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Bundestrainer Löw muss Mats Hummels zurückholen

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Andreas Brehme erzählte mir am Samstag auf der Frankfurter Buchme
 

Fever Pit’ch

21. Oktober · Ausgabe #264 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Andreas Brehme erzählte mir am Samstag auf der Frankfurter Buchmesse, wie er in den 90er-Jahren den Rücktritt vom Rücktritt gestaltete. Eigentlich sollte 1992 Schluss sein. Der damalige Bundestrainer Berti Vogts wollte nach dem verlorenen EM-Finale gegen Dänemark einen Verjüngungsprozess einleiten und schloss mit dem Weltmeister eine stille Vereinbarung: Sollte Not am Mann sein, würde Brehme in den Kreis der Nationalmannschaft zurückkehren und seine Erfahrung einbringen. So geschah es Ende 1993: Plötzlich war der Hamburger zurück und spielte sogar die WM 1994.
Wenige Tage zuvor hatte Fredi Bobic Ähnliches berichtet. Der Europameister war Ende der 90er-Jahre raus aus der Nationalmannschaft. Aber er kehrte auf Bitten von Rudi Völler zurück, als die Leistung stimmte und Deutschland die Dienste eines zuverlässigen Mittelstürmers brauchte, und traf sofort das Tor wieder. Fast zwei Jahre lang half er aus, bevor er endgültig aufhörte. Grundlage war auch damals ein Männerbündnis mit dem verantwortlichen Trainer beim DFB: Bitte komme zurück, wenn die Personaldecke dünn oder luftig wird. Bobic tat das gerne.
Keine Ahnung, wie ich darauf komme, dass die Erinnerung an die guten Sitten des deutschen Fußballs heute von Belang sein sollten. Eigentlich wollte ich auf die Verlosung von fünf Büchern zur Hall of Fame im Fußballmuseum in Dortmund eingehen. Das jüngste Mitglied in der Ruhmeshalle ist Oliver Kahn mit 50 Jahren. Das Buch im Wert von 49,90 Euro haben gewonnen: Heiko Schmitz aus Bitburg, Karin Walter aus Aschaffenburg, Ralf Stehmann aus Witten, Karl-Heinz Bredlow aus Iserlohn und Andreas Rolfes aus Freiburg. Die Details kommen gesondert. Herzlichen Glückwunsch!
Einen buchstabierten Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Bundestrainer Löw muss Mats Hummels zurückholen
Damals noch zusammen: Mats Hummels mit Niklas Süle. Foto: Imago / Eisenhuth
Damals noch zusammen: Mats Hummels mit Niklas Süle. Foto: Imago / Eisenhuth
Nach Kreuzbandriss bei Süle: Die Hummels-Debatte kommt
Von Pit Gottschalk
Beim Argentinien-Länderspiel kürzlich in Dortmund (2:2) gab es eine schöne Szene, die im BVB-Trainingszentrum in Brackel passierte und vom DFB höchstselbst in Sozialen Medien verbreitet wurde. Mats Hummels, Anfang des Jahres aus dem Kreis der Nationalspieler ausgeschlossen, begrüßte seine früheren Mitspieler bei der DFB-Auswahl aufs Herzlichste.
Für einen kurzen Moment schien der Trennungsschmerz vom Frühjahr verschwunden und  Hummels, inzwischen von Bayern München zu Borussia Dortmund gewechselt, wie niemals fort gewesen. Über Monate hatte Bundestrainer Löw jede Diskussion um die Rückkehr in die Nationalelf unterbunden. Jetzt kann er nicht mehr anders: Er muss darüber nachdenken.
Bisher verfolgte Löw die durchaus nachvollziehbare Logik, dass Niklas Süle seine Rolle als Abwehrchef nur dann lernt, wenn ihm die ältere Generation mit Mats Hummels und Jerome Boateng nicht die notwendige Spielpraxis in Länderspiel verbaut; also mussten sie aufhören. Doch dieses Fortbildungsprogramm wurde am Samstag brutal gestoppt. 
Der Kreuzbandriss beim 2:2 in Augsburg erlaubt Süle allenfalls in fünf bis sechs Monaten ein Comeback. Das wäre so im März oder April. Es ist fraglich, ob er rechtzeitig zur EM 2020, die am 12. Juni beginnen sollen, Fitness und Stabilität erlangt. Es wäre, ganz ehrlich, ein Wunder und eine zu hohe Bürde, die Süle mit dem öffentlichen Zeitdruck zu tragen hätte.
Der Moment, als Niklas Süle sich schwer am Knie verletzt. Foto: Imago / Weber
Der Moment, als Niklas Süle sich schwer am Knie verletzt. Foto: Imago / Weber
"Das ist eine ganz bittere Nachricht"
Im DFB-Kader ist keiner, der seine Position in der Innenverteidigung mit der gleichen Geschwindigkeit und Übersicht übernehmen kann. Nicht Jonathan Tah. Nicht Matthias Ginter. Nicht Antonio Rüdiger. Nicht Emre Can. Nicht Robin Koch. Sucht man in der Bundesliga Alternativen, stößt man irgendwann immer auf dieselbe Lösung: Mats Hummels.
