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BVB im Titelkampf: Sogar Favre zeigt endlich Feuer

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Bayern München und Borussia Dortmund wieder, die alten Rivalen au
 

Fever Pit’ch

9. März · Ausgabe #358 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Bayern München und Borussia Dortmund wieder, die alten Rivalen auf Platz 1 und 2 der Bundesliga-Tabelle. Was das 2:1 beim Verfolger-Duell in Mönchengladbach wert war, werden die Dortmunder am kommenden Samstag erfahren. Dann muss der neue alte Bayern-Jäger gegen Schalke ran.
Im Revierderby vergeigte der BVB vorige Saison die Meisterschaft. Wir erinnern uns: Platzverweise für Marco Reus und Marius Wolf, am Ende 2:4 gegen den königsblauen Nachbarn, der Titelkampf vom Trainer für beendet erklärt - schlimmer kann ein Fußballspiel für Schwarz-Gelb kaum laufen.
Das Derby hatte eine hübsche Vorgeschichte. Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider war gerade erst im Amt, als sein junger Torwart Alexander Nübel öffentlich die ersten Lockrufe aus München hörte. Genervt rief Schneider bei Karl-Heinz Rummenigge an und erbat ein Stillhalteabkommen.
“Wir sind doch im Abstiegskampf”, sagte er dem Bayern-Chef. Rummenigge verstand das sofort und nutzte den günstigen Moment: “Dann tut uns den Gefallen und schlagt die Dortmunder”, hörte Schneider. Um einen Sieg gegen den BVB muss man einen Schalker nicht lange bitten. So geschah es.
Was nicht bekannt ist: Als der Sieg perfekt war, zitterte Jochen Schneider ein paar Minuten, ob der Erfolg Gültigkeit behält. Er kennt sich aus mit Statuten. BVB-Jungstar Jadon Sancho war von einem Feuerzeug getroffen worden, direkt vor dem Schalker Fanblock, und musste eine Weile behandelt werden.
Schneiders Sorge war: Wenn Sancho noch nicht zurück auf dem Spielfeld gewesen wäre, als Daniel Caligiuri den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte, hätte Dortmund einen viel versprechenden Anlass zum Protest gegen die Wertung des Spiels gehabt. Sofort ließ er heimlich die Sachlage prüfen.
Die Entwarnung folgte prompt: Sancho war zurück auf dem Spielfeld, als das Elfmetertor fiel. Ein paar Sekunden nur - aber das reichte. Schneider erzählte von diesem Schreckmoment ein paar Monate später und schnaufte hörbar durch. Revierderby und Abstiegskampf sind nichts für schwache Nerven.
Damit sind wir endgültig bei Lucien Favre angelangt. Damals hatte der BVB-Trainer, weil letztes April-Wochenende, den Titelkampf voreilig für beendet erklärt und sich erstmals den Zorn der BVB-Führung zugezogen. Seit dem Sieg in Gladbach klingt er titelhungrig. “Endlich!”, möchte man sagen.
Einen virenfreien Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk
In eigener Sache
Sonntagabend kamen die ersten Hinweise, dass Nordrhein-Westfalen die Empfehlungen aus dem Bundesgesundheitsministerium umsetzen und kurzfristig keine Zuschauer zu Bundesliga-Spielen in NRW zulassen will. Wohl auch nicht beim oben erwähnten Revierderby in Dortmund. Das Corona-Virus lässt keine Wahl: Angesichts des ersten toten Deutschen werden die Maßnahmen resoluter. Ich selbst verbiete mir zu diesem Thema eine Meinung, weil ich über mögliche Gefahren und Risiken zu wenig weiß, und verweise im Newsletter auf die Reports bei Kollegen. Keinesfalls möchte ich mit voreiligen Meinungsäußerungen zu einer Panik beitragen.

