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Ist Schalke noch zu retten?

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Der Kicker hat gestern ein erhellendes Zahlenwerk veröffentlicht
 

Fever Pit’ch

30. November · Ausgabe #469 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Der Kicker hat gestern ein erhellendes Zahlenwerk veröffentlicht und im Detail aufgelistet, welches TV-Geld jeder einzelne Bundesliga-Verein aus dem gemeinsamen Topf erhält. Wenig überraschend: Bayern München kassiert die höchste Summe - insgesamt 105,4 Mio. Euro aus der nationalen und internationalen Vermarktung der Medienrechte. Das TV-Geld für die Saison 2020/21 ist nicht nur imposant, sondern ein Rekord: So viel bekam sogar der Rekordmeister noch nie zuvor. Erstmals wurde die Marke von einhundert Millionen Euro geknackt. Es sei dem FC Bayern gegönnt.
Aufsteiger Arminia Bielefeld bekommt übrigens 34,3 Mio. Euro, also nur ein Drittel, und sogar der direkte Titelrivale RB Leipzig nur 81,7 Mio. Euro, also zwanzig Millionen weniger als Bayern. Natürlich gibt es Gründe dafür, warum das TV-Geld nach der Volksweisheit “Teufel und dickster Haufen” verteilt wird. Die Liga macht es sich nicht leicht mit dem Verteilungsschlüssel. Noch diese Woche, so hört man, werden die neuen Kriterien verabschiedet. Vermutlich wird sich nichts großartig ändern. Wie beim Tabellenbild der Liga: Bayern oben, Bielefeld unten und die Bullen irgendwo dazwischen.
Einen großzügigen Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Ist Schalke noch zu retten?
Mit hängenden Köpfen
Mit hängenden Köpfen
Gute Ansätze reichen nicht
Von Ralph Durry
Hinter Schalke 04 lag eine weitere Chaos-Woche. Es gab diverse personelle Entscheidungen, die auf jeden Fall nachvollziehbar waren. Allerdings hat sich dies nicht in einem Positiv-Ergebnis am Samstag bemerkbar gemacht.
Während der 1. FC Köln seine Sieglosserie von 18 Spielen ausgerechnet bei Vizemeister Borussia Dortmund beendete, feierte S04 durch das 1:4 bei Borussia Mönchengladbach “silbernes Jubiläum”. 25 Partien in Folge ohne Sieg, das ist eine Hausnummer.
Sechs Begegnungen ohne Dreier fehlen noch zur Einstellung des Negativrekords von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66. Gibt es denn überhaupt Ansätze für eine Trendwende? Die ersten 35 Minuten spielte Schalke bei Gladbach ordentlich mit, danach fiel das Team aber wie so oft in dieser und der letzten Saison auseinander.
Schalke 04 am Boden Schalke 04 am Boden
Die Borussia spielte keineswegs am Leistungslimit, aber es reichte, um den Tabellenletzten in Schach zu halten und das Spiel klar zu gewinnen. Man müsse jetzt in den Abstiegsmodus schalten, verkündete Sascha Riether, auf Schalke neues Bindeglied zwischen Mannschaft und Vorstand. Das ist ja eine ganz neue Erkenntnis!
Auch die faden Durchhalteparolen von Sportvorstand Jochen Schneider sind nicht gerade dazu geeignet, daran zu glauben, dass die Königsblauen über kurz oder lang den Bock umstoßen. Immerhin denkt er nicht daran, die Brocken hinzuschmeißen. Allerdings wird es um Schneider herum auch immer einsamer.
Teuer und Mittelmaß Teuer und Mittelmaß
Schalke beschwört so gerne “GEmeinsam” - so der Hashtag eines Gänsehaut-Fan-Videos. Auf dem Platz ist davon aber nach wie vor wenig bis nichts zu sehen. Eine Mannschaft steht nicht auf dem Platz, lediglich eine Ansammlung von Individualisten. Und Trainer Manuel Baum ist bislang nicht gelungen, die riesengroße Defizite in allen Mannschaftsteilen abzustellen.
