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Die neue Generation: FC Bayern macht auf Jahre Angst

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Eine knackige Überschrift aus dem Internet-Angebot der Welt-Grupp
 

Fever Pit’ch

8. Juni · Ausgabe #386 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Eine knackige Überschrift aus dem Internet-Angebot der Welt-Gruppe hat bei mir ein gemeines Lächeln provoziert. Dort stand zu lesen: “Ein einziges Missverständnis - Barcelona will Dembélé loswerden”. Der FC Barcelona: Das ist der Verein, der den Franzosen zur Arbeitsverweigerung angestiftet haben soll, als dessen Arbeitsvertrag bei Borussia Dortmund noch lief, seine Großmannssucht mit rund 125 Mio. Euro teuer bezahlte und das Spielchen später bei Philippe Coutinho (damals beim FC Liverpool) wiederholte. Ousmane Dembélé: Das ist der Spieler, der das Geld mit beiden Händen abschöpfte und niemals einen Gegenwert zurückgab, der ungesund lebte und jetzt nach dem nächsten Klub Ausschau hält, der auf ihn reinfällt. Hoffentlich fällt dieses Geschäftsgebaren irgendwann in sich zusammen, damit der Fußball solche Söldner nicht mehr ertragen muss.
Einen museumsreifen Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Die neue Generation: FC Bayern macht auf Jahre Angst
Serge Gnabry und Leon Goretzka feiern - wieder
Serge Gnabry und Leon Goretzka feiern - wieder
Unbestritten Klassenbester
Von Pit Gottschalk
Bayern München zum Achten: Vielleicht noch in dieser Woche feiert die Bundesliga den alten und neuen Deutschen Meister. Ein Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach kann unter Umständen schon reichen.
Aber was heißt schon: feiern? Die Liga wird es zur Kenntnis nehmen und mit gebremstem Interesse verfolgen, ob Bayern München nebenbei den 48 Jahre alten Torrekord von 101 Treffern in einer Bundesliga-Saison knackt.
So weit ist es also gekommen: Historisches kann die verflachte Freude über den traditionsgemäßen Ausgang im Saisonfinale nicht mehr anheben. Vermutlich nicht einmal in München selbst. Da liegt ein Maß von Unrecht.
Denn erstens ist es keine Selbstverständlichkeit, wenn ein Verein acht Mal in Folge Deutscher Meister wird. Zweitens zeigt der ungebremste Hunger auf Tore, dass Trainer Hansi Flick sehr gute Arbeit abliefert.
Und drittens, der vielleicht wichtigste Punkt: Offenbar ist der immer geplante Generationswechsel beim Rekordmeister zielgerichteter gelaufen, als es Berufskritiker unter uns Journalisten vorausgesagt haben.
Arjen Robben und Franck Ribery werden jedenfalls nicht vermisst, wenn die Tormaschine 90 Tore in 30 Spielen ausspuckt. Abgänge von Weltmeistern wie Toni Kroos und Mats Hummels wurden zweifellos kompensiert.
Ja, die Hoffnungen auf einen weiteren Europapokalsieg verflogen seit 2013 ständig. Dabei wird vergessen: Eine Selbstverständlichkeit war der Gewinn des Henkeltopfs seit der Blütezeit in den 70er-Jahren nie.
Joachim Löw und sein Geheimplan mit Leon Goretzka Joachim Löw und sein Geheimplan mit Leon Goretzka
25 Jahre brauchte man, um einen 2001 zu gewinnen, weitere zwölf Jahre, um den fünften Erfolg nachzulegen. Die Generation um Leon Goretzka hat das Zeug zur zeitnahen Wiederholung. Eine Garantie gibt es nicht.
Was Bayern aber hat: eine Zukunft in fast allen Mannschaftsteilen. Die Achse vom bald genesenen Niklas Süle in der Abwehr über Joshua Kimmich und Leon Goretzka im Mittelfeld muss nur im Sturm verjüngt werden.
Über die Außenpositionen drängeln Alphonso Davies, Kingsley Coman und Sergej Gnabry, das Tempo nimmt zu. Wenn Altinternationale wie Thomas Müller oder Manuel Neuer abtreten, fällt Bayern nicht ins Bodenlose.
Man muss sich nicht wundern, wenn dieser Mix aus alter und noch junger Bayern-Generation alle Kräfte auf das Champions-League-Finale 2022 so bündelt, dass die Wiedergutmachung für 2012 gelingt.
