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Der FC Bayern darf Ousmane Dembélé nicht holen!

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Zuerst traute ich meinen Ohren nicht. Als Sport-Bild gestern beri
 

Fever Pit’ch

27. Juni · Ausgabe #185 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Zuerst traute ich meinen Ohren nicht. Als Sport-Bild gestern berichtete, dass der FC Bayern München Interesse an Ousmane Dembélé zeigt, hielt ich die Nachricht zunächst für einen Witz. Weil aber mein Kollege Christian Falk Autor des Bayern-Reports war, zweifelte ich nicht an der Ernsthaftigkeit dieser Information. Falk kennt Bayern München seit Jahrzehnten und checkt mit maximalem Aufwand, wenn ihm ein Gerücht zu Ohren kommt, ob etwas dran sein könnte. Weil ich den Abgang von Ousmane Dembélé beim BVB 2017 live im Ruhrgebiet erlebt habe, kann ich vor dessen Verpflichtung nur warnen. Solche Spielertypen, Söldner durch und durch, machen den Fußball mit ihrer Gier kaputt. Ein Streik ist für sie Mittel zum Zweck. Barcelona hat eine Rekordablöse in diesen Spieler gesteckt. Sollen sie doch mit ihm happy werden. Oder bin ich heutzutage zu streng?
Einen disziplinierten Donnerstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Der FC Bayern darf Ousmane Dembélé nicht holen!
Wechselt der Franzose zurück in die Bundesliga? Wechselt der Franzose zurück in die Bundesliga?
Zugegeben, Ousmane Dembélé ist ein begnadeter Fußballer. Der Franzose wäre beim FC Bayern eine Verstärkung. Nur das sollte zählen, wenn ein Verein wie der deutsche Rekordmeister seinen Kader verjüngt und Franck Ribery gleichwertig ersetzen will. Trotzdem wäre der Dembélé-Transfer vom FC Barcelona zum FC Bayern aus fünf Gründen falsch.
Erstens: Nachweislich hat Ousmane Dembélé einen schlechten Charakter. Ein Spieler, der seinen Verein erpresst, wie es Dembélé 2017 bei Borussia Dortmund tat, um seine Freigabe zu erzwingen, ist nichts anderes als ein Söldner.
Zweitens: In den zwei Jahren beim FC Barcelona blieb Ousmane Dembélé den Nachweis schuldig, dass er die Ablöse von 125 Mio. Euro plus Zuschlag tatsächlich wert ist. Es lag nicht allein an seiner schweren Verletzung. Auch danach fiel seine Disziplinlosigkeit auf.
Was die Bayern-Bosse einst über Dembelés Streik sagten Was die Bayern-Bosse einst über Dembelés Streik sagten
Drittens: Die Disziplinlosigkeit kannte man aus BVB-Zeiten. Eine unsportliche Lebensführung aber darf man einem hochbezahlten Fußballprofi, auch wenn er erst 22 ist, nicht durchgehen lassen. Schludrigkeit drückt nur seine Respektlosigkeit aus.
Viertens: Ginge Bayern mit einem rekordverdächtigen Transfer trotzdem über alle Bedenken hinweg, wäre das falsche Signal gesetzt: Man würde Ousmane Dembélé und dessen Berater noch dafür belohnen, dass er seine versprochene Leistung beim FC Barcelona nicht gezeigt hat.
Fünftens: Bayern würde sich selbst untreu werden und lächerlich machen. Noch vor zwei Jahren wetterten die Bayern-Bosse, Dembélé wäre bei ihnen richtig bestraft worden. “Mit 100.000 Euro Strafe pro Tag”, stichelte Präsident Uli Hoeneß gegen Borussia Dortmund.
Die Bundesliga braucht ganz sicher keinen Profi, der Gier zur Maxime erhebt, Klubbosse zu Narren macht und sein Talent verschleudert. Der Preis, den Bayern München mit seiner Verpflichtung zahlte, wäre ganz einfach zu hoch.
