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Fußball mit Pillen: Die Grenze zum Doping ist erreicht

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Sein Gegner im DFB-Pokalfinale heißt also Bayern München. Fürchte
 

Fever Pit’ch

11. Juni · Ausgabe #389 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Sein Gegner im DFB-Pokalfinale heißt also Bayern München. Fürchten muss sich Peter Bosz nicht. Ja, das Bundesliga-Spiel hat der Trainer von Bayer Leverkusen kürzlich 2:4 verloren. Unvergessen ist aber, dass er die zwei Duelle zuvor gewonnen hat, 2:1 in München und 3:1 in Leverkusen. Ein Erfolg im Pokal-Endspiel am 4. Juli würde eine Wunde schließen. Vor nicht einmal drei Jahren hat man ihn bei Borussia Dortmund überstürzt entlassen. Nun kann er mit seinem neuen Arbeitgeber - rein theoretisch - diese Saison zwei Titel gewinnen: den im DFB-Pokal und den in der Europa League, während Borussia Dortmund und Lucien Favre in allen Wettbewerben entweder ausgeschieden sind (Pokal und Champions League) oder in aussichtsloser Lage stecken (Bundesliga). Zufall ist der Erfolg nicht. Mit der vermutlich besseren Mannschaft in Dortmund holte der Niederländer im Schnitt 1,25 Punkte in 24 Spielen, mit seiner aktuellen Mannschaft dagegen 1,91 Punkte bei 64 Spielen. Peter Bosz würde seinen persönlichen Triumph niemals thematisieren. Vielleicht gönnt man ihm genau deswegen einen Titel.
Einen marschierenden Donnerstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Fußball mit Pillen: Die Grenze zum Doping ist erreicht
Matthias Becker über den Pillenknick
Matthias Becker über den Pillenknick
Schluss mit Schmerzmittel-Missbrauch im Sport
Von Matthias Becker
Die Zahlen sind erschreckend. Die ARD-Dopingredaktion und das Recherchezentrum Correctiv haben gemeinsam ermittelt, dass der Schmerzmittelgebrauch und damit auch der Schmerzmittelmissbrauch im Fußball erheblich sind. 
Überraschend kann das aber für niemanden sein, der sich in irgendeiner Form mit dem Thema Leistungssport beschäftigt.
Leistungssport hat nichts mit Gesundheit zu tun. Es geht um das Erreichen von Grenzen, mentaler, aber eben auch körperlicher. Und da ist es egal, ob es um Fußball, Wasserball oder Turnen geht. Der Schmerz ist ein Warnsignal des Körpers: “Hier ist die Grenze.” Wer über diese hinausgeht, begibt sich in Gefahr, dauerhaft Schaden zu nehmen.
In Einzelfällen geht das gut. Wenn der Schmerz aber standardmäßig betäubt wird, wird es gefährlich. Deshalb sollten Schmerzmittel eingeschränkt werden. Nicht nur im Fußball, generell im Leistungssport.
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Nicht jeder Sportler, der eine Ibuprofen einwirft, hat eine Doping-Absicht. Aber eigentlich erfüllt die Schmerzmitteleinnahme die nötigen Doping-Kriterien, wie die Kollegen von ARD und Correctiv plausibel zeigen: Sie steigert die Leistung, da sie eine Leistung ermöglicht, die ohne Einnahme der Mittel nicht möglich wäre. Und sie ist gesundheitsschädlich.
Deshalb müssen Sportler an dieser Stelle vor sich selbst geschützt werden. Denn es ist ein Irrglaube, anzunehmen, dass das Problem nur im hochgezüchteten, hochbezahlten kommerziellen Sport zu finden ist. Vom Jugend-, bis zum Amateur- und Randsport hat fast jeder solche Erfahrungen gemacht.
Ich selbst habe in meiner sehr bescheidenen “Sportlerlaufbahn” (Badminton, kein Profi-Sport und schlecht für die Gelenke) mal eine gesamte Saison mit Voltaren-Salbe Knieschmerzen betäubt. Fünf- bis sechsmal pro Woche. Der Meniskusschaden, der die Ursache war, wurde erst nach einem Jahr behoben. Das Knie macht noch heute Probleme.
"Wenn ich das gewusst hätte"
Das Problem hört beim Sport längst nicht auf. Schmerzmittelmissbrauch ist ein gesamtgesellschaftliches Thema. Wer hat sich nicht schon mal mit ein, zwei Ibu fürs Büro fitgemacht, weil das Projekt unbedingt zu Ende gebracht werden musste? Die Mittel sind rezeptfrei erhältlich, das suggeriert Unbedenklichkeit. Die Langzeitschäden für den Körper können aber verheerend sein - unter anderem deuten Studien auf ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko hin.
Dem Sport und vor allem dem Fußball bietet sich hier aus meiner Sicht deshalb sogar eine Chance. Er kann eine gesellschaftliche Vorreiterrolle einnehmen und positive Schlagzeilen schreiben, wenn er den Gebrauch von Schmerzmitteln beschränkt und Aufmerksamkeit auf das Problem lenkt.
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Pit Gottschalk
Sonntag wieder eine illustre #Dopa Runde bei @thomashelmer5 und @Ruth_Hofmann im Airport Hotel. Ich weiß, wie man dabei seinen kann: https://t.co/CggzhKVPpu Man tut Gutes @SPORT1_Dopa https://t.co/PeDT3t2V2f
Alle mal herschauen!
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