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Frust beim BVB: Als Hasenfuß wird man nicht Meister

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Im Volksparkstadion passierte gestern Ungeheuerliches, als Bakery
 

Fever Pit’ch

2. September · Ausgabe #223 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Im Volksparkstadion passierte gestern Ungeheuerliches, als Bakery Jatta sein Tor zum 3:0 gegen Hannover 96 erzielte. Die Gästefans pfiffen nicht ein einziges Mal, dass der HSV-Angreifer seinen Treffer feierte. Trainer Slomka betonte in der Pressekonferenz mehrfach, dass er die sportliche Niederlage anerkennt und damit auch den Umstand, dass ein Spieler gegen ihn gespielt hat, der noch immer seine Identität beweisen soll. Damit unterscheidet sich Hannover 96 so eklatant von anderen Zweitligisten wie 1. FC Nürnberg, VfL Bochum und Karlsruher SC, dass man dem Bundesliga-Absteiger zu seiner Sportlichkeit nur gratulieren mag. Wie man hört, möchte aber irgendjemand in der Vereinsführung trotzdem einen Einspruch gegen die Spielwertung prüfen. Man kann diesem Menschen nur empfehlen: Sei nicht bescheuert.
Und damit dieses Vorwort zum Wochenstart nicht zu düster klingt, will ich lieber Alex Steudels Intensiv-Recherche würdigen und die Lektüre seiner Kolumne heute nahelegen. Er hat herausgefunden, dass der Aufsteiger Union Berlin unter falscher Identität Borussia Dortmund besiegt hat. Zumindest: Er hat sonst keine andere Erklärung. Alle Details stehen ganz unten.
Einen erstklassigen Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Frust beim BVB: Als Hasenfuß wird man nicht Meister
1:3 bei Union Berlin: Man sieht's den Dortmundern an. Foto: Imago / MIS
1:3 bei Union Berlin: Man sieht's den Dortmundern an. Foto: Imago / MIS
Rückschlag im Titelkampf: Borussia Dortmund desillusioniert
Von Pit Gottschalk
In der Amazon-Dokumentation über Borussia Dortmund kommt in vielen Passagen Lucien Favre zu Wort. Was der Trainer sagt und seinen Spielern einzuimpfen versucht, klingt plausibel, aber allenfalls fachlich überzeugend. In seiner Stimme liegt eine Zögerlichkeit, die vielleicht dem Schweizer Dialekt geschuldet ist. Mitreißend, ein Feuer entfachend, doziert er nicht. Neun Punkte Vorsprung auf Bayern verspielte Dortmund in dieser Zeit.
Die neue Saison erinnert daran. Als der TV-Reporter bei Favre Anspruch und Wirklichkeit miteinander vergleichen wollte, rang der BVB-Trainer um jedes Wort. Ihm fiel keine schlüssige Erklärung für das 1:3 bei Aufsteiger Union Berlin ein. Was Favre aber unbedingt loswerden wollte, war aus seiner Antwort unschwer herauszulesen: Ihm gefällt ganz und gar nicht, dass die Vereinsführung von der eigenen Mannschaft die Meisterschaft erwartet.
Seine Schlüsselsätze lauten: “Wir müssen aufpassen, was wir sagen. Ich sage das seit langem. Es ist viel zu tun. Wir können es nicht mehr ändern.” Daraus machte Bild die Schlagzeile: “Favre warnt den BVB”. Langsam kommt die Zeit, dass die BVB-Führung diese Schlagzeile umgekehrt füttern sollte: “Der BVB warnt Favre”. Mit seiner Hasenfuß-Mentalität kann Borussia Dortmund jedenfalls nicht Meister werden.
An der Klasse der Mannschaft, die man ihm zur Verfügung gestellt hat, kann die Niederlage nicht liegen. Der BVB-Kader ist das 18-fache des Union-Kaders wert. Ein Verweis auf die Unerfahrenheit verfängt nicht. Seit der Verpflichtung von Mats Hummels ist die Mannschaft jetzt im Schnitt über zwei Jahre älter als zum Beispiel RB Leipzig. Und die Leipziger haben vor zwei Wochen 4:0 bei Union Berlin gewonnen.
