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Elfer-Streit im Pokal: So ist der Videobeweis überflüssig

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! "Und täglich grüßt das Murmeltier." Mit diesem Satz ist ein Medie
 

Fever Pit’ch

25. April · Ausgabe #136 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
“Und täglich grüßt das Murmeltier.” Mit diesem Satz ist ein Medientext überschrieben, den das Wirtschaftsportal “Brennpunkt Wirtschaft24” über meine Arbeit mit Fever Pit'ch veröffentlicht hat. Darin kommt Ausdruck, warum ich den Newsletter überhaupt mache: aus Liebe zum Fußball. Vielleicht kommt das in meinem Leitartikel heute zum Ausdruck.
Die nächsten zwei Tage bin ich in Berlin, um mit Verlagsvertretern über neue Umsatzquellen im digitalen Journalismus zu diskutieren. Mein Beraterjob lässt mich erkennen, wie es um die Branche und deren Finanzierung steht. Alle treibt die Frage um: Für welchen Journalismus zahlen die Leute? Wer Vorschläge hat: Ich bin ganz Ohr. Und keine Sorge: Fever Pit'ch bleibt gratis.
Einen unschuldigen Donnerstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Elfer-Streit im Pokal: So ist der Videobeweis überflüssig
Dank Strafstoß im Halbfinale: Bayern siegt 3:2 in Bremen Dank Strafstoß im Halbfinale: Bayern siegt 3:2 in Bremen
Kürzlich noch tönte Thomas Müller, er würde jeden unberechtigten Elfmeter am Tor vorbeischieben. Als es darauf ankam, nur Tage später Wort zu halten, ließ er seinen Bayern-Kollegen Robert Lewandowki einen unberechtigten Elfmeter zum 3:2 bei Werder Bremen verwandeln.
Durch dieses Siegtor im Halbfinale zieht der FC Bayern ins Pokal-Endspiel ein. Seine Heuchelei versteckte Thomas Müller in einer Wolke dubioser Worte, die erklären sollten, warum der harmlose Rempler von Theodor Gebre Selassie gegen Kingsley Coman doch strafstoßwürdig gewesen sei.
“Für mich war das aus dem Spiel heraus absolut ein Elfmeter”, sagte Müller allen Ernstes in die TV-Kamera. “Durch den Videobeweis bekommt der Schiedsrichter ja mit, ob es elfmeterwürdig ist.” Hier entlarvt sich die Schwäche beim Videobeweis komplett.
Der FC Bayern stürzt ins Pokalfinale
Schiedsrichter Daniel Siebert aus Berlin war entweder nichts willens, seinen spontanen und spielentscheidenden Pfiff auf dem Monitor zu überprüfen, oder bekam keinen energischen Hinweis vom zuständigen Video-Assistenten Robert Kampka im Kölner Keller. Fatal war beides für Werder.
Manuel Gräfe, einer der drei besten deutschen Schiedsrichter, hat den Sinn des Videobeweises so erklärt: Ein Seiltänzer kann entscheiden, ob er mit oder ohne Sicherheitsnetz aufs Seil steigt. Bestenfalls passiert nichts. Wenn aber was passiert, ist man für das Fangnetz unterm Seil sehr, sehr dankbar.
Beim Pokalspiel in Bremen hat sich Schiedsrichter Daniel Siebert gegen das Sicherheitsnetz entschieden. Das ist nachlässig bis dumm, weil konterkariert wird, wofür der Videobeweis eingeführt und seit Pokal-Viertelfinale nutzbar ist: Man will im Fall der Fälle maximale Gerechtigkeit.
Robert Lewandowki trifft für Niko Kovac
Nun erbringt Daniel Siebert den Beweis, dass der deutsche Fußball nicht bessere Videobeweis-Technik braucht, sondern bessere Schiedsrichter. Was nützt ein hochkomplexes System, wenn das Personal aus Hochmut oder aus Inkompetenz nicht zur Bedienung in der Lage ist?
Es ist jedenfalls niemandem gedient, wenn Spieler wie Max Kruse regelmäßig sagen können: “Das ist lächerlich. Wenn das ein Elfmeter ist… Wozu haben wir den Videobeweis? Wenn er das nicht sieht, können wir ihn wieder abschaffen.” Man kann dem Werder-Profi nicht widersprechen.
Das Videobeweis-System kostet zig Millionen. Das Geld wäre vermutlich besser in die Ausbildung, in das Talentescouting oder in die Umstellung zur Professionalität des Schiedsrichterwesens geflossen. Wenn solche Szenen wie in Bremen noch immer möglich sind, ist der Videobeweis überflüssig.
Pit Gottschalk
Deutschland hat ein echtes Schiedsrichter-Problem. Es kann doch nicht jedesmal einer der drei selben guten pfeifen, nur damit ein Spiel ordentlich über die Bühne geht #SCWFCB @DFB @DFB_Pokal
10:31 PM - 24 Apr 2019
Der Bayern-Gegner im Pokal-Endspiel
DFB-Pokalfinale: RB Leipzig träumt vom ersten Titelgewinn DFB-Pokalfinale: RB Leipzig träumt vom ersten Titelgewinn
Von Florian Krebl
Dass Ralf Rangnick seinen Spielern die taurinhaltige Aufputsch-Brause des Hauptsponsors vor jeder Partie intravenös zuführt, darf bezweifelt werden. Und trotzdem hat der 60-Jährige RB Leipzig Flügel verliehen. Zehn Jahre nach Vereinsgründung - und sieben Jahre nach Rangnicks Start ins Abenteuer RB - ist das erste große Endspiel Wirklichkeit. Der diesjährige DFB-Pokalsieger könnte nach dem Finale am 25. Mai tatsächlich aus Sachsen kommen.
Für viele argwöhnische Beobachter ist das Konstrukt RB nur das Ergebnis eines in die Realität verlagerten Managerspiels, ein Dorn im Auge. Zuletzt entlud sich diese Ablehnung beim Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach, als Rangnick von einigen gegnerischen Fans auf das Geschmackloseste beleidigt wurde. Wohl der Preis des Erfolgs. 
"Ich ziehe den Hut vor Ralf Rangnick"
Denn neidisch darf man auf RB gewiss sein. Mit einem zugegebenermaßen großen finanziellen Anschub hat Architekt Rangnick als Sportdirektor in kürzester Zeit Infrastrukturen auf nationalem Spitzenniveau etabliert.
Das verdient Respekt und keine Häme. Auch ist ihm hoch anzurechnen, dass er im Jahr vor Julian Nagelsmann nicht nur als Übergangstrainer einsprang, sondern das Spiel seiner Mannschaft neu erfand.
Viel weniger unnötige Gegentore, viel mehr Kompaktheit in der Defensive. Rangnick hat einen Haufen Jungspunde, die bereits in der Champions League ihr Talent bewiesen hatten, zu Männern gemacht. Er hat ihnen die Flausen ausgetrieben und alle auf Linie getrimmt. Vor allem deshalb muss der Pokalsieg kein Traum bleiben.
Florian Krebl ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
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