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Bundesliga: Die sechs Gewinner und vier Verlierer der Hinrunde

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Ich habe lange mit mir gerungen, ob der Tod von Christian Gentner
 

Fever Pit’ch

17. Dezember · Ausgabe #38 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Ich habe lange mit mir gerungen, ob der Tod von Christian Gentners Vater im Stadion des VfB Stuttgart ein Thema in diesem Newsletter sein soll. Einerseits ist das Thema sehr privat. Andererseits kann ich nicht ignorieren, dass die traurige Nachricht öffentlich thematisiert wird. Am Ende habe ich mich entschieden, nur einen Link zur Stuttgarter Zeitung zu setzen, um den Kollegen vor Ort die Berichterstattung zu überlassen. Ihnen vertraue ich, dass sie mit dem Thema angemessen umgehen.
Ich hoffe auf euer Verständnis.
Euer Pit Gottschalk

Die Gewinner und Verlierer der Bundesliga-Hinrunde
Treffender als Oli Hilbring in seiner Karikatur kann man es wohl nicht ausdrücken. Obwohl Borussia Dortmund die Bundesliga mit neun Punkten Vorsprung anführt und vorzeitig Herbstmeister geworden ist, herrscht Warnstufe Rot beim BVB.
Lucien Favre und der BVB - das passt perfekt
Borussia Dortmund ist Herbstmeister - und keiner soll’s wissen. Axel Witsel, der neue Stratege im Mittelfeld, sagt sogar den erhellenden Satz: “Die Herbstmeisterschaft bedeutet mir nichts.” Das hätten sie wohl gerne beim BVB: Dass über die Favoritenrolle erst gesprochen wird, wenn Trainer Lucien Favre am vorletzten Spieltag mindestens elf Punkte Vorsprung hat.
Beim Wettportal Football Arena sind die Buchmacher einig: Der Deutsche Meister kann im Mai nur Borussia Dortmund heißen. Seit Mitte November weist das Trendbarometer einen deutlichen Rückstand von Rekordmeister Bayern München aus. Natürlich, der BVB muss noch Gefahren überstehen. Aber ignorieren können die Dortmunder ihre Favoritenrolle nicht mehr.
Dienstag und Mittwoch findet der 16. Spieltag statt, ehe am Wochenende die Hinrunde abgeschlossen wird und die 18 Bundesliga-Vereine in die Winterpause gehen (die Rückrunde startet am 18. Januar). Hier eine erste Bilanz mit den sechs Gewinnern und vier Verlierern der Hinrunde. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt die frühe Liste nicht - natürlich nicht.
Die sechs Gewinner der Hinrunde:
  • Niko Kovac: Seine Trainerzeit beim FC Bayern schien abgelaufen. Aber er jammerte nicht, gab sich keine Blöße und überstand das Zwischentief. Die Leute geben nicht ihm die Schuld für den Rückstand auf den BVB, sondern dem Zaudern in der Führungsebene.
  • Paco Alcacer: Das neue Gesicht des BVB. Er steht stellvertretend für neue Typen wie Witsel, Delaney, Diallo und Sancho, die mit Marco Reus den Weg auf Platz eins ebneten. Er sagt nichts Großes und lässt Tore sprechen: elf Stück in zehn Spielen. Das liebt das Ruhrgebiet.
″Die Herbstmeisterschaft bedeutet mir nichts″
  • Ultra-Fans: Man kann ihre Proteste übertrieben und ihre Forderungen anmaßend finden. Tatsache ist: Den Machtkampf mit der Liga haben sie gewonnen. Die ungeliebten Montagsspiele werden abgeschafft. Außer Martin Kind hat kein Boss Mumm zum Widerspruch.
  • Fredi Bobic: Als Eintracht Frankfurt Pokalsieger wurde, schrieb man den Erfolg allein dem Trainer zu. Nicht ihm, dem Sportvorstand. Jetzt erkennt man: Trainerwahl (Adi Hütter) und Kaderplanung sind erneut geglückt. Damit ist belegt, dass Bobic einer der Branchenbesten ist.
  • Der HSV: Die Hamburger fehlen der ersten Liga bei jeder Gelegenheit. Zum Schimpfen, im Abstiegskampf, bei den TV-Quoten. Der einstige Dino erneuert sich in der 2. Liga und sammelt als Herbstmeister Kräfte für die Rückkehr. Inzwischen freut man sich wieder auf ihn.
  • Jörg Schmadtke: Wo immer der Manager anfing, bracht er den Erfolg sofort. In Aachen. In Hannover. In Köln. Und jetzt in Wolfsburg. Aus dem Abstiegskandidaten wurde ein Europacup-Aspirant. Es ist wie bei Bobic: Er ist einer der unterschätzten Bundesliga-Manager.
Die vier Verlierer der Hinrunde:
  • Uli Hoeneß: Seit der Wiederwahl zum Bayern-Präsident tut er so, als sei er nie im Gefängnis gewesen, und will mit überholten Methoden und Sprüchen alte Herrschaftsansprüche stellen. Er übersieht: Ohne ihn lief’s bei Bayern besser. Und ohne ihn hätten sie eSports.
  • Bobby Wood: Er hatte genug vom HSV und wollte unbedingt in der ersten Liga bleiben. Der Stürmer ließ sich an Hannover ausleihen und macht weiter, wo er in Hamburg aufgehört hat - im Abstiegskampf. Er steht stellvertretend für Profis, die ihre Mitschuld nie einsehen.
  • Clemens Tönnies: Mit Christian Heidel als Manager sollte alles besser werden. Dann plauderte er von Unterstützung in sportlichen Fragen und zwang Heidel in Erklärungsnot. Das ist das alte Schalke: Mitreden, wenn man schweigen müsste. Aber es sind ja Wahlen im Frühjahr.
  • Jerome Boateng: Er spielt in der Verteidigung wie eine Flasche leer, aber sieht keinen Anlass für Selbstreflexion. Noch im Sommer kokettierte er mit einem Wechsel ins Ausland. Mangels Alternativen blieb er bei Bayern. Man muss es so sagen: Seine Zeit ist vorbei.
Damit kein Missverständnis aufkommt: Die beiden Listen ließen sich beliebig verlängern. Durch Sebastian Heller, der bei Eintracht Frankfurt an 17 Toren beteiligt war - europaweit war nur Lionel Messi in Barcelona besser (19 Beteiligungen). Oder durch Timo Werner, der bei RB Leipzig seinen fünften Doppelpack in dieser Saison erzielte.
Die Grafik zeigt die 68 Pässe von Axel Witsel gegen Werder Bremen. Der schwarze Pfeil ist der einzige Fehlpass. Grafik: Opta
Überraschend gut ist zum Beispiel auch Axel Witsel. Die Statistiker von Opta haben am Samstag seine Pässe gegen Werder Bremen mitgezählt und herausgefunden, dass 67 von 68 Pässen ihr Ziel erreichten - 98,5 Prozent. Die komplette Wirkungskraft des Belgiers erkennt man erst, wenn man seinen Bewegungsradius auf dem Rasen sieht. Siehe Grafik von Opta.
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