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BVB im Stress-Test gegen Nagelsmann - und Tuchel

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Als Borussia Dortmund gestern Paris Saint-Germain für das Achtelf
 

Fever Pit’ch

17. Dezember · Ausgabe #312 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Als Borussia Dortmund gestern Paris Saint-Germain für das Achtelfinale in der Champions League zugelost wurde, konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Im Wiedersehen mit PSG-Trainer Thomas Tuchel steckt viel Brisanz. Man wird von beiden Seiten kein böses Wort über den Bruch 2017 hören. Der Grund für die überraschende Trennung nach dem DFB-Pokalsieg damals steht, so viel Eigenwerbung sei erlaubt, in diesem Buch hier.
Vielleicht ist es ganz gut, dass man über die Vorgänge von damals schweigt. Tuchels Rückkehr in die Bundesliga ist ja nicht auszuschließen. Es wäre dem deutschen Fußball zu gönnen. Viele innovative Trainer made in Germany hat die Liga nicht mehr vorzuweisen. So anstrengend Thomas Tuchel im Umgang mit Funktionären und Spielern auch sein mag: Seine Kompetenz als Trainer stand niemals zur Debatte. Auch in Dortmund nicht.
Einen französischen Dienstag wünscht
Euer Pit Gottschalk
In eigener Sache
Das erwähnte Buch mit der Tuchel-Story heißt “Kabinengeflüster” und kann bei mir persönlich für 14,95 Euro bestellt werden. Mir einfach per E-Mail an info@pitgottschalk.de Bescheid geben. Dann kommt das Buch (auf Wunsch mit Widmung) portofrei und rechtzeitig vor Weihnachten bei euch an.

Champions League: Wiedersehen macht Freude
Thomas Tuchel gegen den BVB: Steigerung von extremer Brisanz Thomas Tuchel gegen den BVB: Steigerung von extremer Brisanz
In einer idealen BVB-Welt gäbe es eine Aussprache
Diese drei Rechnungen sind noch offen
Der nächste Leistungstest für die Bundesliga-Klubs
Lothar Matthäus gibt seine Prognose für das Achtelfinale ab Lothar Matthäus gibt seine Prognose für das Achtelfinale ab
Von Pit Gottschalk
Besser hätte es für die Bundesliga in der Champions League nicht kommen können. Vorige Saison waren Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04 im Achtelfinale kläglich an den Gegnern aus der Premier League gescheitert. Kein Sieg in sechs Begegnungen und nur ein Unentschieden bei 3:17 Toren - das war peinlich, wir erinnern uns.
Nun kann die Bundesliga Revanche nehmen. Anfang 2020 spielen der FC Bayern gegen Chelsea und RB Leipzig gegen Tottenham Hotspur und dazu Borussia Dortmund gegen Paris Saint-Germain. Danach wird man endgültig wissen, ob die Blamagen vom Vorjahr ein Unfall oder doch das Resultat von falscher Selbsteinschätzung waren.
Für die Bundesliga steht nicht weniger als die Frage auf dem Spiel: Wie gut sind wir eigentlich und wie gut wollen wir international sein? Das Jammern über die finanzielle Überlegenheit der englischen Klubs oder des staatlich bezuschussten Größenwahn-Klubs PSG reicht als Geste der Entschuldigung in eigener Sache nicht mehr aus.
Entweder zeigen die Bundesligisten, dass sie zu den Top Ten in Europa gehören. Oder man kommt nicht an der Weichenstellung herum: Muss man nicht doch die 50+1-Ideologie überdenken und Investoren zulassen, die den sportlichen Betrieb mit Zusatzmillionen aufpeppen? Es ist schon richtig: Darin liegt ein Risiko, klar. Aber eben auch das Gegenteil: eine Chance.
Das beste Gegenbeispiel steht gerade auf Platz 1 der Bundesliga und zeigt dem Rest des Wettbewerbs, wie man mit einer klugen Strategie das Geld gewinnbringend investiert. Bedenkenträger und Traditionalisten können RB Leipzig den Erfolg nicht absprechen. Die Wut auf das “Konstrukt”, wie RB Leipzig beschimpft wird, ist nicht selten Ausdruck eigenen Unvermögens.