BVB-Trainer Lucien Favre warnt die eigene Vereinsführung BVB-Trainer Lucien Favre warnt die eigene Vereinsführung
Schon eher stimmt, was Kapitän Marco Reus anmerkte: “Wir glauben manchmal, dass wir mit der Qualität, die wir haben, unsere Spiele locker gewinnen. Wir müssen ersten den Willen und die Leidenschaft an den Tag legen - dann kommt das Spielerische.” Wille und Leidenschaft - wer soll die entfachen, wenn nicht ein Trainer, der aus voller Überzeugung die Mentalität in seiner Mannschaft erzeugen soll? Sieben Kilometer lief der Gegner mehr.
Vermutlich fühlt Favre sich bestätigt, dass er ständig und mit denselben Vokabeln vor dem jeweils nächsten Gegner warnt. Sogar vor Aufsteigern wie Köln und Union. Aber es ist eine Self Fulfilling Prophecy, eine sich selbst bestätigende Prophezeiung, wenn man den Gegner stark redet und dann aus erklärtem Respekt den Gegner erstarken lässt. “Das Union-Spiel erinnerte mich an Spiele in der Rückrunde”, sagt Sportdirektor Michael Zorc.
Wenn man im Mittelfeld den eher zerstörerischen Spielertypen Thomas Delaney als Ersatz für den verletzten Aufbauspieler Axel Witsel aufstellt, will man Sicherheit herstellen und nicht Kreativität. Ein kreatives Element wäre notwendig gewesen, um aus 75 Prozent Ballbesitz mehr als zwei lächerliche Torschüsse zu produzieren. Risiko bei spielerischer Überlegenheit zeichnet Meistertrainer aus. Nicht Angst vor der eigenen Courage.
Die Vereinsführung wollte der unnötigen Vorsicht der Vorsaison entgegenwirken, indem Geschäftsführer Aki Watzke die erwartete Rendite aus 127 Mio. Euro Transferausgaben beim Namen nannte: den Meistertitel. Den muss Favre liefern. Dass er lieber zurück in die Komfortzone drängt, wo ihm der Leistungsdruck keine Pein bereitet, statt nach der Union-Pleite Kampfgeist auszustrahlen, lässt für den Saisonverlauf nichts Gutes ahnen.
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Union Berlin spielt mit falscher Identität
Von Alex Steudel
Nach dem Fall Jatta beim HSV steht dem deutschen Fußball womöglich der nächste Skandal ins Haus: Einem Medienbericht zufolge gibt es begründete Zweifel an der Identität des Erstligisten Union Berlin.
Der Verein soll im Jahr 1989 illegal aus dem Osten Berlins in den westdeutschen Fußball eingewandert sein und auf der Flucht falsche Angaben zu seiner Herkunft gemacht haben. Dem Bericht zufolge wurde der angeblich 1966 gegründete 1. FC Union bereits im Jahr 1906 unter dem Namen FC Olympia Oberschöneweide gesichtet, von dem heute jede Spur fehlt. Es liegen zudem Indizien vor, wonach die Alte Försterei gar nicht alt ist: Auf historischen Stadionfotos aus dem Jahr 1927 fehlt zum Beispiel die Videoleinwand.
Bilder von Unions 3:1-Sieg am Samstag in Berlin-Köpenick gegen Borussia Dortmund zeigen zudem jubelnde Berliner Ersatzspieler, die eindeutig jünger sind als auf dem Spielberichtsbogen eingetragen. Andere Fotos von Fans belegen, dass es sich bei ihnen in Wirklichkeit um eingeschleuste Anhänger der L.A. Dodgers handelt.
Momentaufnahmen aus der Alten Försterei
Momentaufnahmen aus der Alten Försterei
Dortmund hat am Sonntagabend Einspruch gegen die Niederlage eingelegt und der DFB-Kontrollausschuss umgehend eine Untersuchung eingeleitet. Erste Zwischenergebnisse sollen Ende 2026 vorliegen.
Bereits 1931 kamen übrigens Zweifel an der Identität des heutigen Bundesligisten auf. Damals wurde der amtierende Klubpräsident der Hochstapelei bezichtigt: Der Schriftsteller Carl Zuckmayer erhob die Vorwürfe in einem Gastbeitrag für Sport-Bild (“Der Hauptmann von Köpenick”).
Alle mal herschauen!
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