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Bundesliga: Die erste Trainer-Entlassung seit Re-Start

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Wie aufmerksame Fever Pit'ch Leser längst wissen, lassen wir beim
 

Fever Pit’ch

10. Juni · Ausgabe #388 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Wie aufmerksame Fever Pit'ch Leser längst wissen, lassen wir beim SPORT1 Doppelpass mittlerweile Zuschauer am Sonntagmorgen zu - als Papp-Fan in unserem Dopa-Studio am Airport-Hotel Hilton in München. Der Spaß kostet 25 Euro und kommt einem guten Zweck zugute: Jeder Euro wandert in unser Phrasenschwein und wird am Saisonende gespendet. Wir erwähnen noch in der Sendung live die Namen der Unterstützer, und mit etwas Glück zeigt die TV-Kamera sogar das Foto des Spenders, wenn Thomas Helmer moderiert.
Für jede Sendung werden exakt hundert Tickets verkauft. Weil die ersten beiden Sendungen ausverkauft waren, kamen so in Summe 5000 Euro ins Phrasenschwein. Kommenden Sonntag folgt der dritte Streich: Inzwischen sind schon wieder 48 Sitzplätze für Papp-Fans verkauft. Bleiben 52. Wer in den Doppelpass will, darf das unter diesem Link hier tun - bitte klicken! Man kann übrigens wählen: ob man das Phrasenschwein füllen möchte oder seinem Heimatverein unterstützen will. Das steht alles auf der Website.
Einen pappigen Mittwoch wünscht
Euer Pit Gottschalk

