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Frankfurt macht mobil gegen Weltmeister Andy Möller

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Die Behörden in Hamburg-Mitte konnten kürzlich keine Unregelmäßig
 

Fever Pit’ch

20. September · Ausgabe #239 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Die Behörden in Hamburg-Mitte konnten kürzlich keine Unregelmäßigkeiten bei der Identität des HSV-Profis Bakery Jatta erkennen und legten den Fall Jatta zu den Akten. Danach zogen die Zweitligisten 1. FC Nürnberg, VfL Bochum und Karlsruher SC ihre Einsprüche zu den Niederlagen gegen den Hamburger SV zurück; ihnen war es nicht möglich gewesen, belastendes Material gegen Jatta vorzutragen. Das Thema war durch.
Gestern vermeldete Bild, dass die Bremer Polizei “neue Erkenntnisse” im Fall Jatta prüft. Diesmal sind es nicht zwei Trainer in Gambia, auf die sich Bild bei ihrem Verdacht beruft, sondern Angaben von Bakery Jatta selbst, die er bei seiner Einreise nach Deutschland 2015 gemacht haben soll. Demnach enthalte u.a. die Email-Adresse, die er hinterlegt haben soll, einen anderen Namen: Bakary Daffeh. So soll Bakery Jattas richtiger Name lauten.
Ich muss zugeben, dass ich die Situation im Moment nicht einschätzen kann. Immerhin behauptet Bild, im Besitz von Kopien dieser Dokumente zu sein. Dass die Polizei Sachverhalte prüft und Hinweisen nachgeht, ist nichts Ungewöhnliches; dazu ist sie verpflichtet. Mit diesem Zwischenstand möchte ich es aber bei Fever Pit'ch bewenden lassen und jetzt abwarten, was die Prüfung ergibt. Unter Verdachtsberichterstattung hat Jatta genug gelitten.
Die Polizei wird mit aller Sorgfalt die Anhaltspunkte auf Wahrheitsgehalt checken, um zum Beispiel ausschließen zu können, dass es sich bei den Papieren um eine Fälschung handelt. Und sollten sie echt sein (wofür es zur Stunde keinen Beweis gibt), will man schon gerne wissen, warum die Bremer Behörde diese wichtigen Informationen wochenlang zurückhielt und nicht den Kollegen in Hamburg-Mitte zur Verfügung stellte.
Bis das alles nicht geklärt ist, sollte man besser nicht spekulieren.
Einen passgenauen Freitag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Frankfurt macht mobil gegen Weltmeister Andy Möller
Zurück zu den Wurzeln bei Eintracht Frankfurt Zurück zu den Wurzeln bei Eintracht Frankfurt
Von Pit Gottschalk
Die Chef-Etage bei Eintracht Frankfurt muss in diesen Tagen eine weitere wegweisende Entscheidung treffen: Bleibt es bei der geplanten Verpflichtung von Andreas Möller als Nachwuchs-Chef im Verein - oder bekommen die Ultra-Fans ihren Willen?
Die Ultra-Fans wollen den Weltmeister von 1990 nicht mehr in Diensten ihres Vereins sehen. Es interessiert sie nicht, dass Andreas Möller gebürtiger Frankfurter ist, dreimal für die Eintracht gespielt hat und dabei 33 Tore in 115 Bundesliga-Spiel erzielte.
Auf einem riesengroßen Banner warfen sie ihm gestern Abend einen zwei Jahre alten Satz vor, dass seine Verbindung zum Verein erkaltet ist, und forderten den Vorstand zur Kehrtwende auf: “Für Andreas Möller ist bei der Eintracht kein Platz!“ 
Für die Eintracht-Bosse ist die Lage heikel. Einerseits liegt ihnen eine Menge am Support durch die Ultra-Fans; deren Choreografien in der Europa League sind legendär. Andererseits können sie nicht zulassen, dass Fans die Personalpolitik mitbestimmen.
Im Mai war Andreas Möller zu Gast bei Borussia Dortmund. Foto: Imago / Sven Simon
Eintracht-Fans wollen ihn nicht als NLZ-Chef
Hier steht mehr auf dem Spiel als der künftige Arbeitsplatz eines Fußballmillionärs. Die Frage ist: Wie viel Einfluss darf der treue Anhang über den demokratischen Wahlprozess hinaus auf die Vereinsspitze nehmen? Wer hat das Sagen im Klub?
Bei einem modernen Unternehmen, das Bundesliga-Klubs heutzutage sein müssen, beruft ein Aufsichtsrat eine Geschäftsführung (Vorstand), die alle wichtigen Entscheidungen, auch Personalien, im gesteckten Rahmen verantwortlich trifft.
Beim Fußball kommen drei störende Faktoren dazu. Erstens: der wöchentliche Spieltag, der alle Entscheidungen auf den Prüfstand stellt. Zweitens: die in Medien veröffentlichte Meinung, die Stimmungen erzeugen kann. Drittens: die Stimme der Ultra-Fans.
Eine gute Vereinsführung hat die Kraft, bei Unkenrufen wegzuhören. Nur ein Beispiel: Die Bayern-Fans wollten verhindern, dass Manuel Neuer 2011 von Schalke 04 zum FC Bayern wechselt. Sie warfen ihm seine Vergangenheit als Fan in der Nordkurve vor.