"Revanchegelüste werden geweckt"
"Mit der Mannschaft, die wir haben"
Der 1. FC Köln zum Beispiel, der zweitjüngste Bundesliga-Klub und immer stolz auf seine Vergangenheit, scheitert ja nicht permanent am Mangel finanzieller Mittel, sondern wechselweise an Eitelkeiten, am Defizit von Kompetenz oder am Verlust von Bodenhaftung und Weitsicht im Verein. Dort wäre jede zusätzliche Investoren-Million rausgeworfenes Geld.
Schalke 04 profitiert heute davon, dass Sportvorstand Jochen Schneider ein Grundverständnis seiner RB-Vergangenheit einbringt, ohne dass die Prinzipien eines Traditionsvereins über den Haufen geworfen werden. Er wusste: Die Vertragsverlängerung mit Amine Harit, dem Herzschrittmacher der Mannschaft, trifft einen guten Nerv im Verein.
Mit dieser scheinbar harmlosen Personalie setzt er das Signal, dass der Ausverkauf guter Spieler kein Automatismus auf Schalke mehr sein muss. Die Chance auf eine Vertragsverlängerung mit Stammtorwart Alexander Nübel erscheint nicht mehr unmöglich. Man stelle sich vor, ein so kluger Mann wie Jochen Schneider hätte auf Schalke ein bisschen mehr Kohle!
Welche Möglichkeiten sich daraus ergäben! An den Gedanken muss man sich vielleicht gewöhnen: dass ein Investor nicht zwangsläufig als Vertreter des Bösen in den Verein kommt. Man kann bei der Auswahl des Investors, der mitreden will, Fehler machen, ja. Aber das tun Vereine bei der Spieler-Auswahl auch. Nicht jeder Millionentransfer ist ein Volltreffer.
Die 50+1-Regelung verhindert aktuell und vielleicht aus gutem Grund den größeren Geldfluss in manche Vereine. Bisher reichte das Beharren auf dieses Wertegefühl, im Uefa-Ranking den dritten Platz hinter Spanien und England zu verteidigen. Das ist toll! Nach dem Achtelfinale wissen wir, ob es in der Champions League auch zu Höherem reicht.
Fußball-Völlerei ohne Grenzen Fußball-Völlerei ohne Grenzen
Heute kann Julian Nagelsmann zeigen, was er kann
Julian Nagelsmann in der Pressekonferenz. Foto: Imago / Picture Point LE
Julian Nagelsmann in der Pressekonferenz. Foto: Imago / Picture Point LE
"Als Spieler von RB Leipzig ist man einiges gewöhnt"
Das Sechs-Punkte-Spiel als Test der Titelreife, die mögliche Vorentscheidung im Kampf um die Herbstmeisterschaft, das Torjäger-Duell zwischen Marco Reus und Timo Werner - mehr Spektakel als im Aufeinandertreffen zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig hat die Liga derzeit kaum zu bieten.
“Gegen Leipzig wird es bei uns brennen”, sagte BVB-Kapitän Reus vor dem mit Spannung erwarteten Duell. Das muss es auch. Vier Punkte Rückstand hat der wiedererstarkte Tabellendritte auf Spitzenreiter Leipzig - eine Niederlage kann sich der BVB eigentlich nicht erlauben.
“Das ist ein Spitzenspiel. Wir spielen zu Hause. Wir wollen gewinnen”, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Auch der zuletzt so starke Torhüter Roman Bürki will “versuchen, die drei Punkte bei uns zu behalten”, wenngleich Leipzig “eine sehr spielstarke, gute Mannschaft mit viel Offensivpower” sei.
Tempo und Offensive garantiert
Diese stellte auch Dortmund selbst zuletzt wieder eindrucksvoll unter Beweis. 13 Tore erzielte der Vizemeister in den vergangenen vier Spielen, nach Favres taktischer Umstellung von einer Vierer- auf eine Dreier-Abwehrkette ist auch die Defensive wieder stabil.