Damals hatte die Schweinsteiger-Mannschaft das Finale dahoam fahrlässig gegen den FC Chelsea verloren, bevor der Triple-Gewinn ein Jahr später die Wunden verheilte. Aber das reichte nicht.
Die neue Bayern-Mannschaft, die zuletzt 4:2 beim Verfolger Leverkusen gewann und ein paar Tage zuvor 1:0 in Dortmund, wirkt nicht wirklich so, als wolle sie in den nächsten Jahren etwas anbrennen lassen.
Im Rückblick fallen tausend Situationen ein, wo die Konkurrenz Bayern stärker hätte bedrängen müssen und können. Wer das nicht tut, lässt die Bayern auf Jahre Angst und Schrecken verbreiten.
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Christian Streich zu Schalke 04! (Oder zum HSV!)
Von Alex Steudel
Ich habe ihn an dieser Stelle bereits überschwänglich gelobt, und jetzt bricht es noch mal aus mir heraus, denn Christian Streich hat am Wochenende den Klassenerhalt klar gemacht. Das behaupte nicht ich, das hat er selbst gesagt.
Also: Streich ist für mich der Trainer des Jahres. Der SC Freiburg auf Platz 8 und mit Blick auf die Europa League, das ist, als würde der Tatort den Oscar gewinnen. Begründete Widersprüche bitte an mich.
Streich ist ein Gesamtkunstwerk. Ich kann zwar nicht aus dem Trainingsalltag der Freiburger berichten, weil ich nicht mittrainieren darf; den Menschen Streich und seine Außendarstellung finde ich jedenfalls weltklasse. Ich glaube, dass das seine Spieler jeden Tag spüren, und ich glaube, dass ihn jede Mannschaft der Welt derart mögen und respektieren würde, dass sie sich einfach nicht traut, schlecht zu spielen.
Grenzwertiger Jubel begeistert die Welt Grenzwertiger Jubel begeistert die Welt
Christian Streich ist für mich eine perfekte Mischung aus Kumpel, strengem Lehrer und Top-Experten. Und bodenständig ist er auch. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er jemals einen Friseur einfliegen lassen oder einen Porsche Turbo S mit Klappenauspuff fahren würde. Nicht mal ein Bronzesteak würde er anfassen. Und ich bin auch ganz sicher, dass er Donald Trump nicht die Zweitstimme geben würde. Never ever.
Ich bin derart Streich-Fan, dass ich am Freitag nur lachen musste, als er nach dem Sieg gegen Mönchengladbach seine Kollegen unerlaubt herzte und einen davon sogar fast niederstreckte vor Glück. Als er also genau das machte, wofür andere Fußballer vors Bundesverfassungsgericht gezerrt werden. Sowas muss man sich auch erstmal verdienen.
Zuhören lohnt sich: Christian Streich über Taktik Zuhören lohnt sich: Christian Streich über Taktik
Am besten finde ich Streich, der am Donnerstag 55 Jahre alt wird, aber nicht, wenn er reihenweise übermächtig scheinende Gegner auscoacht, sondern wenn er darüber redet, wie das geht. Seine Pressekonferenzen sind legendär. Ich könnte Dutzende Beispiele posten, aber eines sticht hervor, und es ist sogar ziemlich neu: Streich erklärte vor dem Leverkusen-Spiel Taktik am Beispiel Frankfurt. Siehe oben. Es ist einfach großartig.
Der einzige Haken: Streich ist jetzt seit 25 Jahren beim SC Freiburg und seit acht Jahren Trainer der Profimannschaft, und obwohl ich meine, dass Vereinstreue etwas Tolles ist, denke ich auch, dass alles seine Grenzen hat. Man sollte sich in einem Berufsleben auf verschiedenen Ebenen bewähren; und wenn sogar der Papst seinen Arbeitsplatz wechseln kann, wieso dann nicht auch mal Christian Streich?
Ja, ich halte diese Frage besonders spannend: Wie würde er sich woanders schlagen? Bei einem der Klubs zum Beispiel, die seit Ewigkeiten einfach nicht auf die Beine kommen.
Beim FC Schalke 04 etwa oder wahlweise beim FC Schalke der zweiten Liga: dem Hamburger SV. Wäre das nicht spannend?
Alle mal herschauen!
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