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Endlich! Borussia Dortmund erlöst Trainer Lucien Favre

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Bayer Leverkusen, seit gestern Bundesliga-Spitzenreiter, steht ge
 

Fever Pit’ch

14. Dezember · Ausgabe #479 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Bayer Leverkusen, seit gestern Bundesliga-Spitzenreiter, steht genau dort, wo Borussia Dortmund hinwollte: vor Bayern München auf Platz eins. Die Lage entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass der Trainer in Leverkusen Peter Bosz heißt. Jener Peter Bosz also, den sie in Dortmund vor drei Jahren mit großem Vorschusslorbeer empfangen und nach vier Monaten gefeuert haben, weil ihnen die Geduld für einen Trainer mit Vision und Offensivgeist gefehlt hat. Bayer Leverkusen dagegen hielt an Peter Bosz fest, als er im Sommer überraschend die Qualifikation zur Champions League verpasste. Nach elf Spieltagen wäre zwar jede Prognose vermessen, wo Peter Bosz mit Bayer Leverkusen am Saisonende landet. Aber so viel kann man vielleicht doch sagen: Peter Bosz hätte 2017 in Dortmund dieselbe Geduld verdient gehabt, die man später Lucien Favre von 2018 bis 2020 zugestanden hat.
Einen abenteuerlichen Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Endlich! Borussia Dortmund erlöst Trainer Lucien Favre
Der Blick sagt alles
Der Blick sagt alles
Sein BVB-Aus war richtig wie überfällig
Von Pit Gottschalk
Es war richtig wie überfällig, dass Borussia Dortmund Trainer Lucien Favre von seinen Aufgaben entbunden und die dauerhafte Quälerei beim BVB vorzeitig beendet hat. Die Spielerfront stand geschlossen gegen ihn - die Vereinsführung konnte nicht länger wegsehen.
Wenn Mats Hummels von “Schnicksereien” beim Spielaufbau spricht, “die wenig Ertrag bringen”, Marco Reus die mangelhafte Verteidigung thematisiert und Emre Can bei seiner Auswechslung die Wasserflasche besser kickt als zuvor den Ball im Spiel, sind die Alarmsignale unübersehbar.
Das ständige Gerede, dass Lucien Favre ein sehr guter Fachmann sein soll, ist genau das: Gerede. Ein Trainer ist nur dann ein guter, wenn die Leistung der Mannschaft permanent und nicht nur phasenweise das Level erreicht, das der Spielerkader eigentlich hergibt.
Ein langer Abschied
Eine Trennung ohne Abschied
Der letzte Ausweg aus der Sackgasse
Nach den zwei Heimniederlagen gegen den 1. FC Köln (1:2) und VfB Stuttgart (1:5) hatte Lucien Favre keine Ausrede mehr. Eine Mannschaft, die so bestückt ist wie Dortmund, muss gegen ein Kellerkind der Liga und gegen einen Aufsteiger sogar im Formtief drei, vier Punkte in Summe holen.
Gelingt das nicht, liegt mehr im Argen und kann nicht dadurch kaschiert werden, dass der Gruppensieg in der Champions League mehr als souverän erreicht wurde. BVB-Geschäftsführer Aki Watzke hat immer und bestimmt darauf hingewiesen, wo die Messlatte in jeder Saison liegt.
Die Messlatte ist: die jährliche Qualifikation für die Champions League. Nur 19 Punkte aus elf Bundesliga-Spielen und damit Platz fünf sind das eine Kriterium, das Watzke beunruhigt hat. Das andere: Das Momentum zeigt nach unten und die Mannschaft keine Entwicklung nach oben.
Wie ein Kletterer vor einer drei Meter hohen Wand
Es hat etwas gefehlt
Dortmund und Bayern machen es dem DFB vor
