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Der Fall Kovac: Kehrtwende beim FC Bayern?

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! In eigener Sache möchte ich an zwei Initiativen von Fever Pit'ch
 

Fever Pit’ch

25. Mai · Ausgabe #162 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
In eigener Sache möchte ich an zwei Initiativen von Fever Pit'ch erinnern.
Bei Facebook habe ich die Gruppe Fever Pit'ch Newsroom eingerichtet. Dort diskutieren wir Themen und Aufmachung. Gestern zum Beispiel setzte sich die Meinung durch, dass die Links im Leitartikel größere Fotos vertragen. Das ändere ich jetzt. Wer bei Fever Pit'ch mitreden will: Hier entlang!
Vor der Spielmacher-Konferenz in Hamburg veranstaltet Fever Pit'ch in Kooperation mit Transfermarkt.de am 11. Juni einen Workshop für junge Sportjournalisten und Fußballblogger. Im vergünstigten Preis enthalten: das Ticket zur Konferenz am nächsten Tag. Weitere Infos: Hier entlang!
Einen wissbegieriges Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk

Der Fall Kovac: Kehrtwende beim FC Bayern München?
Als die Welt noch in Ordnung schien: Karl-Heinz Rummenigge mit seinem Trainer Niko Kovac beim Oktoberfest. Foto: Imago Images / Revierfoto
Karl-Heinz Rummenigge äußert sich bei zur Kovac-Zukunft (+)
Niko Kovac kürzlich bei der Pressekonferenz. Niedergeschlagen, traurig, desillusioniert. Er sprach von Menschlichkeit, von guten Manieren, vom Geschäft. Jede Faser seines Körpers schrie heraus, was der Job beim FC Bayern mit einem Trainer macht. Er sah furchtbar aus.
Nicht ein Wort der Würdigung ereilte Kovac, als er in der Bundesliga neun Punkte Rückstand in zwei Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund umwandelte, ins DFB-Pokalfinale durchmarschierte und heute Abend sein erstes Bayern-Jahr mit dem Double krönen kann.
Als ob es nie Zweifel am Trainer gegeben hätte Als ob es nie Zweifel am Trainer gegeben hätte
Die Bayern-Bosse ließen ihn im Ungewissen, wie es nach der Saison weitergeht. Die Namen von Nachfolgern blieben seltsam präsent im Raum hängen. Freunde empfahlen schon den Rücktritt. “Einfach unwürdig, was die Bayern mit Niko Kovac tun”, schrieb Fever Pit’ch.
Das alles muss man wissen, um die Geste von Karl-Heinz Rummenigge richtig einzuordnen. Als der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern gestern auf einer Bild-Veranstaltung in Berlin zur Kovac-Zukunft gefragt wurde, tat er die Spekulationen mit einer Handbewegung ab.
Rummenigge hob den linken Daumen, als wollte er dem Volk wie im Alten Rom zeigen: Der Gladiator darf in Gottes Namen leben. Kein Wort des Bedauerns für Missverständnisse, keine Entschuldigung, nur die späte Erklärung: Niemand beim FC Bayern habe Kovac infrage gestellt.
Stefan Effenberg: Deshalb ist Kovac der richtige Bayern-Trainer Stefan Effenberg: Deshalb ist Kovac der richtige Bayern-Trainer
Seine eigene provokante Nährung von Mutmaßungen, dass er Kovac ablösen will: plötzlich in Luft aufgelöst, als sei nie etwas gewesen? Die vermeintliche Bayern-Wende ist ein Witz. War alles wirklich nur ein Trick, um die Spannung nach dem 5:0 gegen Dortmund hochzuhalten?
Rummenigge kann das nicht für sich reklamieren. Er ist jedem Bekenntnis, wenn die Gelegenheit zur Solidarität bestand, ausgewichen und hat vom Trainer des Bundesliga-Tabellenführers das Leistungsprinzip eingefordert. Er wusste nur zu gut: Damit tritt er öffentliche eine Lawine los.
Nicht die übersättigte Mannschaft, die sich für große Liga-Spiele zusammenreißen kann, aber die kleinen vergeigt (Düsseldorf, Nürnberg, Freiburg), stand am Pranger. Sondern: der Trainer. Der zeigte nur selten, wie in eben jener Pressekonferenz, wie es in ihm aussah.
Stefan Kumberger
#Kovac will sich zu seiner Person partout nicht äußern. Verständlich. Aber er kündigt an, dass man nach den beiden Spielen in Kaiserslautern und Lindau Gelegenheit habe, darüber zu sprechen. #RBLFCB #Pokalfinale @SPORT1 https://t.co/r0Fvbil8wi
4:28 PM - 24 May 2019
Geht man so mit Menschen um? Ja, Trainer werden gut bezahlt, dass sie ihr eigenes Ego dem Egoismus ihres kickenden Personals unterordnen. Im Gegenzug dürfen sie, solange sie Ergebnisse liefern, Loyalität aus der Teppich-Abteilung des Vereins beanspruchen.
Im Fall Kovac war das alles anders. Rummenigge aber distanzierte sich, als Rückhalt, Bestätigung oder einfach ein Lob gefordert waren. Präsident Uli Hoeneß, ein Befürworter des Trainers, hielt sich auffallend unauffällig in der Causa Kovac.
Dabei müssten sie ihm dankbar sein. In der Vorweihnachtszeit setzte Kovac die Arbeit als verlässlicher Punktelieferant for, stand das Liverpool-Aus in der Champions League durch und behielt die Nerven, als Verfolger BVB zurück in die Spur kehrte.
