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Bei Borussia Dortmund läuft grundsätzlich etwas falsch

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Irgendwann habe ich an dieser Stelle geschrieben, dass die Corona
 

Fever Pit’ch

18. Juni · Ausgabe #394 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Irgendwann habe ich an dieser Stelle geschrieben, dass die Coronapause kuriose Ergebnisse in der Bundesliga erzeugen wird. Das 0:2 von Borussia Dortmund gegen Mainz 05 ist eines davon. Beim Fever Pit'ch Tippspiel bin ich inzwischen ins Niemandsland abgerutscht (irgendwo auf Platz 75).
Die Achterbahnfahrt bei den Resultaten wird ein paar Tage weitergehen, bevor am letzten Juni-Wochenende die Saison endet. Ganz gespannt werde ich auf den FC Bayern schauen. Die Uefa hat gestern entschieden, dass die Champions League im August fortgesetzt wird. Das hat Konsequenzen.
Nach dem Pokalfinale am 4. Juli hat der Meister vier Wochen Zeit, sich auf das Achtelfinal-Rückspiel gegen Chelsea vorzubereiten. Die Begegnung wird womöglich nicht ganz fair verlaufen. Die Deutschen haben bis dahin Pause - die Engländer dagegen re-starten erst jetzt ihre Saison und spielen länger.
Man kann nicht mit Bestimmtheit sagen, in welcher Verfassung die Bayern in der Königsklasse auftreten werden und können. Niemand kennt so eine Situation. Was Trainer sagen, ist: Man braucht zu Saisonbeginn immer einige Spiele, um Tritt zu fassen. Diese Zeit wird Bayern nach der Pause nicht haben.
Fair ist das gewiss nicht. Und doch gibt es keine Alternative. Alle Welt war froh, dass die Bundesliga den Re-Start so früh gewagt hat und zum Vorbild für alle anderen Ligen aufstieg. Nun muss Bayern die vier Wochen irgendwie überbrücken. Ein Tippspiel starte ich wohl besser nicht.
Einen königlichen Donnerstag wünscht
Euer Pit Gottschalk
In eigener Sache
Über die Bayern-Dominanz in der Bundesliga und die Folgen für die Auftritte in der Champions League diskutieren wir heute im Sport1 Doppelpass. Zu Gast bei Thomas Helmer ab 20.15 Uhr: u.a. Andreas Rettig und Stefan Effenberg.

Borussia Dortmund: Das 0:2 ist eine Frechheit
BVB vorgeführt und frustriert BVB vorgeführt und frustriert
Von Pit Gottschalk
Abendspiel, Flutlicht, dazu eine unübersehbare Personalüberlegenheit: Fast 600 Mio. Euro soll der Kader von Borussia Dortmund wert sein. Wie kann so eine Mannschaft gegen einen Abstiegskandidaten wie Mainz 05 (Marktwert 120 Mio. Euro) lethargisch untergehen? Das 0:2 ist eine Frechheit und erinnert an das 3:3 gegen Paderborn in der Hinrunde: Es gibt kein Rezept, wenn der Gegner Leidenschaft auf dem Rasen zeigt. Der BVB hat keine.
Wenn man also in regelmäßigen Abständen eine Sehnsucht nach Ex-Trainer Jürgen Klopp feststellt, dann liegt die Begründung genau in diesem Punkt: Er zeigte und provozierte Leidenschaft, die ein Verein wie Borussia Dortmund zur echten Liebe braucht. Es kann keine Ausrede sein, dass das Publikum im Signal Iduna Park fehlte. Mainz 05 hatte auch keins. Der zweite Tabellenplatz darf kein Trost sein, dass es zur Meisterschaft nicht reichte.
Eher muss man die Frage stellen: Kommen die Worte der Vereinsbosse nicht mehr bei den Spielern an, wenn sie Platz 2 und damit maximale Fokussierung im vorletzten Heimspiel der Saison einfordern? Schon am Wochenende war der Sieg in Düsseldorf das Resultat glücklicher Umstände und nicht die Folge zelebrierter Spielkunst. Die Luft ist raus, seit Bayern die Meisterschaft für sich entschieden hat. Den Borussen fehlt der Charakter zur Trotzreaktion.
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In dieser Saison kommt man bei Borussia Dortmund immer wieder an den Punkt, dass es an der Einstellung zum Beruf mangelt. Mal sind es die scheinbar nebensächlichen Schludrigkeiten, die Disziplin im Team einzuhalten. Mal die mutlosen Auftritte, sobald ein Spiel an Bedeutung gewinnt. Über beide Schwächen täuscht die phasenweise brilliante Spielweise nicht hinweg. Irgendetwas stimmt nicht an der Mannschaft.
Ja, die Diagnose führt zwangsläufig zum Trainer. Lucien Favre, gewiss ein Fachmann in Taktikdingen, vermittelt bei keinem einzigen Auftritt die Entschlossenheit, wie sie Spitzenteams in ihrer Testosteron gesteuerten Welt ausstrahlen. Sogar Mainz 05, Abstiegskandidat, redete er vorher noch zur nationalen Supermacht hoch. Dass er sich mit dem Verlust von drei Punkten bestätigt fühlen darf, ist ein schlechter Witz.
Borussia Dortmund hat am Saisonende drei Optionen. Die erste: Ein Weiter-so mit Trainer und Mannschaft - darauf hoffend, dass sich alles aufs höhere Niveau einpendelt. Die zweite: Ein neuer Trainer - und das Bekenntnis einer verlängerten Eingewöhnungszeit. Die dritte: Spielertausch - mehr Stabilität in der Abwehr, mehr Mumm ins Mittelfeld. Jeder einzelne Option birgt ein eigenes Risiko. Am Ende läuft jede auf die Trainerfrage hinaus. Trotz Platz 2.
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