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Gladbach & Bayern: Kantersiege in der Königsklasse

Revue
 
Guten Morgen, Fußballfreunde! Vor dem Champions-League-Spiel in Mönchengladbach hatte Toni Kroos kürz
 

Fever Pit’ch

4. November · Ausgabe #451 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, Fußballfreunde!
Vor dem Champions-League-Spiel in Mönchengladbach hatte Toni Kroos kürzlich Aufklärungsarbeit in seiner eigenen Mannschaft leisten müssen. Niemand bei Real Madrid kannte dieses Mönchengladbach wirklich. Kein Wunder. Es ist Jahrzehnte her, dass sie Günter Netzer vom Niederrhein geholt haben und später Uli Stielike. Sogar in Edinburgh erlaubte sich der Wirt Brian Pickering einen charmanten Scherz mit den Gladbachern: Vor vier Jahren kündigte er vor seinem Lokal den Celtic-Gegner in der TV-Übertragung mit den Worten an: “a German team”. Für Mönchengladbach reichte sein Alphabet nicht. Man unterschätzt solche Teams leichtfertig.
Inzwischen lernte nicht nur Real Madrid die Gladbacher kennen. (Das 2:2 vor einer Woche fiel mehr als glücklich aus.) Seit gestern Abend kennt ganz Europa Borussia Mönchengladbach: 6:0 fegte die Mannschaft von Trainer Marco Rosen jenes Donezk hinweg, das zuvor 3:2 gegen Real Madrid gewonnen und ein 0:0 gegen Inter Mailand ertrotzt hatte. Sechs Tore! Toni Kroos hat jetzt einen Grund mehr, vor Gladbach zu warnen. Nach den zwei 2:2-Unentschieden, die man in den zwei Spielen zuvor in letzter Sekunde hinnehmen musste, bedeutet das 6:0 die Tabellenführung in der Gruppe B. Auf Augenhöhe mit den großen Klubs: Gladbach beginnt zu träumen.
Einen weitläufigen Mittwoch wünscht
Euer Pit Gottschalk

