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Dieser Pokal stinkt: Manchester City verdient Uefa-Sperre

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Die Enthüllungen von Football Leaks im Spiegel darf man durchaus
 

Fever Pit’ch

15. Mai · Ausgabe #153 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Die Enthüllungen von Football Leaks im Spiegel darf man durchaus kritisch sehen. Niemand konnte mit Bestimmtheit sagen, woher die unbestreitbar echten Dokumente stammen, auf die sich die Berichterstattung stützte. Wurden die womöglich gestohlen? Auch rechtfertigte nicht jeder Bericht die Verletzung des Persönlichkeitsrechts und der Vertraulichkeit, die juristischen Schriftstücken innewohnt. Zu viel Belangloses gelangte an die Öffentlichkeit. Und nach seiner Entlarvung hinterließ der selbst ernannte Whistleblower “John” keinen sonderlich seriösen Eindruck.
Angesichts der jüngsten Entwicklungen zu Manchester City muss man aber genauso entschieden feststellen: Die Risiken und Nebenwirkungen sind solche Enthüllungen, wie jetzt die New York Times darlegte, allemal wert. Nur so kann das Publikum, das den Fußball liebt, von den Finanztricks und Machenschaften erfahren, wie versucht wird, die Chancengleichheit in den europäischen und nationalen Wettbewerben auszuhebeln. Da kann Trainer Pep Guardiola seinen erneuten Triumph in der Premier League noch so euphorisch feiern: Sein Meisterpokal stinkt gewaltig.
Die offenbar versteckten Zahlungen der Scheichs halfen beim Aufbau einer Mannschaft, die nicht organisch gewachsen ist, sondern wie in einem Versuchslabor mit den besten Elementen, die zu kaufen waren, entstand. Alle Klubs, die sich an die Regeln halten, Sponsorengelder akquirieren und allein mit Sachverstand Erfolge erzielen wollen, dürfen sich hintergangen und betrogen fühlen. Auch die deutschen Klubs. Uefa und Fifa stehen vor einer existenziellen Frage: Ist das der Fußball, den die Regelhüter beabsichtigen?
Football Leaks hat seinerzeit offengelegt, wie Verbandsbosse schützend ihre Hand über Geldgeber aus den Ölstaaten hielten und die Strafe milderten. Allein diese nicht begründbare Milde verletzt alle Grundwerte, die ein Fußballverband für sich in Anspruch nimmt. Uefa-Präsident Aleksander Ceferin hat jetzt die Chance, die Fehler seiner Vorgänger nicht zu wiederholen: Er muss der Rechtssprechung freie Hand geben. Nur dann wird die Botschaft bei den Klubvertretern, die mauscheln, vielleicht verstanden. Erstens: Dass alles auffliegt und nicht folgenlos bleibt. Zweitens: Fußball bedeutet mehr als der Gewinn von irgendwelchen Pokalen.
Einen befreiten Mittwoch wünscht
Euer Pit Gottschalk

Dieser Pokal stinkt: Manchester City droht Uefa-Sperre
Uefa-Kammer prüft Ausschluss aus der Champions League Uefa-Kammer prüft Ausschluss aus der Champions League
Von Jörg Soldwisch
Zwei Tage nach der großen Meisterparty verschickte Manchester City im Internet einen Überblick der neuesten Medienberichte. So erfuhr der Fan, dass City laut Daily Mail den Frankfurter Luka Jovic beobachten würde. Nett, aber unbedeutend. Die wirklich spannende Neuigkeit verschwieg der englische Champion seinen Anhängern: Manchester City mit Teammanager Pep Guardiola droht der Ausschluss aus der Champions League.
Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der New York Times hervor. Demnach wird erwartet, dass die Finanzkontrollbehörde der Europäischen Fußball-Union (Uefa) noch im Laufe dieser Woche eine endgültige Empfehlung zum Ausschluss des Scheich-Klubs vom wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb für mindestens eine Spielzeit ausspricht.
Verdacht auf Verstöße gegen Financial Fair Play
Der Grund: Verstöße gegen Regeln des Financial Fair Play (FFP). “Ban City”, titelte die Sun als Wortspiel über die mögliche Sperre für ManCity, das am Sonntag im FA-Cup-Finale gegen den FC Watford antritt. Sollte die rechtsprechende Kammer der Uefa-Finanzkontrollkammer für Klubs (FKKK) der Empfehlung folgen, wäre dies eine Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen. Erstmals hätte die Uefa einen Topklub wegen unlauteren Finanzgebarens aus der Königsklasse ausgeschlossen. 
2014 war Manchester City wegen ähnlicher Vorwürfe genau wie Paris St. Germain zu einer Geldstrafe in Höhe von 20 Millionen Euro bestraft worden. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel soll sich der aktuelle Fifa-Präsident Gianni Infantino damals in seiner Funktion als Uefa-Generalsekretär für eine mildere Strafe der beiden aus der Golfregion alimentierten Spitzenvereine eingesetzt haben. 
Guardiola-Klub reagiert auf Times-Bericht
Frankreichs Serienmeister PSG steht derzeit unter strenger Aufsicht der Uefa und muss Auflagen erfüllen. Der zweijährige Ausschluss des AC Mailand für internationale Spiele wurde wieder aufgehoben und bis 2021 auf Bewährung ausgesetzt. 
Auch im Fall von City kam der Anstoß durch die Football-Leaks-Veröffentlichungen von außen. Die Enthüllungsplattform hatte Ende des vergangenen Jahres anhand von E-Mails und internen Klub-Dokumenten unlautere finanzielle Aktivitäten der Skyblues aufgedeckt. City-Eigentümer Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan soll über Jahre verschleierte Zahlungen an den Verein geleistet haben. Dies geht aus Dokumenten des Magazins Spiegel und des Recherchenetzwerks EIC hervor.
Financial Fairplay - in aller Kürze erklärt
Abgewickelt worden sei der Betrug mit Sponsoren, die viel weniger bezahlt haben sollen als im Vertrag festgeschrieben war. Die Differenz sei aus dem Privatvermögen des Scheichs geflossen. Manchester City hatte die Ermittlungen Anfang März noch als gute Gelegenheit begrüßt, um “die Spekulationen zu beenden”. Am Dienstag reagierte City mit scharfer Kritik, hinter dem Bericht der Times würde die Absicht stecken, “den Ruf des Klubs und seine kommerziellen Interessen zu schädigen”. 
Manchester City gab in den vergangenen Jahren mehr als eine Milliarde Euro für neue Spieler aus - mit dem klaren Ziel, die Champions League zu gewinnen. Doch über das Halbfinale kam der Topklub nie hinaus, auch nicht mit Pep Guardiola. In diesem Jahr scheiterten die Citizens im Viertelfinale an Ligakonkurrent Tottenham Hotspur. 
So wahrscheinlich ist ein Ausschluss
In ihrem Streben nach der internationalen Krone werden die City-Verantwortlichen nichts unversucht lassen, um eine Europacup-Sperre zu umgehen. Bei einer Verurteilung gilt ein Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS als sehr wahrscheinlich. Diesen Weg bestritt kürzlich auch der FC Chelsea, der gegen die im Februar verhängte Transfersperre durch die Fifa vorgeht. 
Jörg Soldwisch ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
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