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Herbstmeister BVB in der Hinrunde: Das neue Maß der Bundesliga

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Wo soll das mit Fever Pit'ch noch hinführen? Ganz ehrlich: Ich ha
 

Fever Pit’ch

22. Dezember · Ausgabe #43 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Wo soll das mit Fever Pit'ch noch hinführen? Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung. Was ich weiß: Dass immer mehr Fußballkenner zu schätzen wissen, wenn sie am frühen Morgen das Fußballthema des Tages kommentiert zu lesen bekommen und einen Überblick über die wichtigsten Storys erhalten. Alles kostenlos. Ich selbst freue mich halt, wenn mein Newsletter Aufmerksamkeit und Erwähnung findet. Zum Beispiel gestern im Hamburger Tagesjournal, wo Mathias Adler Folgendes schrieb:
HSV will Revanche: (…) Für den neuen Newsletter ‚FeverPit’ch’ der Fußballreporter-Koryphäe Pit Gottschalk hat Holstein Kiel-Experte Michael Kluth die Mannschaften mal verglichen. Demnach kann es eigentlich nur einen Sieg des auswärtsstarken HSV geben. Der FC St. Pauli hat am Sonnabend den 1. FC Magdeburg zum letzten Spiel des Jahres im Millerntor-Stadion zu Gast.
Fußballreporter-Koryphäe? Ja, ich habe mich geschmeichelt gefühlt. Und auch, als ich ein wenig später auf der Website “Dembowski ermittelt” folgende Passage von Stephan Uersfeld fand, der kürzlich bei Fever Pit'ch einen Gastbeitrag veröffentlicht hatte. Er schrieb:
Ich habe die Dunkelheit gesehen. Ich habe gesehen, wie es ist, wenn man nichts mehr hat. Wenn es keine Türen mehr gibt, die man eintreten könnte. Wenn man in sich gefangen ist. Und Sie kommen mir mit Kritikern? Die interessieren mich nicht.
Sie sind bei Pit Gottschalk aufgetreten, Herr Dembowski.
Wieso nicht? Ich mag Pit und seinen Newsletter. Auch so ein Getriebener, ein Besessener. Einer, der durch seine Kommentare atmet. Eine Menschmarke. Wir sind die Enden der Parabel. Wir suchen unsere Wahrheiten.
Einer, der durch seine Kommentare atmet: Selten hat mich jemand besser beschrieben. Darf ich mir diese Eitelkeit erlauben? Ich hoffe doch und bitte um Nachsicht. Ein schönes Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk

