalke hofft jetzt auf den zweiten RB-Mann aus Leipzig.
Bleibt die Frage: Welche Vereine haben die meisten Fans? Ein verbindliches Ergebnis ist aus den Umfragen, wenn man die Fragestellung etwas genauer betrachtet, nur bedingt zu erwarten. Frei nach Churchill: „Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe“, habe ich drüben im Fever Pit'ch Newsroom meine eigene Fan-Umfrage gestartet und ermittle gemäß dem Highlander-Prinzip: Was ist dein Lieblingsklub? Das Ergebnis, ganz sicher, wird unangreifbar sein. Zumindest für den Moment.
Einen eindeutigen Dienstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Bayern-Transfers: Uli Hoeneß bloß nicht unterschätzen!
Meister! Uli Hoeneß beim Basketball. Neben ihm: sein Bruder Dieter. Foto: Imago Images / Sven Simon
Der Präsident und sein Geschwätz von gestern
Es fällt in diesen Tagen nicht besonders schwer, Bayern-Boss Uli Hoeneß Doppelzüngigkeit vorzuwerfen. Noch Ende Februar hatte er im Sport1-Doppelpass gesagt: „Wenn Sie wüssten, wen wir schon alles sicher haben für die neue Saison.” Jetzt widert ihn die Diskussion um Verstärkungen an: “Ich muss ehrlich sagen, langsam geht mir das auf die Nerven, dass man sich nur noch über Käufe definiert.” Die Geister, die ich rief…
Ganz gerecht ist der Vorwurf trotzdem nicht. Denn anders als bei den meisten anderen Vereinen hat Bayern München längst einschneidende Personalmaßnahmen getroffen. Die Stammspieler Arjen Robben, Franck Ribery und zuletzt Weltmeister Mats Hummels: inzwischen weg. Für 120 Mio. Euro geholt: die Weltmeister Lucas Hernandez und Benjamin Pavard sowie den einstigen HSV-Wunschkandidaten Fiete Arp und davor im Winter Alphonso Davies aus Kanada.
"Pavard muss nicht nur einen Schritt machen" "Pavard muss nicht nur einen Schritt machen"
Ist das viel? Nicht, wenn man aus der Hoeneß-Ankündigung im Februar Spektakuläres ableiten wollte. Und doch, wenn man die Dinge kaufmännisch betrachtet. 120 Millionen Euro bedeuten ein enormes Investment. Das Risiko ist beträchtlich. Niemand kann Bayern München garantieren, dass Hernandez für seine Ablöse die Abwehrsicherheit bringt wie Virgil Van Dijk beim FC Liverpool. Der Franzose wird immer noch am Knie therapiert.
Die Unsicherheit im Bayern-Lager rührt daher, dass Dortmund so mutig in neue Spieler klotzt wie seit 25 Jahren nicht. Damals gewann der BVB zwei Meisterschaften in Folge und zur Krönung im dritten Jahr die Champions League. Nur von dieser Seite ist die Genervtheit von Präsident Uli Hoeneß zu begreifen: Zum ersten Mal seit langem bestimmt nicht er das Geschehen auf dem Transfermarkt, sondern der Verfolger. Er muss sich gehetzt fühlen.
Leroy Sané geht wohl nicht zum FC Bayern Leroy Sané geht wohl nicht zum FC Bayern
Die Öffentlichkeit verlangt endlich Klarheit, was mit dem erhofften Transfer von Leroy Sané ist. Oder mit dem erwarteten Transfer von Timo Werner. Beide Nationalspieler, Männer der Zukunft, würden dem Bayern-Angriff eine Wucht geben, wie es Borussia Dortmund eben mit Julian Brandt, Thorgan Hazard und Nico Schulz geschafft hat. An Geld werden die Bayern-Zugänge nicht scheitern.
Darin liegt die Chance des BVB: Wer notgedrungen Entscheidungen trifft, macht nicht selten Fehler. Dortmund hat vorgesorgt. Die Bayern aber müssen im Sturm noch was tun. Es sollte niemanden verwundern, wenn in den nächsten Tagen oder Wochen Personalentscheidungen veröffentlicht werden, um die drängelnde Öffentlichkeit eines Besseren zu belehren. Erst dann sollte man sein Urteil fällen. Unterschätzt bloß Uli Hoeneß nicht. 
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