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Hertha BSC: Frischzellenkur dank Finanzspritze

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Die Stimmen sind unüberhörbar: Nachdem Stefan Kuntz zum zweiten M
 

Fever Pit’ch

28. Juni · Ausgabe #186 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Die Stimmen sind unüberhörbar: Nachdem Stefan Kuntz zum zweiten Mal in Folge die U21-Junioren ins EM-Finale geführt hat, erkennt die Öffentlichkeit in ihm den künftigen Bundestrainer. Wie die DFB-Mannschaft gestern den Rückstand gegen Rumänien weggesteckt hat, das Halbfinale leidenschaftlich kämpfend drehte, verdient nicht nur größten Respekt. Man kann es nicht anders sagen: Da hat Stefan Kuntz seine Meisterprüfung abgelegt. Ich hatte diese Woche SMS-Kontakt mit ihm. Seine Antwort: 😅👍👍💪🙋‍♂ Keine Ahnung, was er mir genau mitteilen wollte. Aber Löw-Nachfolger: Der Gedanke, dass es irgendwann Stefan Kuntz wird, gefällt mir immer besser.
Einen kryptischen Freitag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Hertha BSC: Frischzellenkur dank Finanzspritze
Präsident Werner Gegenbauer mit Manager Michael Preetz. Die Parole hinter ihnen ist Programm. Foto: Imago Images / König
Auf einen Schlag schwimmt der Hauptstadtklub im Geld
Niemand kann voraussagen, wie ernst Lars Windhorst sein Engagement bei Hertha BSC nimmt. Zu oft hat die Bundesliga Raubritter erlebt, die mit Getöse beim Klub ihres Herzens einmarschierten und mit geknickter Rose am Revers wieder wegschlichen. Was man bisher weiß: 125 Mio. Euro steckt das frühere Wunderkind der deutschen Wirtschaft in den Hauptstadtklub. Ein weiteres Millionenpaket könnte folgen, wenn Windhorst seinen Anteil von 37,5 auf 49,9 Prozent aufstocken sollte.
Der Spiegel, der die Story gestern veröffentlicht hat, schreibt von einem der “größten Deals der Bundesliga-Geschichte”. Für dieses Urteil müsste man die strategischen Partnerschaften beim FC Bayern oder den Börsengang des BVB ignorieren. Aber das ist auch nicht so wichtig. Fest steht jedenfalls: Die Finanzspritze des Investors wirkt bei der ergrauten Hertha wie eine Frischzellenkur. Plötzlich kann sich der Verein Spieler leisten, die vorher unerreichbar schienen, und eine attraktivere Spielweise ankündigen.
Investor ermöglicht größten Finanz-Deal der Liga-Geschichte Investor ermöglicht größten Finanz-Deal der Liga-Geschichte
Das Timing könnte nicht besser sein. Mit seinem ersten Aufstieg in die Bundesliga hat der Stadtrivale Union Berlin gerade eine Leidenschaft für den Fußball entwickelt, die Hertha BSC in ihrer überdimensionierten und kalten Stadionschüssel zu verlieren drohte. Investor Windhorst hält jetzt das Schlagwort “Big City Club” entgegen und verspricht damit Großes. Plakative Parolen aber provozieren naturgemäß Abwehrkräfte im eigenen Anhang, der die Gemengelage gerne etwas übersichtlicher gestaltet haben will.
Man könnte tatsächlich in die Versuchung geraten und die neue Allianz zwischen Verein und Geldgeber als erneute Wiederbelebung auf Zeit einstufen. Es ist ja nicht lange her, dass Hertha Geld von Heuschrecken wollte und nicht vom Fleck kam. So ein Hauptstadtverein ist halt verlockend für Leute mit Geld und gilt wie so viele andere Vereine, die nicht in der Provinz angesiedelt sind, als schlafender Riese. Man kann es auch nicht anders sagen: Hertha müsste ein nationales Anliegen sein.
Lars Windhorst - wer ist der neue Hertha-Finanzier? Lars Windhorst - wer ist der neue Hertha-Finanzier?
Spanien, England, Frankreich und mit Abstrichen Italien haben bedeutende Fußballklubs in ihren Hauptstädten. Nur Deutschland nicht. Hertha blieb unter seinem umtriebigen Manager Michael Preetz wie unter dessen Vorgänger Dieter Hoeneß klein. Was das neue Projekt mit Lars Windhorst von einem kläglichen wie bei 1860 München unterscheidet, sind zwei Dinge. Erstens: Die Hertha-Führung unter Präsident Gegenbauer geht sorgsam mit der 50+1-Regelung um, wonach der Verein immer die Mehrheit behauptet.
