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Beben auf Schalke: Manager und Stürmer gefeuert

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Als 1860 München sich seinerzeit von Präsident Karl-Heinz Wildmos
 

Fever Pit’ch

25. November · Ausgabe #466 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Als 1860 München sich seinerzeit von Präsident Karl-Heinz Wildmoser, dem starken Mann im Verein, emanzipierte und lossagte, hatte ich 2004 so eine Vorahnung, was mit dem damaligen Erstligisten passieren würde. Tatsächlich stiegen die Löwen ab, kamen nie mehr zur Ruhe und kehrten nie zurück.
Es gibt Vereine, die brauchen einen, der die Richtung unmissverständlich vorgibt. 1860 gehört dazu, der 1. FC Nürnberg und vermutlich auch Schalke 04. Seit der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies weg ist, man muss es so sagen, fehlt derjenige auf Schalke, der Orientierung gibt.
Ganz sicher hat Tönnies dazu beigetragen, dass die Not groß ist. Die Probleme auf Schalke wären mit ihm sicherlich nicht kleiner. Der Unterschied ist wohl: Tönnies, ein milliardenschwerer Unternehmer, der Krisen kennt, hätte kraft seiner Persönlichkeit Lösungswege aufgezeigt.
Lösungswege sind bei seinem Nachfolger aktuell nicht zu erkennen. Kurzer Test: Wer kennt den Namen des Tönnies-Nachfolgers? Eben. Man sieht ihn nicht, man hört ihn nicht, man spürt ihn nicht. Das meine ich mit Orientierung: Keiner gibt den Weg vor. Jens Buchta ist unsichtbar.
Vereine tun sich immer schwer, wenn Kakophonie in den Gremien die Nerven belastet. Aber ganz ohne Pieps aus der Führungsetage: Das kann die Masse an Fans, die einen Traditionsverein begleiten, enorm verunsichern. Ein bisschen Tönnies darf und muss ein echter Schalke-Boss schon sein.
Einen erleuchteten Mittwoch wünscht
Euer Pit Gottschalk

Beben auf Schalke: Manager und Stürmer gefeuert
Ende keiner Zusammenarbeit
Ende keiner Zusammenarbeit
Schalke 04 und Michael Reschke trennen sich
Von Alex Steudel
Normalerweise funktionieren Krisen anders. Ein Klub, der schlecht spielt, fängt meistens irgendwann wieder damit an, besser zu spielen. Man kennt das ja: In der Regel hat es mit einem neuen Trainer oder heftigen Spielerkäufen zu tun. Bei Schalke 04 gab’s sowas nicht. Und egal, was der Klub in den vergangenen Monaten ansonsten veranstaltete - es ging immer nur bergab.
Jetzt versucht Schalke was ganz Neues: Es zerlegt sich selbst. Gestern gab es ein Gemetzel, gegen das eine Folge Game of Thrones Sesamstraße ist.
Wäre Schalke ein Auto und müsste zum Tüv, der Prüfer würde sich vermutlich totlachen und den Wagen nicht mehr rausrücken. Die Karre ist durchgerostet, hat kein Licht und keine Bremsen – Fehlinvestitionen, riesige Schulden und Personal mit fragwürdigen Fähigkeiten haben zur vorübergehenden Stilllegung geführt.
Seit 24 Spielen (genauer gesagt: zehn Monaten und acht Tagen) warten sie in Gelsenkirchen jetzt auf einen Sieg in der Bundesliga. Der größte Triumph der jüngeren Vereinsgeschichte war das 4:1 kürzlich im DFB-Pokal, Runde eins - gegen Schweinfurt. Es läuft so schlecht beim Vizemeister 2018, dass ich befürchte, sogar Cristiano Ronaldo in Königsblau träfe nach Vertragsunterzeichnung nur noch die Pfosten.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Und dann die Chefs. Sportvorstand Jochen Schneider ist neu auf Schalke und wirkt angespannt. Michael Reschke, sein Technischer Direktor, galt schon immer als ziemlich schwieriger Typ. Bei seiner letzten Station in Stuttgart hatte er Kommunikationsprobleme, und die gab es jetzt auch mit Schneider, weshalb Reschke gestern gehen musste.
Mein Verdacht: ein Ablenkungsmanöver. Soweit ich weiß, können neue Technische Direktoren eine sportliche Talfahrt nämlich nicht übers Wochenende stoppen. Schalke braucht Kurzfristiges.
Schalke ist eine Gesamt-Störung
Schalker Zerfleischung
Und Trainer Manuel Baum? Ein Fall für sich. “Mein Bestreben ist es, Spieler weiterzuentwickeln, die Ausbildung von Talenten und Trainern mitzugestalten (…) und auch persönlich hinzuzulernen”, sagte er bei seinem Amtsantritt als Trainer der deutschen U20. Das war vor einem Jahr. Diesen Juli übernahm er die U18 des DFB. Aber das Bestreben, Talente weiterzuentwickeln, hatte nur noch 91 Tage Bestand – dann überkam ihn plötzlich und persönlich das Gefühl, genug hinzugelernt zu haben; er ließ den deutschen Nachwuchs Nachwuchs sein, um Schalker zu werden.
Auf Schalke zeigt sich jetzt, dass er wohl doch nicht genug persönlich hinzugelernt hat. Seine Spieler lassen sich weder gestalten noch weiterentwickeln. Ihre Weiterentwicklung besteht lediglich darin, dass ihnen gesagt wird, dass sie gehen müssen – wie etwa gestern Vedad Ibisevic. Amine Harit und Nabil Bentaleb bekamen erstmal einen eigenen Trainer. Ob’s hilft?
"Bin entschlossener denn je"
Wo ist das Popcorn, bitte?
Die Schalker Spieler tanzten zuletzt nicht übers Feld, sondern auf Baums Nase herum und sind unkontrollierbar geworden. Siehe Aufstand in der Kabine beim Wolfsburg-Spiel. Siehe Ibisevics Streit mit Co-Trainer Naldo. Siehe Jammerattacke von Mark Uth vor laufender Kamera.
Machen wir uns nichts vor: Das wirft kein gutes Licht auf Baum. Beim FC Schalke 04 stimmt einfach gar nichts mehr. Da hilft nur noch Generalinstandsetzung, und dazu braucht’s eine starke Hand. Ja, das klingt nach Klischee, doch im Fall Schalke stimmt das Klischee.
Gestern versuchten sich Schneider und im Hintergrund Baum erstmals im Starksein. Ich bin mir nicht sicher, ob das reicht oder hilft oder nur Aktionismus war. Ex-Oberchef Clemens Tönnies, der die Rolle womöglich authentischer ausfüllen könnte, ist jedenfalls (zum Glück, aber das ist ein anderes Thema) von der Bildfläche verschwunden.
Am Samstag hat Schalke übrigens den nächsten Tüv-Termin. In Mönchengladbach. Das kann ja heiter werden.
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