Uli Hoeneß verwahrte sich gegen die Einmischung von der Südtribüne und drückte Neuer gegen alle Widerstände und für die damalige Rekordablöse von 30 Mio. Euro durch. Er wusste: Dieser Schalker macht das Bayern-Tor sicherer als der Fanliebling Thomas Kraft.
"Für Andreas Möller ist kein Platz bei Eintracht Frankfurt "Für Andreas Möller ist kein Platz bei Eintracht Frankfurt
Andreas Möller hat eine durchaus wechselhafte Karriere als Profispieler hinter sich. Er legte in Dortmund ein falsches Treuebekenntnis zum BVB ab, presste bei Eintracht Frankfurt jede Mark heraus, wechselte sogar zwischen verfeindeten Vereinen, damals zu Schalke 04.
Was genauso stimmt: Er gewann jeden Pokal, den man als Spieler holen kann, er lernte von großen Trainern wie Ottmar Hitzfeld und Franz Beckenbauer, baute als Co-Trainer in Ungarn Kontakt zur Nachwuchs-Elite auf. Und dieser Mann soll der Eintracht nicht helfen können?
Als Fredi Bobic Sportvorstand in Frankfurt wurde, erlebte er eine ähnliche Skepsis. Die Details, warum er beim VfB Stuttgart aufgehört hatte, wollte kaum jemand hören. Heute ist man froh, dass er da ist. Der Eintracht-Aufstieg hat mit ihm, Manager des Jahres, viel zu tun.
Darum wäre es die richtige Entscheidung, Andreas Möller konkrete Ziele zu nennen, an denen er sich als NLZ-Chef messen lassen muss, und erst danach ein Urteil zu bilden. Man darf gespannt sein, ob die Eintracht-Führung so viel Stehvermögen zeigt.
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Holger Schmidt
Die Bundesliga in Europa so stark wie lange nicht. Halt nur nicht die deutsche #BMGWAC @OEFBL @WolfsbergerAC @RedBullSalzburg
10:39 PM - 19 Sep 2019
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#ZeugenManuels #Hoeneß #TerStegen #Neuer
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1:30 PM - 19 Sep 2019
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Uli Hoeneß, Torwartversteher
Von Alex Steudel
Die Liste der Errungenschaften von Uli Hoeneß wird immer länger, der Mann ist ein echtes Wunder. Er gilt als Erfinder des nicht wiederzufindenden Elfmeterballs, bescherte uns den WM-Titel 1974 und sanierte den FC Bayern. Dafür gebührt ihm ewiger Dank.
Seit der Causa Neuer/ter Stegen ist der Bayern-Manager auch noch Torwartversteher, wenngleich das eine späte Begabung ist, denn Hoeneß hat beim Torwartverstehen eine Menge Lehrgeld zahlen müssen. Zum Beispiel, als er Bayern-Torwart Rensing als Superman positionieren wollte: “Lehmanns Nachfolger in der Nationalelf wird auf jeden Fall Rensing und sonst keiner. Da können sich alle anderen auf den Kopf stellen.”
Jeder macht halt Fehler, bei Hoeneß überwiegt eindeutig das Positive, diese Woche hat er zum Beispiel mal kurz in einem Satz die gesamte Medienlandschaft revolutioniert, als er sie in westdeutsche und süddeutsche Presse einteilte, was ihn zum Alexander von Humboldt des Journalismus macht. In Hamburg schlug die Aussage übrigens besonders hart auf. Erst durch Hoeneß wird allen richtig klar, welch dramatische Nachwirkungen die Krise des HSV hatte: Sie löschte nicht nur den Spitzenfußball im Norden aus, sondern auch gleich den ganzen norddeutschen Journalismus, es gibt ihn einfach nicht mehr. (Also bis auf diesen Newsletter hier.)
"Die Schärfe der Aussagen hat mich überrascht" "Die Schärfe der Aussagen hat mich überrascht"
Was ich nicht verstehen kann: Wieso die rest-deutsche Presse nach der Torwartanalyse von Attacke, Ausbruch und Gepolter redet. Ich kenne Uli Hoeneß seit über 20 Jahren, wir haben uns oft unterhalten oder Interviews gemacht. Ich weiß also genau, wie er klingt, wenn er richtig sauer ist: Er klingt nämlich laut, und manchmal kreischt er sogar ein bisschen.
Ich erinnere mich an Situationen, da hat er sich lauter darüber aufgeregt, dass ihm ein Radioreporter schmatzend Fragen stellte (“Nehmen Sie erst mal den Kaugummi raus!!!”), als er das jetzt über die südwestdeutsche Presse und den DFB getan hat. Seine Aussagen bei RTL hatten den Kreischfaktor der Angela-Merkel-Weihnachtsansprache, das war für Hoeneß-Verhältnisse geradezu Diplomatendeutsch.
Er hat weder gesagt, dass das nicht mehr sein Fußball sei, noch ist er rot angelaufen, und geschrien hat er schon gar nicht, nein, ganz sachlich und ruhig hat er erläutert, was eh alle denken und unstrittig ist, dass nämlich Neuer im Tor besser ist als ter Stegen, der ja in Dortmund sowieso echte Probleme hatte: Den Reus-Elfer hielt er erst im Nachfassen.
Alle mal herhören!
Wenn Musiker balla-balla sind Wenn Musiker balla-balla sind
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