Von einer Ablösung des Trainers, über die vor wenigen Wochen noch spekuliert worden war, ist inzwischen keine Rede mehr. Ein Erfolg gegen RB würde Favres Position und den Glauben an eine nachhaltige Wende nochmals stärken.
Julian Nagelsmanns Verdienst in Leipzig ist ein anderer. “Letztes Jahr haben wir nach dem 1:0 gesagt, die Null muss stehen. Jetzt wollen wir immer mehr Tore schießen. Diesen Geist haben wir in unserer Mannschaft”, sagte Werner, mit 16 Treffern zweitbester Torschütze der Liga.
"Es wird brennen bei uns"
Der Nationalspieler strotzt wie die gesamte Mannschaft vor Selbstvertrauen. Sechs Liga-Siege in Serie hat Nagelsmanns Elf zuletzt gefeiert, mit 42 Treffern stellen die Sachsen die beste Offensive. Unter Nagelsmann ist RB zu einem ernsthaften Meisterschaftsanwärter gereift.
Gegen Dortmund will RB das unterstreichen. Es sei eine “titelreife Leistung gefragt”, sagte der Trainer: “Dortmund hat einen ganz tollen Kader, der uns viel abverlangen wird. Es wird ein Vollgas-Spiel. Wir sind zwei Teams auf Augenhöhe.”
Einen ersten, wenngleich wertlosen Titel, kann RB Leipzig mit einem Sieg spätestens am Mittwoch bejubeln. Verliert Borussia Mönchengladbach gegen den SC Paderborn, wäre Leipzig vorzeitig erstmals Herbstmeister. Das wäre ein Zeichen.
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Ohne Rücksicht auf Verluste
Alexander Nübel: Enkelkind der Entwicklung Alexander Nübel: Enkelkind der Entwicklung
Von Thomas Lipinski
Alexander Nübel ist ein hochtalentierter Torhüter. Einer, der schon in jungen Jahren einen Bundesliga-Stammplatz eroberte und für höhere Aufgaben geeignet ist. Einer, der erstaunlich cool und selbstbewusst auftritt. Aber auch einer, der im Poker um seine Zukunft Nerven zeigt.
Der Kung-Fu-Tritt gegen Mijat Gacinovic war nicht der erste Aussetzer des Schalke-Kapitäns. Beim 1:2 vor einer Woche in Leverkusen verschuldete er mit einem Patzer das erste Gegentor, davor spielte er gegen Union Berlin den Ball im eigenen Fünfmeterraum dem Gegner vor die Füße. 
"Danke, dass du dich entschuldigt hast"
Schalke 04 bereut seine Kommentare
Seit Monaten hält der U21-Vizeeuropameister seinen Klub hin. Den hochdotierten neuen Vertrag will der 23-Jährige nicht unterschreiben, weil er auf einen Job bei einem der ganz Großen hofft. Rekordmeister Bayern München ist kurz davor, mit Manuel Neuer zu verlängern. Beim Spitzenreiter RB Leipzig hat er selbst abgesagt.
Hat Nübel sich verzockt? Spurlos geht die Hängepartie jedenfalls nicht an ihm vorbei. Die Zwangspause, die ihn jetzt erwartet, sollte er nutzen. Um zu entscheiden, wohin sein Weg führt. Sollte er noch länger warten, würde er niemandem helfen, am allerwenigsten sich selbst.
Thomas Lipinski ist Redakteur beim Sport-Informations-Dienst (SID)
Schalke 04: David Wagner hat Königsblau reanimiert Schalke 04: David Wagner hat Königsblau reanimiert
Peter Müller
Schalke-Torwart Alexander Nübel hat mit @AndiErnst über sein Foul und die Folgen gesprochen. Bei Mijat Gacinovic hat er sich bereits persönlich entschuldigt. (€)
https://t.co/Yu9G4sbxF1
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