Leithammel gegen Prachtbulle Leithammel gegen Prachtbulle
Heute, im Endspiel gegen RB Leipzig, kann Niko Kovac als Bayern-Trainer jenen DFB-Pokal im Berliner Olympiastadion verteidigen, den er voriges Jahr als Eintracht-Trainer gegen die Bayern gewonnen hat. Vereinsgeschichte schrieb er eh schon.
Niko Kovac ist der erste seit Franz Beckenbauer, der als Spieler wie als Trainer Deutscher Meister geworden ist. Die Südtribüne in der Allianz-Arena weiß das zu schätzen und rief vorigen Samstag seinen Namen. Und dann hebt Rummenigge nur den linken Daumen?
Das Pokalfinale heute im Olympiastadion kann sein ganz persönlicher Triumph werden. Er ist zum dritten Mal in Folge dort Trainer. Nur muss er sich dessen bewusst sein: Felix Magath holte 2005 und 2006 sogar zweimal das Double - und musste trotzdem im dritten Jahr gehen.
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Und die Sachsen so?
RB Leipzig: Vom Streben nach Anerkennung RB Leipzig: Vom Streben nach Anerkennung
Von Nikolaj Stobbe
Sie alle hatten sich um das goldene Objekt der Begierde versammelt. Doch während Bayern Münchens Trainer Niko Kovac und “Rückkehrer” Manuel Neuer beim Blick auf den DFB-Pokal nicht einmal mit der Wimper zuckten, schielte RB Leipzigs Kapitän Willi Orban neben seinem Chef Ralf Rangnick als Einziger verstohlen auf die begehrte Trophäe. Wie gefährlich der sächsische Emporkömmling im Finale von Berlin am Samstagabend sein wird, wissen sie bei den Bayern genau.
“Das ist der schwerste Gegner, den wir hätten kriegen können”, sagte Kovac am Freitag. Nicht Borussia Dortmund, nicht Bayer Leverkusen - RB Leipzig! Der Bundesliga-Dritte hat sich zur Top-Adresse in Deutschland gemausert und erfährt auch vom Klassenprimus vor dem großen Duell die nötige Wertschätzung. Zusammen mit dem BVB seien diese drei Vereine “die drei Klubs, die in den nächsten Jahren um die Titel spielen werden”, so Kovac.
Die Krux mit der Identität Die Krux mit der Identität
Ob der Kroate diese Ära selbst an der Seitenlinie der Münchner prägen wird, ist immer noch offen. “Es wäre verrückt, wenn man von einem Spiel die Zukunft abhängig macht”, sagte der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei einer Bild-Veranstaltung zwar. Aber heißen muss das nichts. Der Betroffene selbst, der noch bis 2021 Vertrag hat, erklärte die langwierige Diskussion um ihn für “deplatziert”. Er wolle lieber über Fußball reden, sagte er auf Nachfrage.
Für sportliche Schlagzeilen sorgten die Bayern mit dem Comeback von Nationaltorhüter Manuel Neuer. “Manuel wird spielen, weil er unser Kapitän ist, sehr gute Leistungen gebracht hat und ein wichtiger Eckpfeiler der Mannschaft ist”, sagte Kovac. Der Kapitän, der seit Mitte April mit einem Muskelfaserriss in der Wade ausgefallen war, machte sein Ziel für den Saisonabschluss klar: “Wir wollen das Double perfekt machen.”
„Werden auch in fünf Jahren mit Bayern nicht gleichziehen“ „Werden auch in fünf Jahren mit Bayern nicht gleichziehen“
Joachim Löw erwartet ein knappes Duell. “Ich glaube, es gibt keinen ausgemachten Favoriten”, sagte der Bundestrainer. Er habe zuletzt das Bundesligaspiel beider Teams (0:0) gesehen, da seien die Bayern etwas feldüberlegen gewesen. “Aber die Leipziger sind schon gefährlich, können gut angreifen, haben gute Offensivkräfte und einen Stil, der den Bayern wehtun kann.”
Die Klubs gehen mit höchst unterschiedlichen Vorzeichen in das Finale. Bayern blickt auf 18 Pokaltriumphe zurück und könnte das zwölfte Double feiern. Finalneuling Leipzig greift nur zehn Jahre nach seiner Gründung als Ableger des Red-Bull-Konzerns nach seinem ersten Titel.
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Trainer Rangnick will sich auf die eigenen Stärken besinnen. “Der Schlüssel wird wieder sein, dass wir Bayern möglichst wenig Zeit geben, um zu kombinieren. Wir hatten die beste Abwehr der Bundesliga und möchten das auch wieder zeigen. Wir müssen aber ein, zwei oder vielleicht sogar drei Tore schießen”, sagte der 60-Jährige.
Unter besonderer Beobachtung steht auch RB-Stürmer Timo Werner. Der 22-Jährige wird bei den Bayern weiter als Neuzugang gehandelt, obwohl seine Wechselchancen im Falle einer möglichen Verpflichtung des Nationalmannschaftskollegen Leroy Sane sinken dürften. Rangnick glaubt, dass sich die Bayern bei Werner noch nicht ganz sicher sind, sonst “hätten sie sich schon offiziell bei uns mit einer Anfrage gemeldet”.
Nikolaj Stobbe ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
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