Für Löw kostet diese Einsicht eine herbe Überwindung. Als Hummels eine überragende Rückrunde beim FC Bayern absolvierte und daran zum Saisonstart in Dortmund anknüpfte, wehrte sich der Bundestrainer gegen eine Korrektur seiner Personalentscheidung. Nach der Heimniederlage gegen Holland (2:4) wurden die Forderungen lauter - Löw hielt stand.
Nun gehen ihm die Argumente aus. Sturheit würde vielleicht den Verjüngungsprozess der Mannschaft unterstützen; der Preis aber wäre, womöglich mit einer mittelmäßigen Abwehr ins Turnier zu starten. Einlenken gäbe zwar Kritikern recht, die schon immer nach Hummels riefen und sich unverstanden fühlten; aber es würde seine ganze Größe zeigen.
Unter Fußballern muss es die Möglichkeit geben, über die bösen Worte, die gestern fielen, heute hinwegzusehen. Viele Jahre lang war Hummels ein Erfolgsgarant in der Nationalelf. Auch er hat, siehe WM-Blamage 2018, etwas gutzumachen. Die Chance auf ein neues wie notwendiges Bündnis zur EM 2020 sollte ein Männergespräch allemal wert sein.
Heute im Fernsehen
2. Liga: Harter Kampf um die Tabellenspitze 2. Liga: Harter Kampf um die Tabellenspitze
VfB Stuttgart leistet sich die erste Krise
Hamburger SV könnte heute Meilenstein setzen
Zwergenaufstand
"Stimmt nicht mehr so richtig bei den Bayern" "Stimmt nicht mehr so richtig bei den Bayern"
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Kovac-Fußball, bitte melde dich!
Van Gaal und Magath sollten eine Warnung sein
Von Alex Steudel
Ich probiere in dieser Bundesliga-Saison mal etwas Neues aus und lege mich nicht wie sonst üblich erst eine Woche nach dem 34. Spieltag fest, sondern schon jetzt, im Oktober:
These 1: Der FC Bayern München wird 2020 nicht Deutscher Meister.
Ausstiegsklausel zu These 1: Es sei denn, Niko Kovac bekommt nicht mehr so viele Minuten.
Spätestens seit dem 2:2 in Augsburg sehen ja alle: Bei Bayern ist Not am Mann, und der Mann heißt Kovac. Er hat keine Spielidee, zumindest sehe ich keine, er lässt den FC Bayern einfach nur Zahlenfußball spielen. Der Kicker schrieb gestern von einer “Schein-Souveränität”, das heißt, nur theoretisch sieht alles super aus: Milliardenmann Coutinho als Zehner (gähn!), gefühlte 109 Prozent Ballbesitz (schnarch!), hohe Passquote (na und?) und Tonnen von Torchancen (ungenutzte!) führen logischerweise zu mehr guten als schlechten Spielen – die Bayern sind halt einfach viel zu stark besetzt, um dauernd zu verlieren.
FC Bayern unter Kovac: Keine Entwicklung FC Bayern unter Kovac: Keine Entwicklung
Aber die Kovac-Bayern gewinnen zu selten. Fußball ist eben keine Mathematik (sagte Kalle Rummenigge schon 2007), und Bayern ist nicht Frankfurt (sagte mein Erdkundelehrer schon 1982).
Was mir bei Kovac ein bisschen fehlt, das ist der Kovac-Fußball. Ich rätsel seit Wochen: Was soll der sein? Weiß das jemand, könnte man vielleicht mal eine Umfrage starten? Und wenn es den Kovac-Fußball tatsächlich gibt: Warum sieht ihn keiner? Wo steckt er?
Manchmal möchte ich rufen: Kovac-Fußball, bitte melde dich!
Niko Kovac ist jetzt Einzelkämpfer Niko Kovac ist jetzt Einzelkämpfer
Eine Lösung könnte darin bestehen, dass wir Kovac einfach selbst fragen. Er würde uns dann seinen Fußball erklären wie einst Ralf Rangnick seine Viererkette im ZDF-Sportstudio. So mit Magnetchen, die Kovac hin- und herschieben kann. Zack-zack-zack, das sind unsere Laufwege, zack-zack-zack, das sind die Alternativen, zack-zack-zack, das ist die Idee. Und zack: Da sitzt Thomas Müller.
Das wäre doch mal toll. Aber vermutlich würde Kovac das nicht wollen, sondern nur sagen, dass er nicht möchte, dass die Gegner seine Taktik durchschauen. Blöd ist nur, dass das bisher seine eigenen Spieler auch nicht hinbekommen.
Stefan Kumberger
Die Stimmung beim @FCBayern in einem Foto: Uli #Hoeneß in Augsburg auf dem Weg in die Kabine. #FCAFCB @SPORT1 https://t.co/D0dbuTfOMz
11:15 PM - 19 Oct 2019
Besser als Bayern?
"Schalke bisher unser stärkster Gegner" "Schalke bisher unser stärkster Gegner"
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"Einen schönen Abend noch" "Einen schönen Abend noch"
Kein Entertainer, sondern Visionär
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