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Diese BVB-Niederlage macht der ganzen Liga Mut

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Es kommt nicht häufig vor, dass ich selbst zum Gegenstand eines B
 

Fever Pit’ch

9. November · Ausgabe #454 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Es kommt nicht häufig vor, dass ich selbst zum Gegenstand eines Buches werde. Im neuen Buch “Inside FC Bayern” ist es dagegen passiert. Christian Falk, einer der drei besten Bayern-Reporter des Landes, wagt in seinem Werk nicht nur einen Blick hinter die Kulissen des Rekordmeisters. Er schmückt auch detailliert aus, wie ich ihn zu Sport-Bild geholt und zu immer besseren Storys getrieben habe. Es ist jetzt ein paar Jahre her, dass ich Chefredakteur bei Sport-Bild war. Deshalb weckt das Buch zumindest bei mir schöne Erinnerungen. Aber deshalb würde es nicht empfehlen. Ich empfehle das Falk-Buch, weil es anhand von vielen amüsanten und äußerst spannenden Anekdoten die Mechanismen im Bundesliga-Betrieb erklärt. Nach der Lektüre versteht jeder Leser besser, wie Bayern funktioniert.
Einen selbstkritischen Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Diese BVB-Niederlage macht der ganzen Liga Mut
Und drin ist der Ball
Und drin ist der Ball
Dieser Gipfel war spitze
Von Oliver Mucha
Auch wenn es komisch klingt, aber der Liga-Gipfel dient den Konkurrenten des Serienmeisters Bayern München als Mutmacher. Auch wenn die Triple-Bayern das mitreißende Topspiel bei Borussia Dortmund gewonnen haben, so scheinen sie in dieser Saison nicht unverwundbar.
Die hoch stehende Abwehr birgt Risiken. Elf Gegentore nach sieben Spielen belegen das. Und die Auftritte des BVB und von RB Salzburg in der Champions League haben gezeigt, dass die Münchner mit einer mutigen Spielweise durchaus in größere Schwierigkeiten zu bringen sind.
Auf dem Weg zum neunten Meistertitel in Serie warten aber noch andere Stolperfallen. Ein längerer Ausfall von Joshua Kimmich würde nach dem Abgang von Thiago im Sommer kaum zu kompensieren sein. 
Kimmich-Schock: Mats Hummels fühlt mit Kimmich-Schock: Mats Hummels fühlt mit
Die hohen Belastungen könnten sich zudem in den nächsten Wochen negativ auswirken. Nach ihrem famosen Siegeszug auf den Champions-League-Thron hatten die Münchner kaum Vorbereitungszeit, die Winterpause als Erholungsphase gibt es in Corona-Zeiten nicht. Schon jetzt mehren sich die größeren und kleineren Verletzungen.
Die sogenannten Bayern-Jäger wittern zu Recht zumindest eine kleine Chance. Dafür müssten Dortmund, Leipzig und Gladbach aber noch konstanter werden und die Bayern in den direkten Duellen nicht nur ärgern, sondern auch schlagen. 
Denn eines hat der Kracher in Dortmund auch bewiesen: Die Mentalität der Bayern ist überragend, der Erfolgshunger weiter nicht gestillt. Die Offensive ist auch dank Neuzugang Leroy Sane herausragend besetzt. Dennoch darf die Konkurrenz nicht frühzeitig die Flinte ins Korn werfen.
Oliver Mucha ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
Auslosung DFB-Pokal
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Trotz Trainerdiskussion: VfL Wolfsburg 2:1 gegen Hoffenheim Trotz Trainerdiskussion: VfL Wolfsburg 2:1 gegen Hoffenheim
Wolfsburg war mir schon immer suspekt
Von Alex Steudel
Bevor ich hier den VfL Wolfsburg kritisiere, muss ich etwas klarstellen: Ich bin nicht ganz objektiv. Das hat wenig mit dem Thema Werksklub/VW zu tun. Mein erstes Auto war ein wolfsburggrüner VW Golf I Benziner, Baujahr 1974. Lief grenzwertmessungs-unabhängig wie eine Eins.
Es hat damit zu tun, dass mir Wolfsburg schon immer Steine in den Weg gelegt hat.
Als ich diese Woche las, dass Oliver Glasner auf der Kippe steht, habe ich mich daran erinnert. Ich dachte zuerst: Das mit der Kippestehen ist ein Scherz. Dann dachte ich: Die Kollegen von “Kicker online” haben aus Versehen einen alten Artikel hochgeladen. Wolfsburg ist nämlich nach sieben Bundesliga-Spieltagen unbesiegt, was sehr gut ist für dortige Verhältnisse. Eigentlich sogar für FC-Bayern-Verhältnisse.