BVB in der Hinrunde: Das neue Maß der Bundesliga
Kumpel im Geiste: Mario Götze und Marco Reus. Foto: Imago/Thomas Bielefeld
Um die Größe des Augenblicks in ihrer kompletten Tragweite zu begreifen, reicht beim Fußball ein Blick in die Statistik. 13 Siege in 17 Spielen, das klingt toll. Statistiker von Opta wissen sogar zu berichten: Herbstmeister Borussia Dortmund hat die zweitbeste Hinrunde der Vereinsgeschichte hingelegt. Nur in der Meistersaison 2010/11 holte man einen Punkt mehr.
Nach dem 2:1 über den direkten Verfolger Borussia Mönchengladbach beträgt der Vorsprung jetzt neun Punkte (die Bayern spielen heute Abend in Frankfurt). Trotzdem muss man zwischen den Zeilen lesen können, um aus den Stellungnahmen der BVB-Repräsentanten einen Anspruch auf die Favoritenrolle im Titelkampf ableiten zu können.
Eine Kampfansage an Bayern München liest sich bei BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wörtlich so: “Wir haben viele Spiele gewonnen, und dann will man natürlich mehr – das ist ganz menschlich. Wir dürfen nur nicht vergessen, wo wir herkommen, und insofern war die Hinrunde hervorragend.” Selten war ein Herbstmeister gelangweilter.
Watzke: Wo wir den Bayern voraus sind
Tatsächlich ist die wahre Stärke des Spitzenreiters noch immer nicht zu überblicken. Einerseits wünscht man der jungen Mannschaft mehr Mut, die Saisonziele anzuheben. Siehe Beitrag vom 8. Dezember. Andererseits lassen Auftritte wie gegen Atletico Madrid (4:0) und Bayern München (3:2) keinen Rückschluss auf irgendeine Mutlosigkeit zu.
Schnell fallen einem Kommentator selbst Einwände ein, dem Rekordmeister in München ein fröhliches Bye-Bye-Bayern zuzurufen. Da sind nicht nur die Erinnerungen ans Vorjahr, als unter dem damaligen Trainer Peter Bosz fünf Punkte Vorsprung pulverisierten. In der Rückrunde ab 18. Januar lauern unübersehbare Gefahren auf den BVB. Siehe Beitrag vom 14. Dezember.
Michael Zorc, der Sportdirektor, hat schon recht, wenn er sagt, dass nicht der Blick auf das Verfolgerfeld entscheidend ist, sondern der auf die eigene Situation. Dass nicht eine Verletztenmisere beginnt. Dass kein Hierarchie-Geplänkel ablenkt. Dass keiner plötzlich meint, der Rest der Saison laufe wie von selbst. Der Maßstab dürfe nicht Bayern sein - sondern der BVB selbst.
Der BVB muss nicht auf den FC Bayern schielen
Der BVB hatte in der Hinrunde das große Glück, dass fünf Dinge zusammen passierten. Erstens: Pierre-Emerick Aubameyang ist weg. Zweitens: Axel Witsel ist da. Drittens: Paco Alcacer übertrifft sich. Viertens Mario Götze und fünftens Marco Reus im Doppelpack. Gehen wir die Punkte im einzelnen durch.
  1. Jadon Sancho, erst 18 und der talentierteste Rechtsaußen aus England, hing ein Jahr lang so eng an der Gang des früheren BVB-Stürmers Aubameyang, dass die Verantwortlichen schon Sorgen hatten, da verschleudere einer sein Talent. Mit Aubameyangs verrückten Party-Style verschwanden bei Sancho die Flausen.
  2. Axel Witsel, der vorher noch nie bei einem überragenden europäischen Spitzenklub gekickt hat, stieg vom ersten Tag an zum Leitwolf in der Mannschaft auf. Sein Wort hat Gewicht, nicht nur auf dem Rasen. Spieler, die unzufrieden sind und ausscheren, weil sie nicht spielen, bringt er mit nur einem Blick zurück ins Glied.
  3. Es gibt deshalb kein Theater, wenn zum Beispiel Torjäger Paco Alcacer, der wie am Fließband Tore produziert, zwischenzeitlich Ersatzmann ist und nicht in der Startelf steht. So entstehen Mannschaften: Unter Trainer Lucien Favre sehen die Spieler das große Ganze und nicht sofort ihren eigenen Vorteil. Nicht eine Klage ist zu hören.
  4. In diesem Umfeld konnte Mario Götze die Zeit zu Saisonbeginn überstehen, als er keine Rolle spielte und sein Abschied vom BVB nur eine Frage der Zeit schien. Von seinem Freund und Mitspieler Marco Reus wusste er, wie Favre tickt: dass mit der Zahl der Einsatzminuten das Wertgefühl bei ihm und dem Trainer steigen wird.
  5. Es ist kein Zufall, dass Reus, der Kapitän, auf Götze zeigte, als der ihm beim 2:1 gegen Mönchengladbach das Tor vorbereitete. Er kann teilen und muss nichts beweisen. Endlich hat er die Spielführerbinde. Endlich hat er keine Verletzungen. Endlich hat er einen Trainer, der so flexibel im Angriff einsetzt, dass er mit Alcacer unberechenbar wird.
Marco Reus ist der Spieler der Hinrunde
Was das alles in Summe bedeutet, erlebten die Gladbacher. Das Spiel am Freitagabend war typisch: Wann immer die Dortmunder den Ball verloren, stürzten sie sich wahlweise auf den ballführenden Gladbacher oder rannten wie um ihr Leben in die eigene Hälfte. So erstickten sie jeden Konter. So wie Dortmund spielt, will der FC Bayern noch werden. Es ist: der neue Maßstab.
Pit Gottschalk
Das ist die zweitbeste Hinrunde der Vereinsgeschichte: Respekt, #BVB!
#BVBBMG @bvb @FunkeSport https://t.co/ZO7Q6nAKVq
10:36 PM - 21 Dec 2018
Mia san mia
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