Die Frage stellt sich: Ist er der Herkulesaufgabe überhaupt gewachsen? Bei seiner Vorstellung sprach der Coach das Thema selbst an: “Ist der Baum nicht zu klein für das Ganze? Aber lasst mich mal machen, denn ich weiß ganz gut, was ich tue.”
Sorry, Herr Baum, aber die Zweifel daran werden immer größer.
Ralph Durry ist Fußballchef beim Sport-Informationsdienst (SID)
Immer wieder sonntags
1:1! Hoeneß zofft sich mit der Mainz-Bank 1:1! Hoeneß zofft sich mit der Mainz-Bank
0:0! Erste Nullnummer nach fünf Siegen
Hertha BSC feiert Achtungserfolg in Leverkusen
Heute im Fernsehen
20.30 Uhr, Sky: 2. Liga, VfL Bochum - Fortuna Düsseldorf
Was sonst noch so los ist
Borussia Dortmund: Lucien Favres erste Kritik an Erling Haaland Borussia Dortmund: Lucien Favres erste Kritik an Erling Haaland
1. FC Köln der große Gewinner im Keller
Bayern hat drei Probleme
Steffen Freund entschuldigt sich
Auf Max Kruse kann man wetten
Arminia Bielefeld: Keine weiße Fahne
Jürgen Klopps sarkastischer Glückwunsch
Niemand steigt so schön nicht auf wie der HSV
Der Hamburger SV holt sich sein Trauma zurück Der Hamburger SV holt sich sein Trauma zurück
Von Alex Steudel
Die Ironie des Schicksals ist seit Jahren eine zuverlässige Gefährtin des HSV. Jeder weiß das.
Aber was gestern im Spiel gegen den 1. FC Heidenheim passiert ist, schlägt dem Fass den Boden aus: Beim 2:3 in Ostwürttemberg schoss ein Spieler namens KÜHLWETTER alle Tore gegen die Norddeutschen. KÜHLWETTER! Völlig klar: ein Zeichen von oben. Dass KÜHLWETTER ganz Hamburg in Atem hält, kannst du nicht erfinden, das ist einfach zu gut, da hatten garantiert die Fußballgötter ihre fiesen Hände im Spiel.
Wer anderer Meinung ist und wirklich glaubt, Fußball sei einfach nur ein weiterer Ballsport und alles Zufall, schaue bitte mal auf den Treffer zum 2:1 gegen den Superschuldenklub. Der wurde nämlich von einem Heidenheimer Spieler namens THEUERKAUF vorbereitet. Echt jetzt. Damit sind wirklich alle Themen besetzt, eine Steigerung ist unmöglich.
Was ich damit eigentlich sagen will: Niemand steigt so schön nicht auf wie der HSV. Sobald du denkst, es könne nicht mehr schlimmer kommen, kommt es schlimmer. Das geht jetzt schon seit Jahren so. Der HSV ist eine echte Misserfolgsgeschichte.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Im neuen Kapitel bleibt der angeblich neue, tolle, seit Sommer hochgelobte und im dritten Anlauf diesmal ganz bestimmt aufsteigen werdende Hamburger Sportverein den ganzen November über sieglos und ist am Ende bloß noch Zweiter. Einfach so. Ohne Erklärung, ohne Absprache.
Das würde zwar zum Aufstieg reichen, aber es bahnt sich eben das übliche Prozedere an, nur früher in der Saison als sonst: Obwohl der Europapokalsieger von 1983 schon 27mal Zweitliga-Tabellenführer war, hat er bisher noch jedes Mal die Klasse gehalten. Der gekonnt erstolperte, millionenschwere Nicht-Aufstieg ist schon ein Klassiker in Hamburg.
An dieser Stelle müsste jetzt eine Analyse erfolgen. Fachlich profund, kompetent, schlüssig. Nur: Der HSV lässt sich längst nicht mehr erklären, das weiß hier jeder in der Stadt. Der HSV ist einfach da, er verliert, und unten sickert das Geld raus. Keiner weiß warum, aber es ist so. Die Hauptanalysetätigkeit der Hamburger besteht deshalb seit vielen Jahren aus schulterhängendem Kopfschütteln.
Ja, ich gebe zu, diese Kolumne ist unprofessionell geraten: Sie bietet keine Erklärungen, keine Lösungen. So gesehen, gibt sie die Lage aber perfekt wieder. Denn ehrlich gesagt funktioniert der HSV ja ganz genau so.
Alle mal herhören!
Ohne Borussia Dortmund geht's nicht Ohne Borussia Dortmund geht's nicht
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