Gladbach & FC Bayern: Kantersiege in der Königsklasse
6:0! Mönchengladbach feiert Rekordsieg gegen Donezk 6:0! Mönchengladbach feiert Rekordsieg gegen Donezk
6:2! Späte Torflut rettet Bayern-Superserie in Salzburg 6:2! Späte Torflut rettet Bayern-Superserie in Salzburg
Mats Hummels hätte beim FC Bayern bleiben müssen
Tobias Holtkamp über Mats Hummels
Tobias Holtkamp über Mats Hummels
Von Tobias Holtkamp
Die Vergleiche von Mats Hummels mit ganz Schalke 04 haben schon Schmunzel-Potenzial.
Während der Abwehrchef des BVB an den vergangen beiden Bundesliga-Spieltagen drei Tore erzielte, kommt der geliebte Reviernachbar in der laufenden Saison ebenfalls auf diese Anzahl an Treffern - als gesamte Mannschaft.
Es läuft für Mats Hummels in Dortmund. Klingt abgedroschen, ist aber ja so: Er organisiert hinten und trifft vorne. Er ist der unumstrittene Anführer, jeder auf dem Platz akzeptiert ihn als Instanz, als Wortführer unter der Woche genauso. Hummels ist auch mit seinen Chefs auf Augenhöhe, mit Sebastian Kehl, dem Chef des Lizenzbereichs, spielte er viele Jahre zusammen, sie sind befreundet.
Auch zu Sportdirektor Michael Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke pflegt er einen ebenso engen wie direkten Draht. Das Verhältnis zu Chef-Berater Matthias Sammer ist von Respekt geprägt, Sammer setzte sich 2019 für eine Rückkehr ein, nennt ihn “Leader” und “den besten deutschen Innenverteidiger”.
BVB und Mats Hummels droht Worst-Case-Szenario BVB und Mats Hummels droht Worst-Case-Szenario
Und doch hat Hummels mit dem Schritt zurück ins vertraute schwarzgelbe Lieblingsland eine Entscheidung getroffen, die von Titelfressern, wie sie in der obersten Etage des Berufsfußballs zahlreich vertreten sind, auch kritisch gesehen wird: Für große Erfolge, so kann man es sehen, hätte Hummels bei den Bayern bleiben müssen.
Die Verantwortlichen des deutschen XXL-Klubs wollten ihn im Sommer 2019 nicht verkaufen - sie wollten und konnten Hummels nur keinen, so weit man im Spitzenbereich denn überhaupt davon sprechen kann, Stammplatz garantieren.
Als er sie dann um Gespräche mit Borussia Dortmund bat, dem Verein, der Hummels die gewünschte Position und Rolle bieten konnte, gingen die Münchner darauf ein - natürlich auch, weil sie für den damals schon über 30-Jährigen eine Ablösezahlung von zumindest 30,5 Millionen Euro erhielten. Hummels wurde zum teuersten Ü30-Transfer der Bundesliga.
Im Jahr eins nach Hummels gewann Bayern nicht nur das Triple, sondern vor allem die Champions League - eine Trophäe, die er schon häufiger als eines seiner großen Ziele genannt hatte.
"BVB-Fans haben mich überzeugt, hier zu unterschreiben" "BVB-Fans haben mich überzeugt, hier zu unterschreiben"
Der FC Bayern scheint schlagkräftiger aufgestellt denn je, zählt auch in dieser Saison wieder zum Kreis der absoluten Top-Favoriten auf Europas Fußballkrone. Im Sommer holten sie noch den europäischen Supercup, es gibt international, so macht es den Eindruck, kein Team, das die Bayern überragt. Die Bundesliga-Meisterschale gilt in München fast schon als gebucht.
Natürlich ist es müßig zu diskutieren, ob Hummels bei den Bayern etwas mehr Ausdauer, Geduld oder auch Durchsetzungsvermögen gut zu Gesicht gestanden hätte. Trainer Niko Kovac, mit dem er so seine Problemchen hatte, ging nur drei Monate nach ihm. Mit Hansi Flick und Hummels, meinen viele bei den Bayern, die beide kennen, hätte es gut funktionieren können. 
Titel mit dem BVB sind sicher wertvoller, weil nicht so leicht zu gewinnen. Und Hummels hat auf sein Herz gehört, sein Vertrag in Dortmund ist zudem auch herausragend. Alles Punkte, die für ihn sprechen.
Die Not zum Wechsel bestand dennoch nicht. Und der Weg zum absoluten Leader auch beim FC Bayern - inklusive einiger Trophäen - war nicht so steinig, wie es sich Hummels im Sommer letzten Jahres vielleicht noch ausgemalt hat.
Heute im Fernsehen
21 Uhr, Sky: Brügge - Borussia Dortmund
21Uhr, DAZN: RB Leipzig - Paris Saint-Germain
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Der Fall Alaba
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85 Mio sind zu wenig: Der Fußball und das liebe Geld
Von Alex Steudel
Den Satz der Woche hat Sport1-Kolumnist Stefan Effenberg gestern geschrieben: “Wir reden da nicht von 500.000 Euro oder einer Million, sondern von ganz, ganz viel Geld.”
Dass eine Million Euro im Fußballgeschäft eine unbedeutende Summe ist, sagt eigentlich schon alles. Für eine Million Euro kriegt zum Beispiel der TV-Rechtehalter Sky ab 2021 genau 46 Minuten Bundesliga-Livefußball pro Saison. Für eine Million kriegst du heute nicht mal Leo Messis Schnürsenkel.
Früher musste ein Profi für eine Million sechs Monate hart arbeiten. Also sechs Mal pro Woche 90 Minuten trainieren und zwei bis dreimal spielen. Plus ein bisschen Physio. Der Aufwand hat sich zwar nicht geändert, aber heute reicht so ein bisschen Geld gerade mal für den Audi R8 und den Lamborghini plus Garagenmiete und einmal die Woche Waschanlage/Politur.
David Alaba, dem der FC Bayern nur Mindestlohn geboten hat, fragt sich also ganz zurecht: Und was soll mein kleiner Sohn essen? 
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Fußballprofis, die mit Ende 20, Anfang 30 ihren Vertrag verlängern wollen, sagen den immergleichen Satz: “Ich muss auch an meine Familie und die Zukunft denken.” Das finde ich ziemlich witzig, denn zum Zeitpunkt der Aussage haben sie meistens schon mehrere Millionen auf dem Konto. 
Ich glaube, Alaba macht trotzdem alles richtig, wenn er das Angebot der Bayern nicht annimmt. 17 Millionen inklusive Prämien im Jahr, das sind 85 Millionen für einen Fünf-Jahres-Vertrag - das grenzt schon an Beihilfe. Da warte ich doch lieber den Impfstoff ab und hole, wenn die Klubchefs wieder durchdrehen, deutlich mehr raus. Außerdem: Cristiano Ronaldo verdient soviel vermutlich allein bei Instagram.
Übrigens ist David Alaba Österreicher. Nach Angaben der Weltbank steht die Alpenrepublik auf Platz 19 der Weltweit-Pro-Kopf-Einkommensliste, Deutschland nur auf 21. Bayern-Manager Uli Hoeneß (aka Brazzo) hat das wohl nicht bedacht, als er das Care-Paket für Alaba schnürte. 
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