Seit dem Frühjahr 2019, als Lucien Favre ohne Not im Meisterschaftsrennen neun Punkte Vorsprung auf Bayern München vergeigte, wollte man sich beim BVB dem Offensichtlichen versperren und zumindest öffentlich nicht zugeben, dass der falsche Trainer bei ihnen arbeitet.
Der gelegentliche Hinweis auf den hervorragenden Punkteschnitt und die zwei Vizemeisterschaften vernebelte den Realitätssinn: Der Rückstand auf den Rekordmeister wurde trotz millionenschwerer Investitionen nicht wirklich kleiner. Keinen einzigen Titel holte Favre in zweieinhalb Jahren.
Darum hatte Borussia Dortmund kein Wahl und macht’s wie der FC Bayern seinerzeit bei Niko Kovac: Schlussstrich nach dem Heim-Debakel. Deshalb wird die Mannschaft nicht sofort auftrumpfen wie die Bayern unter Hansi Flick. Ein “Weiter so!” aber konnte nicht mehr die Lösung sein.
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VfB Stuttgart: Wie der Aufsteiger zur Attraktion der Liga wurde VfB Stuttgart: Wie der Aufsteiger zur Attraktion der Liga wurde
Von Alex Steudel
Wamangituka. Matarazzo. Mislintat. Wenn mich letzte Woche Kaiser Franz nachts um drei geweckt und gesagt hätte: Schreib mal schnell den Rechtsaußen, den Trainer und den Sportdirektor des VfB Stuttgart auf einen Zettel! Ich hätte alle falsch geschrieben.
So mancher Fußballfan hätte vermutlich nicht mal gewusst, wer die überhaupt sind.
Wissen bald alle. Der VfB ist die Mannschaft der Stunde. Aufsteiger und Siebter nach dem 5:1 in Dortmund. Erster der Auswärtstabelle.
Ja, ich lobe den VfB. Ich bin Stuttgarter. In den Siebzigern 3,3 Kilometer vom Neckar-Benz-Stadion entfernt aufgewachsen. Aber eigentlich bin ich Kickers. Also zählt alles, was ab jetzt kommt, doppelt.
Der VfB ist eines jener Paradebeispiele für Neuaufbau. Antimaterie zum HSV sozusagen. Abgestiegen und wieder hoch und da durchgestartet. Doch nicht mit Milliardärsmillionen, sondern mit einer kühnen Idee: Wir holen Talente, Unbekannte, Junge. Schwäbisch’ Edition: Koscht am beschta nix.
Der VfB hat den sechstwertlosesten Kader der Liga.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Dahinter steckt Thomas Hitzlsperger. Der Brad Pitt des VfB. Also wenn man den Baseball-Streifen “Moneyball” gesehen hat. Brad Pitt spielte darin Oakland-Manager Billy Beane, der keine teuren Spieler, keine großen Namen holte. Ins System passen und billig sein mussten sie.
Die Profis, die gegen Dortmund aufliefen, haben 28,4 Millionen Euro Ablöse gekostet. Also alle elf zusammen. Sogar einen unbekannten Ami als Trainer haben die VfB-Fans geschluckt.
Hitzlsperger, der am Wochenende postete, er würde vor Glück gern “Konfetti kotzen”, weiß eben genau, wie man mit wenig Aufwand maximalen Ertrag einfährt. Er spielte beim Sommermärchen ganze elf Minuten für Deutschland und wurde WM-Dritter.
Thomas Hitzlsperger
Ich könnt Konfetti kotzen, so happy bin ich über das was ich gerade sehen durfte #BVBVfB
Jetzt hat er ein Team gebaut, das sogar den paradejungen Dortmundern zeigt, was jung ist: Die Startelf des VfB im Westfalenstadion war im Schnitt 23,4 Jahre alt – 2,2 jünger als die der Dortmunder. Dreieinhalb Jahre jünger als die der Bayern gegen Union Berlin.
Okay, zum Schluss noch ein bisschen Salz. Wo ist die Wunde? Ach ja, hier: Sportdirektor Sven Mislintat, der Ingenieur des VfB-Kaders, ist zwar nicht so wahnsinnig bekannt, er war aber schon mal sehr erfolgreich: in Dortmund. Bis 2017. In der ziemlich Goldenen Ära des BVB also. Jürgen Klopp, Meisterschaften, DFB-Pokale und so.
Tja.
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