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Die Bundesliga jubelt, Schalke zittert, Italien trauert

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Fever Pit’ch

11. Dezember · Ausgabe #478 · Im Browser ansehen

Das Fußballthema des Tages


Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Bei den 16 Klubs, die es ins Achtelfinale der Champions League geschafft haben, ist man so kurz vorm Jahresende geneigt zu sagen: „same procedure as every year“. Vier Mannschaften aus Spanien und Deutschland, drei aus England und Italien, dazu jeweils ein Team aus Frankreich und Portugal. Von den kleinen Nationen: niemand dabei.
So einfach darf man es sich aber nicht machen. Denn genau das soll die Champions League doch sein: eine Liga der Besten. In den achten Vorrundengruppen hatten die vermeintlich kleinen Klubs wie Donezk oder Krasnodar sechsmal die Gelegenheit, ihre Berechtigung zur Teilnahme an der Elite-Runde zu erwerben. Am Ende fehlte ihnen das Zeug dazu.
Der Vorwurf der Langeweile hält keiner Überprüfung stand. Man muss nur sehen, wer den Sprung in die K.o.-Runde nicht geschafft hat, zum Beispiel nicht Ajax Amsterdam, Inter Mailand und Manchester United. Stattdessen reüssierten Emporkömmlinge wie Atalanta Bergamo, Lazio Rom und FC Porto erneut. Auch von Gladbach war Platz zwei nicht erwartet worden.
Montag findet die Achtelfinal-Auslosung statt. Niemand kann voraussagen, wie die Königsklassen-Lotterie ausgeht. Darin liegt der eigentliche Reiz der Champions League. So überraschend Liverpool 2019 das Finale gewann, fiel die Überraschung mit PSG und RB Leipzig 2020 aus, als beide Vereine mit dem Einzug ins Halbfinale Historisches in der Vereinsgeschichte leisteten.
Womöglich sind die Zeiten vorbei, dass Großklubs wie zuletzt Real Madrid oder in den 70er-Jahren Bayern München dreimal in Folge die Elite-Liga gewinnen. Damit die Abwechslung gelingt, müssen die besten Mannschaften mit ihren Superstars weiterkommen, und die spielen, keine Überraschung, nunmal in den Topligen Spanien und England, Italien und Deutschland.
Ja, das sind die ersten vier im Uefa-Ranking. Aus deutscher Sicht besteht die Überraschung darin, dass vier Bundesligisten das Achtelfinale erreichten. Im Uefa-Ranking sind nämlich nur Bayern München und Borussia Dortmund unter den ersten 16. in der Fünfjahreswertung. Man muss nur genau hinsehen: Die Champions League ist abwechslungsreicher, als man denkt.
Ein betuliches Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk

Unser Podcast
Gute Woche für den deutschen Fußball? Ja, aber...
Sie freuen sich wie Kinder
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In Europa haben wir das 6:0-Gefühl
Bullen & Borussia: Erfolgsmodell made in Germany?
Von Alex Steudel
Manchmal fragst du dich, wie das alles möglich sein kann. Gefühlt kürzlich war der deutsche Klubfußball – natürlich wie immer mit Ausnahme der Bayern – mal wieder so richtig am Boden, und jetzt schaltest du unter der Woche den Fernseher ein, und alle gewinnen sie quer durch Europa wild durcheinander. Naja, okay, Mönchengladbach hat diese Woche das Spiel verloren, aber irgendwie ja doch gewonnen.
Das scheint überhaupt eine neue Art deutschen Erfolgsmodells zu sein: verlieren und doch gewinnen. Deutschland stieg aus der Nations League ab, und irgendwer Nettes hievte das DFB-Team wieder hoch. Deutschland ging 0:6 gegen Spanien unter, und jemand loste uns zum Trost Nordmazedonien, Armenien und Liechtenstein in die WM-Quali-Topfgruppe. Gladbach verliert gegen Madrid, und die Ukraine leistet Aufbauhilfe West. 
Alles läuft so schön glatt am Jahresende.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Zum Glück ist die Winterpause quasi nicht vorhanden. Alle sind in Fahrt, blühende Mannschaften überall, ich bin sicher: Das Frühjahr wird toll. Ich bin “realistisch-optimistisch”, würde Lucien Favre sagen.
Mathematisch gesehen ist jetzt nämlich jede vierte Topmannschaft der Welt eine deutsche, denn alle deutschen Teams stehen im Achtelfinale der Champions League, das gab’s zuletzt 2014. 
Beim BVB und den Bayern hatten wir alle ja ein bisschen damit gerechnet, aber Achtelfinalneuling Gladbach? Nach einer Gruppe mit Inter Mailand und Real Madrid? Und Leipzig gleich nochmal nach 2019/20 – nach einer Gruppe mit Paris St. Germain und Manchester United?
Das neue Erfolgsduo RB und Borussia ist für mich besonders. Jung. Die Trainer Julian Nagelsmann (RBL) und Marco Rose (Gladbach) sind zusammen 80, die gestandenen Hansi Flick (Bayern) und Favre (BVB) dagegen immerhin schon 118 Jahre alt.
In Gladbach ist die Zeit für neue Mythen angebrochen
In Leipzig beeindruckt mich, wie Nagelsmann und Manager Markus Krösche jede Woche einen neuen Spieler rauskramen. Den schaust du dir dann jedesmal an und denkst gleich: Aha, nie gesehen, aber wie der sich bewegt, kostet er bald 50 Millionen. 
Und Gladbach. Die Tradition, die die alle auf dem Buckel tragen, und wie sympathisch das rüberkommt, was Rose, gebürtiger Leipziger übrigens, mit Manager Max Eberl aufgebaut hat. Und selbst wenn die Spieler mal verlieren, stellen sie sich halt zusammen händchenhaltend vors iPad und kommen dann eben so eine Runde weiter. Geht doch auch.
Leipzig und Mönchengladbach, das hat sowas Leichtes. Das gefällt mir. 2021 wird bestimmt lustig. 
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