Bundesliga: Die erste Trainer-Entlassung seit Re-Start
Trainer Alfred Schreuder
Trainer Alfred Schreuder
TSG Hoffenheim trennt sich von Alfred Schreuder
Von Tobias Schwyter
Welch großer Schatten ein beliebter und charismatischer Vorgänger hinterlässt, davon kann so mancher Bundesligatrainer ein Lied singen. Man braucht nur bei Thomas Tuchel oder Lucien Favre nachzufragen, schließlich wird Jürgen Klopp auch fünf Jahre nach seinem Abgang bei Borussia Dortmund wie ein Heiliger verehrt. Läuft es sportlich nicht, dauert es nicht lange, bis die Vergleiche kommen.
Auch in Hoffenheim kämpfte Alfred Schreuder mit solch großen Fußstapfen. Sein Vorgänger Julian Nagelsmann hatte die TSG in die Champions League geführt, auch Europa League spielten die Kraichgauer unter dem Trainer-Jungstar. Zudem bescherte der launige Nagelsmann dem Dorfverein landesweit Aufmerksamkeit. Der ruhige, sachliche Schreuder ist in Hoffenheim auch daran gescheitert, aus dem Schatten seines Vorgängers zu treten.
Wenn es tatsächlich so große Differenzen und Meinungsverschiedenheiten mit der Klubführung über die weitere Strategie gab, ist eine Trennung zwar nur konsequent und richtig. Die Verantwortlichen können nun auf die Suche nach dem “neuen” Nagelsmann gehen - der “Glückliche” muss sich aber von vornherein bewusst sein, welch große Fußstapfen es im Kraichgau immer noch auszufüllen gilt.
Tobias Schwyter ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
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Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Schweini, der Unvollendete
Von Alex Steudel
Ich habe die neue Schweinsteiger-Doku mit gemischten Gefühlen eingeschaltet. Auf der einen Seite mag ich Bastian Schweinsteiger. Er war einer der besten Fußballer, die Deutschland hervorgebracht hat, und als ich ihn vor einigen Jahren kennenlernte, war er mir auch persönlich sehr sympathisch, was ich nicht von allen Fußballern behaupten kann. Ich erinnere mich, dass ich ihm die tolle Doku “More than a Game” über Basketball-Superstar LeBron James empfahl, und hörte danach, er habe sie sich wohl auch angesehen.
Ja, ich finde Schweinsteiger großartig, so geht es ja den meisten Deutschen. Champions League mit dem FC Bayern gewonnen, Weltmeister geworden, was will man mehr? Gute Sprunghöhe für eine Doku also. Eigentlich.
Meine gemischten Voreinschaltgefühle hatten damit zu tun, dass die Schweini-Doku von Til Schweiger produziert worden ist und ich den von Schweiger-Werksqualität weitest entfernt möglichen Filmgeschmack habe. Das soll kein Vonobenherab sein, ich persönlich finde eben andere Filme viel besser. Ich mache es mit Schweiger-Filmen so, wie Johnny Depp es mit den Filmen, in denen er selbst mitspielt, auch macht, wie er mal David Letterman verraten hat: Akzeptieren, dass es sie gibt, aber niemals angucken.
Aber sei’s drum, dachte ich, es geht um Schweini, und Til Schweiger ist ja nur Produzent und nicht Regisseur (als würde das einen Unterschied machen, aber okay). Ich habe die fast zweistündige Doku auf Amazon Prime also angesehen und war doch ein bisschen enttäuscht.
Meine Enttäuschung hat auch damit zu tun, dass Fußballdokus seit Corona zu meinem ständigen Begleiter geworden sind. Ich habe in der Fußballpause Dutzende angesehen, ich bin also selbsternannter Experte auf diesem Gebiet und kann durchaus behaupten: Es gibt ganz, ganz viele ganz wunderbare Sportdokus.
Out of Oberaudorf Out of Oberaudorf
Vielleicht liegt hier ja der Zweiohrhase begraben: Die Schweiger-Doku ist keine Schweiger-Doku, sondern eine Aneinanderreihung von Zitaten aller möglichen Leute, dazu ein paar mehr oder weniger echt wirkende Einschübe, ziemlich viel Musikgedudel im Hintergrund und dazu einige schöne Spielszenen, die in mindestens einem Fall auch noch nachvertont wurden.
Als Mario Götze im WM-Finale 2014 den Ball annimmt und aus der Drehung ins Tor schießt, macht es “Fumpp”, obwohl keine einzige Originalquelle “Fumpp” macht. Ich nenne so etwas Effekthascherei, es ist unnötig und macht einen misstrauisch: Wenn schon eine Szene, die jeder kennt, verfälscht wurde, wie verhält es sich dann wohl mit all den anderen Szenen?
Ab und zu sehen wir nämlich ebenfalls eher gestellt wirkende, echte Momente aus Schweinsteigers Leben. Zum Beispiel, als der heute 36-Jährige mit seiner Frau Ana Ivanovic, der früheren Nummer eins im Tennis, ein Tennismatch bestreitet und sich ständig witzelnd über den Bodenbelag auslässt. Zufällig ist da der Papa dabei, wie das eben so ist, wenn Ehepaare Tennis spielen. Diese Tennis-Sequenz wird in dem Film so oft aufgegriffen, dass man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, irgendjemand muss gedacht haben, es könnte eventuell nicht viel mehr Erzählenswertes gegeben haben in Schweinis Leben. Dabei ist natürlich genau das Gegenteil der Fall.
Die wirklichen, die echten, neuen und guten Momente sind selten und nur kurz eingestreut. Als wir Schweini bei der eigenen Hochzeit mit den Tränen kämpfen sehen, ist das schön, aber noch ehe die erste Träne kullert, kommentiert schon wieder irgendwer, auf einem Stuhl im Studio oder Hotelzimmer sitzend, das Geschehen.
Honig im Fuß Honig im Fuß
Nein, Schw31ns7eiger: Memories – Von Anfang bis Legende ist trotz des Titels kein Sudoku, aber es ist auch keine Doku, das ist einfach ein okayer Film. Denn natürlich ist es unterhaltsam, sich alles noch mal anzusehen; die Tore, die Erfolge, die Frisuren. Auch wunderbar, dass Papa Schweinsteiger seinen kleinen Sohn früher dauernd gefilmt hat beim Skifahren und Kicken – aber hätte man damit wirklich die halbe Doku vollstopfen müssen?
Spannendes aus dem interessanten Mittelteil des Schweinsteiger-Lebens, Zeitdokumente, die keiner kannte, dieses berühmte “Hinter verschlossenen Türen”, das Dokus ausmacht, das Beleuchten kritischer Situationen – all das fehlt dem Film an zu vielen Stellen, und er versucht diesen Mangel mit Zitaten von (größtenteils interessanten) Wegbegleitern auszugleichen.
Als Ex-Manager Uli Hoeneß am Ende erzählt, dass es ihm im Knast den Boden unter den Füßen wegzog, als Schweinsteiger den WM-Titel holte, ist das zwar ein schöner Moment, aber auch hier erfahren wir zu wenig, es bleibt alles Oberfläche.
Wie war das Verhältnis zu Hoeneß? Welche Rolle spielte Schweini, als Ballack aus dem DFB-Team gedrängt wurde? Wie wurde er am Ende seiner Karriere Innenverteidiger? Wie war sein Verhältnis zu Trainer Mourinho, der ihn bei ManU aussortierte? Wie lernte er seine Ana genau kennen? Und war da nicht eine Sarah? Was genau hat Schweini zum Sprachrohr von Jogi Löw gemacht? Wer waren seine Freunde im Team … und, und, und. Müsste ich eine vollständige Liste der Fragen anfertigen, die die Schweini-Doku zu beantworten vergessen hat, würde das hier eine sehr lange Kolumne.
Was wir aber sehr wohl und auch ausführlich erfahren: Dass Til Schweiger eine riesige Rolle im Leben des Fußballers Bastian Schweinsteiger gespielt haben muss. Er ist nämlich ganz schön oft zu sehen.
Alle mal herhören!
Micky Beisenherz mit Maik Nöcker und Lucas Vogelsang
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Micky Beisenherz packt aus: Sein Besuch beim Doppelpass
Alle mal herschauen!
Geheimsache Pillenknick Geheimsache Pillenknick
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