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Für VfB Stuttgart geht's heute um Alles oder Nichts

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Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Im Interview mit der Rheinischen Post prahlte der Trainer Dieter
 

Fever Pit’ch

27. Mai · Ausgabe #163 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Im Interview mit der Rheinischen Post prahlte der Trainer Dieter Hecking plötzlich mit seinem Wissen über das Alter seiner Berufskollegen. Lucien Favre und Ralf Rangnick jeweils 60, Peter Bosz 55, er selbst und Bruno Labbadia 53, Adi Hütter 49 Jahre alt - da gilt Niko Kovac mit seinen 47 Jahren noch als Jungspund unter Deutschlands Spitzentrainern.
Wer wollte, konnte zwischen Heckings Zeilen eine gewisse Genugtuung heraushören, dass der prophezeite Generationswechsel ausgeblieben ist. Die ersten sieben Bundesliga-Plätze belegen eben nicht jene, die voriges Jahr, als Domenico Tedesco (33) mit dem FC Schalke 04 überraschend Vizemeister wurde, zu Botschaftern eines Jugendstils ausgerufen wurden.
Nicht das Alter entscheidet, wie modern oder erfolgreich der Fußball ist, den der Trainer spielen lässt, sondern immer noch das Fachwissen und die Verständigung über die ganz profanen Dinge des Fußballs. Nicht anders ist zu erklären, dass Niko Kovac seinen Job beim FC Bayern erledigt hat - und lieferte, was seine Bosse wollten, Meistertitel und DFB-Pokal. Er bleibt.
Dass er der erste ist, der als Spieler und Trainer das Bayern-Double gewann, verrät zum einen seine Erfahrung auf und neben dem Rasen, zum anderen die Dimension seiner Leistung: Auch bei einem Verein wie dem FC Bayern ist es nicht üblich, dass die Meisterschaft mit Handauflegen geholt wird. Man muss dieses Star-Ensemble hinbiegen.
Das vereinswidrige Verhalten von Jerome Boateng bei den Abschlussfeiern seines Arbeitgebers gibt Außenstehenden Hinweise auf das Fegefeuer von Eitelkeiten, in dem sich ein Trainer, der außer einem Pokalsieg nicht viel an Lorbeer mitbrachte, zu bewegen hat. Jeder Satz, jede Geste wird diskutiert. Kovac hat es im ersten Jahr mit voller Wucht erlebt.
Die meisten Vorgänger - Ottmar Hitzfeld, Louis van Gaal, Jupp Heynckes, Pep Guardiola und Carlo Ancelotti - hatten schon Henkeltöpfe gewonnen, als sie zu Bayern kamen, und kannten deswegen die gruppendynamischen Prozesse, die eine Spitzenmannschaft in einer Saison durchläuft. Kovac brachte seine Anständigkeit und Bodenhaftung ein.
Das wird ihm hoch angerechnet. Die Fans im Stadion haben ein feines Gespür dafür, wenn dort einer, der in der Verantwortung steht, authentisch bleibt. Den Namen Kovac haben sie auch deswegen gerufen: Er gibt ihnen das Gefühl zurück, dass Fußball Aufstiegschancen bietet, wenn die Arbeit ordentlich erledigt wird.
Bei der Wahl Trainer des Jahres wird man diesmal grübeln müssen. Ist es Friedhelm Funkel, der mit einem Mini-Etat Fortuna Düsseldorf zum Klassenerhalt führte? Oder doch Niko Kovac, der Zweifel besiegte, vielleicht auch seine eigenen, und zwei Titel gewann? Verdient hätten beide die Auszeichnung.
Einen wählerischen Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Für VfB Stuttgart geht's heute um Alles oder Nichts
Mario Gomez zeigt seine Unzufriedenheit. Nur 2:2 gegen Union - das wird schwer im Rückspiel. Foto: Imago Images / Eibner
Von Thomas Niklaus
Die Ausgangslage ist dürftig, der Druck massiv, der Optimismus nach wie vor groß: Der schwer angeschlagene VfB Stuttgart macht sich angesichts des drohenden dritten Bundesliga-Absturzes vor dem Nervenspiel am Montag bei Union Berlin reichlich Mut.