BVB im Titelkampf: Sogar Favre zeigt endlich Feuer
Patrick Berger über den BVB-Trainer
Patrick Berger über den BVB-Trainer
Der BVB-Trainer spricht plötzlich das M-Wort aus
Von Patrick Berger
So impulsiv hat man Lucien Favre selten erlebt. Der sonst so ruhige BVB-Trainer strotzte beim wichtigen 2:1-Sieg im Borussen-Duell nur so voller Elan! Favre ohne Pfiff? Von wegen! Der BVB-Coach trägt endlich das Titel-Feuer in sich. Beispiele gefällig?
  • Über das ganze Spiel hinweg war der Schweizer an der Seitenlinie total aktiv, tigerte immer wieder in seiner Coaching Zone umher und wirkte mit klaren Gesten auf seine Spieler wie Axel Witsel oder Achraf Hakimi ein.
  • Als der 4. Offizielle ihn einmal beruhigen wollte, schob Favre ihn bestimmt zur Seite.
  • Bei einer Rudelbildung in der Schlussphase rannte Favre sogar aufs Spielfeld. Der 1,78 Meter große Schweizer stand mitten im Getümmel zwischen all den bulligen Typen wie Erling Haaland, Dan-Axel Zagadou oder Alassane Plea. Er tat das auch, um seinen so wichtigen Spieler Jadon Sancho, der die Rangelei mit Bensebaini angezettelt hatte, vor einer dummen Tätlichkeit zu schützen.
Hummels‘ Ode an Haaland und Can
Manager Michael Zorc lobte augenzwinkernd: “Lucien wollte da alles beruhigen.” Favre sagte über seine Ringrichter-Qualitäten: “Ich wollte nicht, dass sich unsere Mannschaft ärgert. Wenn du dich ärgerst, dann kannst du deine Emotionen nicht kontrollieren. Dann spielst du auch nicht gut.”
Nach dem Spiel sind Emotionen dann aber wieder erlaubt. Der 62-Jährige jubelte ausgelassen und lief losgelöst durch die Mixed Zone.
Oh, là, là, Herr Favre! Da brennt jemand auf einmal so richtig für den Titel.
"Ich hatte drei Angebote aus der Premier League"
Ungewöhnlich: Nach dem Spiel sprach der Trainer, der in der Vergangenheit mehrfach seinen Kopf aus der Rauswurf-Schlinge gezogen hat, von einem wichtigen Sieg im Kampf um die Meisterschaft.
Meisterschaft - das M-Wort, das für ihn bislang auf dem Index stand.
Seit ein paar Wochen beweist die Dortmunder Mannschaft, die durch die Mentalitäts-Monster Emre Can und Erling Haaland verstärkt wurde, Gier und Galligkeit - und Favre scheint sich angesteckt zu haben.
Murren beim FC Bayern
2:0 gegen FC Augsburg! Aber nicht jeder ist happy 2:0 gegen FC Augsburg! Aber nicht jeder ist happy
FCBlogin
„Sportlich einfach in Ordnung, die gute Form von Neuer, Boateng und Thiago bestätigt zu sehen und sich darüber hinaus, an #FCBFCA nur wegen der schönen Trikots und der tollen Choreographie zu erinnern.“ https://t.co/qYMzWvX524
6:54 PM - 8 Mar 2020
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Meister FC Bayern: Ich bin der erste Gratulant
Von Alex Steudel
Es gibt in jedem Jahr so ein paar Schlüsselmomente, auf die ich sehr ungeduldig warte. Ich frage mich schon an Silvester: Wann passieren all die Dinge wohl diesmal? Zum Beispiel: Wann ist der Moment gekommen, in dem ich den ersten Osterhasen aus Schokolade im Supermarkt entdecke (passiert dann meistens gleich im Januar)? Oder: Wann läuft in diesem Jahr wohl erstmals “Last Christmas” von Wham im Radio (meistens im September)? Und natürlich: Wann werde ich in dieser Saison wissen, dass der FC Bayern wieder Meister wird?
Gestern hatte ich den Bayern-Moment. Nach dem 2:0 gegen Augsburg wusste ich: Die Sache ist geritzt, der Rekordmeister ist bald Nochmehr-Rekordmeister.
Ich erkläre mich also hiermit zum ersten Gratulanten.
Verdient haben es die Roten ja. Wer zum zweiten Mal hintereinander neun und sieben Punkte Rückstand aufholt (letztes Jahr gegen Dortmund, jetzt gegen Gladbach) und plötzlich vier Punkte vor Platz zwei liegt, vor dem muss man halt auch mal vorzeitig den Sepplhut ziehen. Auch wenn die Bayern damit zum achten Mal in Folge die Schale nach München holen, was eigentlich schon ein Fall fürs Kartellamt ist.
Aber woran liegt es eigentlich, dass sie nicht zu stoppen sind? Es blieb ja wirklich nichts unversucht diesmal, sogar die eigenen Ultras haben den Bayern Plakate in den Weg gelegt.
Leon Goretzka schiebt Frust
"Nicht das Gefühl, das wir haben wollen"
Die Saison begann, was Hindernisse angeht, vielversprechend: Bayern strauchelte unter Trainer Niko Kovac, der auf einen Europa-League-Platz und die Frühverrentung Thomas Müllers hinarbeitete, weshalb wir alle über den neuen Meister diskutierten: Wird’s Mönchengladbach? Oder doch Leipzig? Ach, das wäre auch zu schön gewesen für den deutschen Fußball, so eine Überraschungsmeistermannschaft.
Dummerweise hatte Karl-Heinz Rummenigge keine Lust. Als aber der Bayern-Boss Hansi Flick als Cheftrainer einsetzte, dachten wir alle: Ha, Flick! Womöglich WOLLEN die Bayern diesmal gar nicht Meister werden? Doch nein, Flick machte allen Spannungsfanatikern einen Strich durch die Rechnung und formte einfach so und ohne Absprache Dauersieger.
Und damit ist endgültig klar: Nichts und niemand stoppt den FC Bayern. Nicht mal in so einer komischen Saison wie dieser. Kein Kovac schafft’s, keine Lewandowski-Verletzung, kein Stotterstart-Coutinho, kein Coman-Aua, kein Werner, kein Nagelsmann, kein Haaland und kein Emre Can. Und schon gar keine Fohlen: Die Gladbacher, furios in die Saison gestartet, stehen nur noch auf Platz fünf.
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