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Borussia Dortmund: Das Risiko mit Mats Hummels

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Bei unserer kleinen Umfrage drüben im Facebook-Newsroom kam herau
 

Fever Pit’ch

17. Juni · Ausgabe #177 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Bei unserer kleinen Umfrage drüben im Facebook-Newsroom kam heraus, dass die Mehrheit den Fever Pit'ch Newsletter weiterhin um 6.10 Uhr erhalten und gerne einmal pro Woche einen etwas längeren Podcast hören möchte. Daran werde ich mich halten. Eine Belohnung fürs Weiterempfehlen wollen die meisten, die an der Umfrage teilnahmen, nicht haben - sie würden für den Newsletter auch so werben. Das freut mich natürlich. Aber daran werde ich mich nicht halten. Wer nachweislich fünf neue Newsletter-Abonnenten überzeugt, kommt in die Verlosung zu einem Länderspiel-Besuch: wahlweise am 6. September in Hamburg gegen die Niederlande oder am 9. Oktober in Dortmund gegen Argentinien. Einmal Lionel Messi sehen: Dafür lohnt sich das Weiterempfehlen von Fever Pit'ch doch, nicht wahr?
Einen angestachelten Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Borussia Dortmund: Das Risiko mit Mats Hummels
Drei Jahre spielte Mats Hummels im Bayern-Trikot. Aber jetzt lockt ihn der BVB. Foto: Imago Images / Sven Simon
Der Hummels-Plan spaltet die Dortmunder Fanszene
Kommenden Freitag wird Hans-Joachim “Aki” Watzke 60 Jahre alt. Wenn alles so kommt, wie er das geplant hat, macht der BVB-Geschäftsführer sich selbst mit der Rückkehr seines Lieblingsspielers Mats Hummels das schönste Geschenk.
Drei Jahre ist es jetzt her, dass der Abwehrchef von Borussia Dortmund zu Bayern München gewechselt ist. Der Kontakt ist nie abgebrochen. Er wusste immer, wie sehr ihn die Bosse beim BVB vermissten. Und umgekehrt, dass ihn die Bundesliga-Dominanz langweilte.
Den Preis wird man schnell taxieren können. Die Adhoc-Meldung an der Börse erfolgt, sobald die Ablösesumme mehr als 20 Mio. Euro beträgt. Doch selbst wenn die Ablöse tiefer liegt: Borussia Dortmund geht mit der Hummels-Verpflichtung ein großes Risiko ein.
Nicht jede Rückholaktion brachte den erwünschten Erfolg Nicht jede Rückholaktion brachte den erwünschten Erfolg
Vor allem finanziell. Der Deal wiegt schwer. Die Eckpunkte: geschätzte 21 Mio. Euro Ablöse plus 10 Mio. Euro Jahresgehalt für einen Dreijahresvertrag - macht in Summe 51 Mio. Euro oder jährlich 17 Mio. Euro. Selbst wenn die Summe etwas tiefer liegt: Das Investment wäre enorm.
Anders gefragt: Wie viele Tore müsste Hummels verhindern, um dieses Investment wieder einzuspielen? Die Wertsteigerung beim Weiterverkauf ist quasi ausgeschlossen. Einen Innenverteidiger in diesem Alter wird man schwerlich gegen Geld los. Doch das ist nur ein Nebenaspekt.
Hummels, bis 2016 Kopf der Mannschaft, kehrt ganz sicher nicht als Mitläufer zurück. Er war zuletzt Kapitän und wird ein Wörtchen mitreden wollen. Man fragt sich: Was werden wohl Marco Reus und Axel Witsel dazu sagen, die inzwischen das Kommando führen?
Noch längst keine Einigung zwischen Bayern und BVB Noch längst keine Einigung zwischen Bayern und BVB
Sportdirektor Michael Zorc hat ihnen die Mannschaft mit drei frischen Kräften aufgepeppt (mit Thorgan Hazard, Julian Brandt und Nico Schulz), damit sie gemeinsam die immer noch junge Truppe zu Titeln führen. Im ersten Jahr gelang ihnen der Coup nur ganz knapp nicht.
Nun bekommen die zwei und der dritte Anführer Thomas Delaney das Signal: Da fehlt noch einer mit Erfahrung und Eigenverantwortung. Sportlich mag das stimmen. Manuel Akanji und Abdou Diallo spielten keine überzeugende Rückrunde, als es darauf ankam.
Aber ob das jetzt öffentlich vorgetragene Misstrauensvotum dazu beiträgt, dass die beiden stabiler stehen? Und nicht zu vergessen: Bundestrainer Joachim Löw hat Hummels nicht aussortiert, weil er blöd ist; er wollte ein Abwehrzentrum mit Zug und Zukunft.
Dortmunder Planspiele mit Mats Hummels sind nicht neu Dortmunder Planspiele mit Mats Hummels sind nicht neu
Nostalgische Argumente bei Rückholaktionen sind dem BVB durchaus Tradition. Nuri Sahin, Shinji Kagawa und Mario Götze - die einstigen Helden des Vereins kehrten irgendwann gerne heim. An die alte Klasse konnte keiner anschließen. Und wenn doch, dann zeitverzögert.
Merkwürdig ist der Schwenk in der Personalpolitik allemal. Die Bayern verjüngen ihre Abwehr (für insgesamt 105 Mio. Euro), die Dortmunder heben den Altersschnitt in der Verteidigung. Das muss an sich nichts Schlimmes sein. Aber es ist nicht unbedingt konsequent.
Der Anhang auf der Südtribüne wird seine Vorbehalte vergessen haben, sobald Mats Hummels seine ersten gelungenen Aktionen auf dem Rasen zeigt. Blut ist dicker als Wasser. Fast ein Jahrzehnt lang war er Liebling der Fans. Auch das vergisst man nicht.
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