Als ich näher hinlas, erkannte ich, dass es wirklich stimmte: Trainer Glasner hat sich über die Zusammenstellung des Kaders beschwert und damit den dafür verantwortlichen Manager Jörg Schmadtke verärgert.
Das muss man als Trainer auch erstmal hinbekommen: Sich über den Kader beschweren, der unter einem selbst seit Monaten unbesiegt ist.
Wie gesagt, Wolfsburg fand ich schon immer komisch. Es hat vielleicht damit zu tun: In Wolfsburg hatte ich mein erstes Freitagabend-Auswärtsspiel als Reporter. Das war im März 1998 und in vielerlei Hinsicht anstrengend. Man musste damals Texte via Laptop und über ein kühlschrankgroßes Telefonhörer-Modem in die Redaktion senden, und ich erinnere mich, dass die installierte Technik an dem Abend sehr schlecht funktionierte, was mich zum Schwitzen brachte: Die Übertragung meines Textes brach jedesmal ab, wenn das Publikum laut wurde. Ein Problem, das man in Wolfsburg eigentlich nicht kennt.
Ilustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Ilustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Irgendwie haben es die 15733 Leute an dem Abend geschafft, mir das Spiel textübertragungstechnisch gründlich zu vermiesen. Obendrein gewann Wolfsburg 1:0 gegen 1860 München, was miese Laune von Trainer Werner Lorant zur Folge hatte. Wenn du als Reporter der Löwen etwas nicht brauchen kannst, dann miese Laune von Werner Lorant.
Miese Laune bei anhaltendem Erfolg ist heute das Markenzeichen des VfL Wolfsburg 2020. Obwohl der Klub inzwischen Sechster ist, geschah vorige Woche das Naheliegende: Jörg Schmadtke, stets beleidigt dreinschauender Manager des unbesiegten VfL, zählte Oliver Glasner, Trainer des unbesiegten VfL, öffentlich an. Folge: Glasner gilt jetzt als Dead Unbesiegter Man Walking. Spötter sagen: Nur eine Niederlagenserie kann ihn noch retten.
Man muss dazu folgendes wissen: Schmadtke hat den Ruf eines Trainerkillers. Er lauert auf Trainerfehler, wie ein Torjäger auf den Verstolperer des Innenverteidigers lauert. Mirko Slomka, Peter Stöger, Guido Buchwald, Bruno Labbadia, bald Oliver Glasner – die Liste der Schmadtke-Opfer liest sich wie ein Who-is-Who des Trainergeschäfts. Mit Slomka soll er am Ende sogar nur noch per E-Mail korrespondiert haben.
Als Schmadtke diese Woche in einem Interview sagte, er sei “kein Trainerkiller”, war endgültig klar, wo der Hase läuft. Spätetens wenn er das sagt, solltest du als Trainer den Umzugsdienst anrufen. (Es sei denn, die rufen schon von selbst an.)
Turbulenzen im Erlebnispark Turbulenzen im Erlebnispark
Vor dem 27. März 1998 hatten die Wölfe gerade Trainer Willi Reimann entlassen. Aber sie waren ja auch nur Fünfzehnter. Ich hatte an dem Abend echte Schmadtke-Laune. Es machte einfach keinen Spaß, aus Wolfsburg zu berichten. Ich fand das “VfL-Stadion” mit seiner riesigen Laufbahn ums Spielfeld potthässlich. (Immerhin wurde es später und ohne mein Zutun umgebaut.)
Außerdem waren wir Löwen-Reporter schon Freitagnachmittag aus München nach Wolfsburg gekommen und hatten den schweren Fehler begangen, in die nicht sonderlich attraktiv ausbetonierte Innenstadt zu gehen. Später haben wir dort auch übernachtet. Ich erinnere mich an Neonlicht, das in mein Bett leuchtete. 
Normalerweise habe ich an fast jede Auswärtsfahrt meines Reporterlebens eine lustige Erinnerung. Mit Wolfsburg 1998 kann ich nicht dienen.
Aber wie gesagt: Ich bin, was den VfL angeht, nicht objektiv.
Übrigens, fast hätte ich es vergessen: Als ich Chefredakteur von Sport-Bild wurde und mich total auf meinen neuen Job freute – wer wurde da gleich zu meinem Start zum ersten Mal in der 2500-jährigen Geschichte des Weltfußballs Deutscher Meister? Natürlich, der VfL Wolfsburg.
Alle mal herschauen!
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