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Bundesliga besser oder schlechter als die Premier League?

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Eine TV-Empfehlung möchte ich für Sonntag loswerden. Bayern-Präsi
 

Fever Pit’ch

23. Februar · Ausgabe #86 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Eine TV-Empfehlung möchte ich für Sonntag loswerden. Bayern-Präsident Uli Hoeneß wird bei Thomas Helmer im Doppelpass zu Gast sein. Mit in der Runde: Sport1-Chef Olaf Schröder sowie die Sportjournalisten Marcel Reif, Alfred Draxler, Peter Heß - und ich. Um 11 Uhr geht’s auf Sport1 los. Heute werde ich mir das Bayern-Heimspiel gegen Hertha BSC in der Allianz-Arena ansehen. Uli Hoeneß möchte ich nicht unvorbereitet begegnen.
Ein ausgewogenes Wochenende wünscht euch
Euer Pit Gottschalk

Besser oder schlechter als die Premier League?
Der Bundesliga droht ein Horror-Szenario Der Bundesliga droht ein Horror-Szenario
Lorenz Baader ist ein bekannter Sportfotograf und bekennender Fußballfan seit Jahrzehnten. Was er zur Bundesliga zu sagen hat, passt nun gar nicht zu der Stellungnahme, die gestern von der Deutschen Fußball-Liga verbreitet wurde. Zu ihrem Sportreport schrieb die DFL in Superlativen von der “torreichsten, jüngsten und zuschauerstärksten Spielklasse” in Europa.
“Ich schaue mir jedes Wochenende zwei bis drei Live-Spiele der Premier League an und nicht nur Spiele der Top 6”, antwortete Lorenz Baader auf den Aufruf gestern in Fever Pit'ch. “Es ist sicher nicht jedes Spiel top. Aber für mich als neutralen Fan gibt es keinen Grund, warum ich mir die langweilige und vollkommen überbewertete Bundesliga anschauen sollte.”
Kritiker wie der 65-jährige Lorenz Baader bekamen in den vergangenen zehn Tagen ihre Argumente frei Haus geliefert. Von den ersten drei Duellen im Achtelfinale der Champions League gewann die Premier League zwei gegen die Bundesliga; das dritte Spiel, FC Liverpool gegen FC Bayern, endete unentschieden 0:0. Doch die Ergebnisse sind es nicht allein.
Die DFL-Grafik zeigt in Prozent, wie viele einheimische Spieler und A-Nationalspieler die jeweilige Top-Liga hat. Weitere Fakten aus dem Sportreport bekommt man mit einem Klick auf die Grafik. Datenquelle: Opta
Die DFL-Grafik zeigt in Prozent, wie viele einheimische Spieler und A-Nationalspieler die jeweilige Top-Liga hat. Weitere Fakten aus dem Sportreport bekommt man mit einem Klick auf die Grafik. Datenquelle: Opta
Sportreport 2019: Das Wichtigste im Überblick
Zehn Punkte führt Lorenz Baader an, die ihm die Premier League attraktiver als die Bundesliga erscheinen lassen. Jeder Punkt reizt zu Diskussionen:
  1. Schiedsrichter unterbrechen den Spielfluss wegen kleiner Fouls nicht und lassen das Spiel dadurch mehr laufen.
  2. So gut wie keine Schwalben und keine weinerlichen Simulanten.
  3. Das Spiel geht weiter, wenn ein vermeintlich verletzter Spieler am Boden liegt.
  4. Viel weniger Lamentieren und Reklamieren.
  5. Weniger Gelbe Karten und noch weniger Rote Karten. Zumindest gefühlt.
  6. Keine dummen, immer gleichen Fangesänge über 90 Minuten. Dadurch hörbares Staunen oder Applaus bei gelungenen Aktionen.
  7. Längere Nachspielzeit. Fünf bis sieben Minuten sind keine Ausnahme.
  8. Kein gefährliches Pyro-Feuerwerk auf der Tribüne.
  9. Keine nichtssagenden Spieler-Interviews nach Spielende auf dem Platz.
  10. Gottseidank noch kein Video-Assistent - leider ab nächster Saison.
Die Bundesliga argumentiert anders. In einer Präsentation, die Fever Pit'ch vorliegt, werden die fünf Top-Ligen in Europa anhand eines Zahlenwerks miteinander verglichen. Spannung und Spielfluss als Qualitätskriterium: Auch so kann man gefühlter Unterlegenheit einen Argumentationsstrang entgegensetzen.
Jung und torreich - und ständig unter Druck
Zum Beispiel die Tabelle. Die DFL erkennt eine höhere Ausgeglichenheit in ihrer höchsten Spielklasse. Die Punktdifferenz zwischen Platz 1 und 2 (drei Punkte), zwischen Europa-League-Platz und Platz 10 (vier Punkte) sowie zwischen dem letzten Platz und Klassenerhalt (fünf Punkte) ist meistens tatsächlich geringer als in England und Spanien, Italien und Frankreich.
3,1 Tore fallen bei einem Bundesliga-Spiel im Schnitt. Nur 2,5 in Spanien und 2,8 in England. Die Zahl der Torschüsse (27 pro Spiel) ist nur, man staune, in Italien höher. Der Anteil von Toren aus dem Spiel heraus (76,6 Prozent) und von Stürmern (52,2 Prozent) war in fünf Jahren nie höher als 2018/19. “Die Bundesliga setzt auf spielerische Mittel”, meint die DFL.
Ist die Bundesliga also besser als ihr Ruf? “Bei uns nehmen wir die Bundesliga manchmal als kleiner wahr, als sie ist - vielleicht weil sie für viele ein selbstverständlicher Begleiter durchs Leben geworden ist”, hatte DFL-Sprecher Ende Januar auf dem Sportbusiness-Kongress Spobis in Düsseldorf verlautbart. Die Premier League dagegen: nur ein Modetrend?
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Bleiben wir bei den Fakten. Keine Fußball-Liga der Welt hat mehr Zuschauer als die Bundesliga, wie die DFL betont: Im Schnitt 42.217 pro Spiel. Frankreich hat mit 22.214 Zuschauern auch nur wenige mehr als die 2. Liga in Deutschland (19.339), und England kommt auf 37.980. Aber was sagen Zuschauerzahlen schon aus?
Was die Zukunft betrifft, ist eine andere Zahl aussagekräftiger. Seit 2002 sank das Durchschnittsalter der Erstliga-Lizenzspieler in Deutschland (aktuell sind es 552 in Summe) von 27,12 auf 24,72 Jahre. Das kann ja nur bedeuten: Die Bundesliga wird zur Ausbildungsliga. Zu viele Fußballer in der besten Karrierephase, also ältere und erfahrene, spielen im Ausland.
Mit seiner Fünfjahreswertung zeichnet der Fußballverband Uefa ein vergleichsweise faires Bild vom Leistungsstand im europäischen Fußball. Platz 1: Spanien. Platz 2: England. Platz 3: Italien. Platz 4: Deutschland. Dort liegt die Wahrheit: Wenn die Bundesliga-Klubs mit ihren Umsatzrekorden nicht mal den Sprung aufs Treppchen schaffen, liegt etwas mehr im Argen.
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Pit Gottschalk
Sein Grinsen danach ist göttlich https://t.co/Csb2b2P73y
6:55 PM - 22 Feb 2019
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