Man hätte in der Konstellation, wie sie Hertha aufweist, mehr als die Hälfte an der getrennten Profi-Abteilung verhökern können und dürfen. Das aber hätte ohne Not einen empfindlichen Nerv in der ohnehin gestressten Anhängerschaft getroffen. Zweitens beweist Hertha damit eine Ehrlichkeit. Windhorst heuchelt nicht kühne-haftig falsche Vereinsliebe vor, sondern sagt unumwunden: “Wir wollen Geld verdienen. Das muss bei all unseren Investitionsentscheidungen der Hauptgrund sein.”
Da weiß man wenigstens, woran man ist, und kann von den Vereinsbossen erwarten, dass sie auf die Unwägbarkeiten, die ihrem Investor in einer Bundesliga-Saison Spieltag für Spieltag begegnen, vorbereitet sind. So viel Vertrauen hat die Hertha-Vereinsführung verdient.
Das neue Schalke: Zuerst die Bosse, dann die Spieler
Die neue Schalker Führung: Sascha Riether, David Wagner, Michael Reschke und Jochen Schneider (von links). Foto: Imago Images
„Jetzt muss malocht werden“
Von Thomas Lipinski
Als Felix Magath als Trainer und Manager in Personalunion neue Spieler gleich im Dutzend einkaufte, sprach Schalke-Boss Clemens Tönnies vom “Knickbus”, den man für den riesigen Kader brauche. Jetzt kommt der eine oder andere Beobachter auf die Idee, das überlange Gefährt wieder aus der Garage zu holen. Damit das Team um das Team bei den Königsblauen Platz findet.
Es ist richtig: Als Folge der Katastrophensaison, die beinahe mit dem Abstieg endete, hat Schalke zahlreiche Neue verpflichtet - Trainer, Co-Trainer, Kaderplaner, Lizenzspieler-Koordinator, Integrationshelfer, Assistent des Sportvorstands, Sportpsychologe, Videoanalyst. Nur Spieler noch nicht.
Klopp-Freund Wagner und die Revolution Klopp-Freund Wagner und die Revolution
Dass der abgestürzte Vizemeister sich in der sportlichen Führung breiter aufstellt, ist dringend notwendig. Das hat die vergangene Spielzeit mit dem weitgehend beratungsresistenten Sportvorstand Christian Heidel und dem meist auf sich allein gestellten Jungtrainer Domenico Tedesco gezeigt. Sportliche Kompetenz im Management fehlte ebenso wie zeitgemäßes Scouting oder die Unterstützung für einen unerfahrenen Cheftrainer, der gar nicht alle Brände gleichzeitig löschen konnte.
Peter Müller
Vorstellung der neuen sportlichen Führung auf #Schalke ist beendet. Mein Eindruck: Die neue Riege weiß genau, was zu tun ist. Ihr Problem wird sein, dass sie aus finanziellen Gründen nur eingeschränkt handeln kann.
12:56 PM - 27 Jun 2019
Wenn jetzt ein Ex-Profi als Bindeglied zwischen Mannschaft und Management, ein Wegbegleiter für die neuen Spieler aus anderen Kulturkreisen oder zusätzliche Scouts eingestellt werden, muss allerdings die Frage erlaubt sein: Warum erst jetzt? Wie kann sich ein Klub mit einem Umsatz von 350 Millionen Euro, der in zweieinhalb Jahren neue Spieler für insgesamt 160 Millionen kaufte, solch eklatante Defizite erlauben?
Schalke hat die Entwicklung verschlafen. Hat geglaubt, es werde wie einst mit Rudi Assauer mit einem starken Mann funktionieren. Erst “Alleinherrscher” Magath, zuletzt “Alleskönner” Heidel - es hat zwei grandiose Fehlschläge gebraucht, um zu verstehen, dass ein Bundesligist mit internationalen Ambitionen heute nicht mehr wie in den 1980er oder 1990er Jahren zu führen ist.
Thomas Lipinski ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
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Heute 21 Uhr, ZDF: Viertelfinale, Frankreich - USA
Samstag, 15 Uhr, ARD: Viertelfinale, Italien - Niederlande
Samstag, 18.30 Uhr, ARD: Viertelfinale, Deutschland - Schweden
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