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Biedere Bayern: Arsène Wenger, bitte melden!

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Ein wenig schmunzeln musste ich schon, als ich die neuesten Schla
 

Fever Pit’ch

7. November · Ausgabe #278 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Ein wenig schmunzeln musste ich schon, als ich die neuesten Schlagzeilen zum FC Bayern gelesen habe. Arsène Wenger soll der richtige Trainer für die darbende Truppe beim Rekordmeister sein. Fever Pit'ch Leser wissen das schon länger. Als der Newsletter auf den Tag genau vor einem Jahr loslegte, war eine Wenger-Geschichte der Aufmacher. Die Überschrift: “Bayern braucht einen Trainer wie Wenger”. Manche Botschaften kommen etwas später als erwartet an. Aber deswegen müssen sie nicht falsch sein.
Einen französischen Donnerstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Biedere Bayern: Arsène Wenger, bitte melden!
2:0 gegen Piräus! Hansi Flicks erster Sieg als Bayern-Trainer 2:0 gegen Piräus! Hansi Flicks erster Sieg als Bayern-Trainer
Der Aufritt der Bayern gestern Abend in der Champions League war wirklich sehr beeindruckend: Besser konnte die Mannschaft nicht zeigen, dass sie einen neuen Trainer braucht. Also einen noch neueren als den neuen Interimstrainer Hansi Flick.
Gut, die Bayern hatten beim 2:0 gegen Piräus geschätzte 99 Prozent Ballbesitz (nein, es waren 70) und gefühlte 95 Torchancen (tatsächlich: 27), allerdings nur, weil Olympiakos seinem Namen Ehre machte: Dabei sein war für die Griechen alles, sie stellten sich hinten rein und beteten, dass sie nicht zehn Stück kassieren.
Irgendwie war allen klar, die zusahen: Dass ist nix, kein Neuanfang, hier muss schleunigst ein neuer Mann auf die Bank. Also ein richtiger Trainer mit Format. Arsène Wenger, Deutsch sprechende Arsenal-Legende im Sabbatical, so ist zu lesen, packt ja offenbar fast schon seine Koffer. Zum Glück für Bayern. Denn oft betreten garantiert nicht mehr so dermaßen gelangweilte Gegner den Platz. Und schon gar nicht wird das am kommenden Samstag der Fall sein, wenn in der Liga das Duell gegen die wiedererwachten Mentalitätsmonster aus Dortmund ansteht.
Bayern will mit Arsène Wenger verhandeln
Arsene Wenger spielt auf Zeit
Klar, die Bayern kombinierten gestern unter Reservemann Flick zwar gut und hatten alles unter Kontrolle, Kapitän Manuel Neuer jubelte, weil endlich mal kein Gegentor gefallen war – aber dazu muss man sagen: Was auch immer auf dem Matchplan der Griechen gestanden hatte, Toreschießen war’s nicht. Ansonsten kickte der Rekordmeister, der jetzt immerhin im Achtelfinale steht, wie man das halt zuletzt von ihm kannte, kontrolliert roboterhaft gut, null inspiriert, da war kein Kampfgeist, da ging kein Ruck durchs Stadion. Und Philippe Coutinho, der potentielle 100-Millionen-Mann, saß auf der Bank, damit Thomas Müller seine Minuten bekommen konnte.
Die Stimmung war entsprechend, erschütternderweise: Anstatt die Hölle losbrechen zu lassen beim Neuanfang nach der Entlassung von Niko Kovac, wirkte es zwischendurch, als würden die Fans in der Allianz-Arena die ganze Zeit im Stadionmagazin blättern. Sehr eigenartig, das alles. Selten war besser zu erkennen als gestern Abend, dass da ein Team mit großem Potenzial spielt, das echte Führung braucht, Strategie, Konzept und – ja: Mentalität.
Das alles konnte der Mannschaft ja in solchen Situationen früher einer wie der Dauersonderbeaufragte der Bayern, Jupp Heynckes, blitzschnell injizieren. Der 74-Jährige hat darauf aber keine Lust mehr, dafür umso mehr womöglich Wenger – und der ist ein echter Youngster im Vergleich zu Heynckes: Der Franzose wurde im Oktober 70 Jahre alt.
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