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Fever Pit'ch: Thiago, Michael Zorc - und FC Liverpool

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Als mein Kollege Florian Plettenberg den bevorstehenden Thiago-Ab
 

Fever Pit’ch

25. Juni · Ausgabe #399 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Als mein Kollege Florian Plettenberg den bevorstehenden Thiago-Abschied beim FC Bayern kommentierte, sagte ich ihm in einem Tweet den drohenden Shitstorm voraus: “Das wird Diskussionen geben.” Der Spanier versammelt in den Sozialen Medien eine Fangemeinde, die ich nicht verstehe. Ja, Thiago kann wunderbar mit dem Ball umgehen - leider zeigt er das viel zu selten und nicht immer dann, wenn es in schwierigen Spielen darauf ankommt. Thiago oder nix: Der berühmte Guardiola-Satz von 2013 war in den sieben Jahren beim FC Bayern gelegentlich, aber nicht permanent nachvollziehbar.
Robert Lewandowski und Thomas Müller, Arjen Robben und Franck Ribery - sie und ein paar mehr haben dem Bayern-Spiel einen Stempel aufgedrückt. Mit ihren Gesichtern verbindet man eine Spielweise, die aufregend und erfolgreich ist. Aber Thiago? Wird man ihn vermissen? Ich werde diese Fragen heute Morgen gemeinsam mit Hartwig Thöne in unserer Morning Show 2nach10 diskutieren, die - wie der Name schon sagt - ziemlich genau um 10.02 Uhr auf unserer Online-Plattform www.sport1.de startet. Bei der Gelegenheit werde ich etwas zu Vereinstreue sagen.
Allein die Zahl der Jahre bei einem Verein ist nicht entscheidend. Michael Zorc zum Beispiel, seit über zwei Jahrzehnten Sportdirektor bei Borussia Dortmund, brachte mit seinem Geschick bei Transfers eine Philosophie beim BVB ein. Die größten europäischen Talente sehen in Dortmund einen guten Weg, um zu internationaler Klasse zu reifen. Zorc steht für eine Idee von Fußball. Man muss das einfach mal würdigen, wenn ein Spieler seine Funktionärskarriere erfolgreich gestaltet und keinen anderen Verein kennt. Gestern hat er zum wiederholten Mal seinen Vertrag verlängert - bis 2022.
Einen treuen Donnerstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Thiago ist beim FC Bayern verzichtbar
Kai Havertz wäre mehr als ein guter Ersatz Kai Havertz wäre mehr als ein guter Ersatz
Von Florian Plettenberg
Bei keinem anderen Spieler im Kader des FC Bayern fällt die sportliche Bewertung derart konträr aus wie bei Thiago.
Für die einen ist er Weltklasse, für die anderen ein Mitläufer. Für Hansi Flick ist er ein “Ausnahmekönner”.  
Für mich ist er vor allem eines: sportlich verzichtbar! 
Der 29-jährige Spanier ist im zentralen Mittelfeld beheimatet. Seine Übersicht und sein Einsatzwillen sind stets hervorragend, sein Edelfuß wird an schlechten Tagen aber viel zu oft zum Leichtfuß.  
Mangels ernsthafter Alternativen wurde ihm sein teilweise leichtfertiges Spiel im Zentrum fast nie zum Verhängnis. In dieser Saison allerdings schon. Niko Kovac setzte ihn beim 7:2 gegen die Tottenham Hotspur deshalb zunächst auf die Bank. Ebenso Flick in den ersten drei Bundesliga-Spielen unter seiner Regie. Thiago sorgte in dieser Phase nicht für Stabilität, sondern für Gefahr.  
Flick nahm sich den “exzellenten Fußballer”, wie er ihn selbst bezeichnet, zur Brust. Thiago reagierte mit Konsequenz und Geradlinigkeit, traf in der Liga sogar in drei aufeinanderfolgenden Spielen.
Seit Anfang Februar wurde es wieder ruhiger um ihn. Drei Tore und zwei Assists sammelte er in der laufenden Saison in 35 Pflichtspielen, was für einen Spieler seiner Klasse eindeutig zu wenig ist. 
Dass ihn die Bayern sportlich als wertvoll betrachten, untermauert der Wille des Vereins, mit ihm zu verlängern. Ein unterschriftsreifes Vertragsangebot bis 2023 liegt vor, sollte schon längst unterschrieben sein und scheint sich nun in Luft aufzulösen, da Thiago laut Sportbild den Verein nach sieben Jahren wohl verlassen möchte. Die Gründe? Unklar. Flick wünscht sich aber, dass er verlängert.  
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Sollte es zum Abschied kommen, bestenfalls mit Ablöse in diesem Sommer, andernfalls ablösefrei 2021, ginge ein Spieler, der im Verein und bei seinen Mitspielern beliebt und dessen soziales Engagement auch abseits des Platzes vorbildlich ist. 
Der aber, rein sportlich betrachtet, ersetzbar ist, obwohl er mit seinen Fähigkeiten unverzichtbar sein müsste.   
Seit dem Re-Start plagt sich Thiago mit Leistenproblemen herum, spielte in der Bundesliga nur 16 Minuten. Leon Goretzka und Joshua Kimmich haben in dieser Phase mit Effizienz, Geradlinigkeit, Tempo und Wucht eindrucksvoll bewiesen, dass sie das neue Herzstück der Bayern bilden können und ihr Spielstil dem entspricht, was sich Flick auch zukünftig wünscht.  
Aber klar ist auch: Ginge Thiago vorzeitig, gibt es im Zentrum einen personellen Aderlass. Javi Martínez ist nur noch Ergänzungsspieler, Corentin Tolisso gilt als Verkaufskandidat und Michael Cuisance braucht noch Zeit.  
Einen perfekten Thiago-Ersatz gäbe es aber: Kai Havertz.  
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