Bayern und BVB im Transfer-Duell: Wer hat besser eingekauft? Bayern und BVB im Transfer-Duell: Wer hat besser eingekauft?
U21-EM heute im Fernsehen
Die Meisterprüfung für Stefan Kuntz
„Ich bin aufgeregt und gespannt“ „Ich bin aufgeregt und gespannt“
Von Erik Roos
Im deutschen Partybus saß Stefan Kuntz ganz vorne rechts, und doch war der DFB-Trainer mittendrin. “Stefan Kuntz, Stefan Kuntz”, sang hinter ihm die deutsche U21 nach dem Einzug in das EM-Halbfinale, und etwas später: “Wir lieben dich.” Vorne grinste Kuntz vor sich hin, und kurz darauf, als auch jeder einzelne Spieler mit einem Sprechchor gefeiert wurde, machte er mit.
Einmal mehr wurde deutlich, dass Kuntz bei der U21 sein Glück gefunden hat. Als Menschenfänger hat der 56-Jährige den Draht zu den Spielern gefunden, das Ergebnis ist eine echte Erfolgsgeschichte. Am Donnerstag kann Kuntz gegen Rumänien zum zweiten Mal in Folge ins EM-Finale einziehen. Mit einer nahezu komplett anderen Mannschaft, wohlgemerkt.
Jerome Boateng: Deshalb traue ich der U21 den EM-Titel zu Jerome Boateng: Deshalb traue ich der U21 den EM-Titel zu
“Stefan Kuntz hat einen sehr großen Anteil am Erfolg. Er ist nah beim Team und doch der Chef”, sagt etwa Torhüter Alexander Nübel. Stürmer Lukas Nmecha schwärmt bis heute davon, wie Kuntz ihn mehrere Tage in Manchester besuchte und erfolgreich überzeugte, das England-Trikot gegen das deutsche zu tauschen. Kein Zweifel: Die U21 hat Kuntz viel zu verdanken - aber Kuntz auch der U21. Gut möglich, dass der Job sogar seine Karriere gerettet hat.
Denn seine Verpflichtung kam 2016 durchaus überraschend, zwölf Jahre lang hatte er nicht mehr als Trainer gearbeitet. Wenige Monate zuvor hatte Kuntz nach acht Jahren sein Amt als Vorstandschef des 1. FC Kaiserslautern aufgegeben. Nebengeräusche inklusive: Kuntz wurde später bei der Jahreshauptversammlung des FCK für sein letztes Jahr die Entlastung verwehrt. Das ist inzwischen lange her.
Der nächste Schritt zum großen Traum Der nächste Schritt zum großen Traum
Mittlerweile hat der Erfolg sogar Begehrlichkeiten geweckt. “Wir wollen Stefan nicht abgeben. Ich hoffe, dass er die Stärken des DFB sieht. Wir werden ihm immer wieder interessante Angebote schaffen, auch außerhalb der Mannschaft”, sagte Oliver Bierhoff. Der DFB-Direktor hatte zuletzt U18-Trainer Frank Kramer an die Nachwuchsakademie von Red Bull Salzburg verloren. Auch als potenzieller Bundestrainer wird Kuntz immer häufiger genannt.
Dabei ist Kuntz zumindest im Klubfußball schwer vorstellbar. Seine Stärken liegen gerade im Umgang mit jungen Spielern, denen er Werte vermitteln kann. “Mir ist Demut wichtig. Nur weil wir Fußball spielen können, macht uns das nicht zu etwas Besonderem gegenüber anderen Menschen”, sagte Kuntz in Italien. Einer seiner Leitsätze lautet: “Wenn ich Spieler kritisiere, dann nur als Fußballer, nie als Menschen.”
"Ganz Rumänien ist da" "Ganz Rumänien ist da"
Das kommt an. Und manchmal singen seine Spieler dann eben auch, dass sie ihn lieben. Wobei - vielleicht wollte die Mannschaft den Trainer an jenem Abend auch nur positiv stimmen. Denn kurz nach dem Liebesbeweis riefen sie auch schon ihren Wunsch für den nächsten Tag hinterher: “Morgen trainingsfrei!”
Erik Roos ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
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