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Fan-Eklat: Zeit des Dialogs ist wahrscheinlich vorbei

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Wie gerne würde man heute über den DFB-Pokal reden. Über die mögl
 

Fever Pit’ch

3. März · Ausgabe #354 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Wie gerne würde man heute über den DFB-Pokal reden. Über die möglichen Heldentaten des 1. FC Saarbrücken gegen Fortuna Düsseldorf. Oder über die Krisenbewältigung von Schalke 04 gegen Bayern München. Gleich morgen folgen ja die nächsten zwei Viertelfinalspiele. Bayer Leverkusen gegen Union Berlin und Eintracht Frankfurt gegen Werder Bremen. Die vier Pokalspiele werden vermutlich genügend Stoff für Dramen liefern.
Stattdessen ist die Diskussion um den Fan-Eklat von Hoffenheim noch immer nicht ausgestanden. Wie auch. Die Fronten sind verhärtet, kein Einlenken abzusehen. Alle gegen Dietmar Hopp: Sogar Hannover 96 meinte gestern, in der 2. Liga mitreden zu müssen. Warum feindet eine Minderheit im Stadion einen 79-Jährigen so an, dass er zur Symbolfigur wird? Haben die Ultras als Kinder nie gelernt, dass man einem älteren Herrn mit Respekt begegnet?
Düsseldorf wackelt heute ins Pokal-Halbfinale, und Schalke nötigt Bayern München eine Verlängerung ab. Ich weiß: Das sind gewagte Prognosen. Aber irgendwie will ich mir einreden, dass es heute ums Sportliche geht und mir das Aufmerksamkeitsdefizit schlecht erzogener Menschen nicht die Freude auf den Pokal-Abend kaputtmachen kann. Ja, ich will Fußball sehen. Keine Banner, keine Fadenkreuze. Nur: Fußball. Ist das so schwer?
Einen verballhornten Dienstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Fan-Eklat: Zeit des Dialogs ist wahrscheinlich vorbei
Härteres Vorgehen gegen Ultras? Härteres Vorgehen gegen Ultras?
Von Olaf Schröder
Der Skandal-Spieltag in der Bundesliga lässt viele ratlos zurück. Wie soll es weitergehen, damit der deutsche Fußball in den kommenden Wochen nicht im Chaos versinkt?
Schon wird der Ruf laut, dass DFB und DFL eine übergeordnete Lösung liefern sollen. Das ist richtig in Bezug auf Homophobie, Rassismus und Diskriminierung. Das ist falsch in Bezug auf das, was letztes Wochenende passiert ist. Hier muss die Lösung von den Vereinen kommen.
Der erste Reflex wäre, den Dialog mit denen zu suchen, die für die Aktionen am Wochenende verantwortlich waren. Aber sind wir mal ehrlich: Die Zeit des Dialogs ist wahrscheinlich längst vorbei und wird meiner Meinung nach auch nicht mehr zum Ziel führen.
Das Hopp-Dilemma des DFB
Der überforderte Fußball
Schon seit Jahren werden einer relativ kleinen Gruppe des Gesamtpublikums Einfluss und Privilegien gestattet, die das fördern, was wir jetzt sehen. Auf Druck der Ultras hin haben die Profi-Klubs sich vom Montag als Spieltag der Bundesliga und 2. Liga wieder verabschiedet. Durch die Ereignisse vom Wochenende haben sie aber nicht mehr nur Einfluss auf die Spieltage, sondern sogar auf den sportlichen Ausgang – und damit ein völlig neues Druckmittel in der Hand.
Die Szene genießt Privilegien, da sie vielerorts dafür verantwortlich ist, dass im Stadion Stimmung herrscht und sich auch gesellschaftlich engagiert. Teile der Ultra-Szene halten sich deshalb aber offenbar für unantastbar. Der Wunsch nach guter Stimmung darf nicht dafür sorgen, sich alles bieten zu lassen.
"A***loch, W***er, H***sohn!"
Vorläufiger Höhepunkt der Entfremdung
Jetzt müssen die Vereine Farbe bekennen. Denn die Mittel, um gegen Hass, Beleidigungen und Ausgrenzung im Stadion vorzugehen, gibt es ja. Die Klubs haben im Stadion Hausrecht. Sie dürfen entscheiden, wer reinkommt, wer gehen muss und wer nicht wieder reingelassen wird. Dieses Hausrecht muss in Zukunft konsequent umgesetzt werden.
Bayern-Fan erklärt die Anti-Hopp-Plakate
Hier malen Union-Fans das Fadenkreuz-Plakat (€)
Das bedeutet allerdings auch eine höhere finanzielle Belastung durch Investitionen in die eigenen Ordnungsdienste und Kontrollen. Wenn dann doch ein beleidigendes Transparent hochgehalten wird, oder sich einzelne vermummen, muss eingeschritten werden. Im Block. Auch wenn das die unpopulärste aller Maßnahmen ist. In Kombination mit der modernen Videotechnik in den deutschen Stadien sollte es gelingen, viele der Täter ausfindig zu machen und zur Verantwortung zu ziehen. Auch finanziell.
Denn zur Umsetzung dieser Linie werden die Vereine die Unterstützung der Polizei brauchen, was ebenfalls zu einer höheren finanziellen Belastung führen kann. Schlimm genug, dass die Klubs ihr Geld nicht in die Mannschaft, sondern in den Konflikt mit einer eigenen Anhänger-Gruppe stecken müssen.
Die Bayern wollen jetzt voran gehen. Täter, die identifiziert werden, dürften “kein Spiel mehr von uns sehen”, kündigte der Vorstandsvorsitzende Rummenigge an. Das ist der einzige Weg, der jetzt noch Sinn macht.
Denn auch wenn Meinungsäußerungen im Stadion natürlich erlaubt sein müssen, ist es nicht zu viel verlangt, sich an geltende Gesetze zu halten. Der Fußball und die vielen anderen Fans müssen geschützt werden.
DFB-Pokal heute im Fernsehen
Ganz dünnes Eis Ganz dünnes Eis
Was sonst noch so los ist
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"Auf diesem Niveau kann ich nicht diskutieren"
Alle mal herschauen!
"Das ist nicht Real gegen Barça, aber das hier gehört uns" "Das ist nicht Real gegen Barça, aber das hier gehört uns"
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