Während der Zweitligist nach dem beachtlichen 2:2 (1:1) in Stuttgart auf die Atmosphäre an der Alten Försterei baut, um den großen Traum vom Aufstieg zu realisieren, setzen die krisengeplagten Schwaben im brisanten Relegations-Rückspiel auf ihre vermeintlich größere individuelle Klasse.
“Wir haben eigentlich die bessere Mannschaft als Union”, sagte VfB-Präsident Wolfgang Dietrich trotzig. Der Bundesligist um Weltmeister Benjamin Pavard und Torjäger Mario Gomez sei schlicht “stärker. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen”, betonte Anastasios Donis. Auch Torjäger Mario Gomez zeigte sich siegessicher: “Wir werden zurückschlagen.”
Berlin, Berlin, wir zittern vor Berlin Berlin, Berlin, wir zittern vor Berlin
Allerdings erwarte den Bundesliga-Sechzehnten. “ein richtiger Hexenkessel, da muss man ein dickes Fell haben”, warnte VfB-Trainer Nico Willig an. “Das Stadion wird brennen”, kündigte Union-Innenverteidiger Marvin Friedrich bereits an. 22.000 Zuschauer werden die Berliner im Kultstadion in Köpenick leidenschaftlich unterstützen, man dürfe dennoch “nicht überdrehen”, unterstrich Trainer Urs Fischer.
Auch wenn Union schon ein 0:0 oder 1:1 reichen würde, werde sein Team versuchen zu gewinnen. “Wenn du mit dem Gedanken ins Spiel gehst, 0:0 zu spielen, wird das nicht aufgehen”, sagte der Schweizer, der auf die gelbgesperrten Christopher Trimmel und Felix Kroos verzichten muss. Die Favoritenrolle sieht Fischer nach wie vor beim VfB. Man habe im Hinspiel “gesehen, wie hoch die Qualität ist”. Hohe Qualität? Favorit?
Die starken Signale des Projektleiters Nico Willig Die starken Signale des Projektleiters Nico Willig
Selbst Willig, der um Daniel Didavi (muskuläre Probleme) bangt, dafür aber den lange gesperrten Santiago Ascacibar wieder zur Verfügung hat, sieht den Zweitligisten inzwischen “im Vorteil. Wir haben aber ein Finale vor uns. Es wird davon abhängen, wer in dieser Drucksituation, in diesem Wissen, um was es geht, die bessere Leistung abruft”, sagte der Interimscoach.
Am Donnerstag war dem VfB, dem beim dritten Abstieg nach 1975 und 2016 neben großen finanziellen Einbußen (bis zu 40 Millionen Euro) auch ein immenser Imageschaden droht, der große Druck deutlich anzumerken gewesen. Entsprechend geht beim VfB die Angst um, Gomez kritisierte bereits die Stimmung. “Das gefällt mir nicht”, sagte der 33-Jährige und forderte seine Kollegen auf, den Kopf schnell wieder hoch zu nehmen.
Und Herr Löw hört Schlager Und Herr Löw hört Schlager
Der VfB wäre erst der sechste Erstligist im 21. Duell, der in der Relegation an einem Zweitligisten scheitern würde. Eine Überraschung wäre dies nach dem mageren Hinspiel-Ergebnis nicht. Zudem sind die Berliner äußerst heimstark (nur eine Niederlage), die Stuttgarter dagegen auswärts in einer ohnehin oft gruseligen Saison harmlos (nur ein Sieg). Entsprechend forderte Willig “mehr Mut, mehr Aggressivität. Wir müssen agiler sein, sonst haben wir keine Chance”, sagte er. Jeder müsse “maximale Zeichen setzen”.
Thomas Niklaus ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
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“Wir sind von unserer Linie und von Lucien überzeugt! Mit der Vize-Meisterschaft hat er mehr erreicht, als wir erwartet hatten. Er hat der Mannschaft endlich wieder einen klaren Spielstil verpasst. Lucien ist der Richtige für den BVB! Im zweiten und dritten Jahr wird sich zeigen, ob wir gemeinsam Titel holen können.” Hans-Joachim Watzke
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