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Jadon Sancho für BVB mehr wert als die Meisterschale

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Zu meinen schönsten Ablenkungsmanövern, wenn es um die Gerechtigk
 

Fever Pit’ch

16. Juni · Ausgabe #392 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Zu meinen schönsten Ablenkungsmanövern, wenn es um die Gerechtigkeit im Fußball geht, gehört der Blick auf die Website “Die wahre Tabelle der Bundesliga”. Hier werden alle Punktestände korrigiert, die auf einen Schiedsrichterfehler zurückzuführen sind. Drei Spieltage vor Saisonschluss erfährt man zum Beispiel, dass der VfL Wolfsburg eigentlich sieben Punkte weniger haben und auf Platz neun statt sechs liegen müsste - wenn halt die Schiedsrichter das Spielgeschehen immer korrekt beurteilt hätten. Fortuna Düsseldorf wäre demnach Vorletzter - mit sechs Punkten Rückstand auf Werder Bremen und nicht gleichauf. Nur eines bliebe gleich: die Reihenfolge an der Tabellenspitze. Bayern vor BVB vor RB Leipzig.
BVB-Trainer Lucien Favre wird sich aller Voraussicht nach dafür rühmen dürfen, dass er im zweiten Jahr erneut Vizemeister geworden ist. Er hat zwar das gesteckte Ziel Meisterschaft verfehlt. Aber unzufrieden scheint er nicht zu sein, dass der mit Millionensummen aufgepimpte Kader (allein 105 Mio. Euro für Julian Brandt und Thorgan Hazard, Mats Hummels und Nico Schulz) weniger Punkte holen wird als im Jahr zuvor (76 Punkte). Im Moment hat Borussia Dortmund 66 Punkte; bestenfalls 75 können es werden. Bei der Rechtfertigung wird Favre die Wahre Tabelle nicht dienlich sein können, dass die Schiedsrichter mit ihrer Handregel den ganz großen Coup verhindert hätten. Wäre alles gerecht verlaufen - er hätte noch einen Punkt weniger.
Einen großmeisterlichen Dienstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Jadon Sancho für BVB mehr wert als die Meisterschale
Der größte Erfolg wäre der Verbleib in Dortmund Der größte Erfolg wäre der Verbleib in Dortmund
Von Tobias Holtkamp
Um Deutscher Meister zu werden, braucht Borussia Dortmund, so ehrlich muss man sein, eine zumindest schwächere Bayern-Saison. Spielt Deutschlands Nummer 1 in Normalform, müssen sich alle anderen hintenanstellen. Auch im Moment geht es für den BVB oder eben RB Leipzig nur um Platz zwei.
Trotzdem winkt den Dortmundern gerade ein Erfolg, mit dem im Grund niemand wirklich gerechnet hatte und der für sie auch wertvoller wäre als der Gewinn der Deutschen Meisterschaft: Jadon Sancho, 20 Jahre alt und der teuerste Bundesliga-Spieler der Geschichte (aktueller Marktwert 117 Millionen Euro laut Quelle transfermarkt.de), wird mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit noch eine weitere Saison für den BVB spielen!
Die Verantwortlichen um Klubchef Hans-Joachim Watzke und Manager Michael Zorc gehen mittlerweile fest davon aus, dass kein Verein die von den Dortmundern aufgerufene Ablösesumme im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich zahlen wird.
Nicht wegen Sancho und seiner zuletzt auch mal durchwachsenen Leistungen, sondern weil die von der Corona-Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise auch die größten Fußball-Unternehmen 2020 zu ungewohnten Sparmaßnahmen zwingt.
Trainer Favre will viel rotieren – kann aber nicht Trainer Favre will viel rotieren – kann aber nicht
Die großen Premier League-Vereine, die in den vergangenen Jahren fast grenzenlos investieren konnten, sowohl in Ablösesummen als auch in Spielerverträge, scheinen, beschleunigt durch Corona, immer häufiger an ihre wirtschaftlichen Grenzen zu stoßen.
Dem FC Liverpool waren zum Beispiel bei Timo Werner die Hände gebunden. Dass Jürgen Klopp seinen Wunschspieler nicht bekam, da der Verein keine großen Transfereinnahmen erwarten kann, sorgte in der Branche für Gesprächsstoff. Diese Niederlage gegen den FC Chelsea, der Leipzig und Werner die Wünsche erfüllt, kam für viele überraschend.
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Ähnliche Symbolkraft für die sich verändernden Kräfteverhältnisse auf dem internationalen Fußballmarkt könnte nun der Sancho-Verbleib beim BVB haben.
Manchester United, das in England als klarer Favorit auf einen Transfer des neuen Superstars gilt, kann das finanzielle Paket gerade nicht stemmen. Zu den mindestens 100 Millionen Euro Ablöse, dann auch nur als Sockel, dem weitere Zahlungen folgen würden, käme ein Gehaltspaket über fünf Jahre in der gleichen Größenordnung. Plus Provisionen für Sanchos Berateragentur.
Bleibt Sancho, wäre es ein riesiger Erfolg für den BVB, der auf die Ablöse in diesem Sommer nicht angewiesen ist. Der Vertrag des elfmaligen Nationalspielers läuft noch bis 2022, auch im kommenden Sommer könnte sein Arbeitgeber das Preisschild noch bestimmen. Eine Ausstiegsklausel gibt es nicht.
Und gerade international würde Dortmund vom Spieler Sancho und seiner immer größeren Bekanntheit weiter stark profitieren, wie die ganze Bundesliga. So schön die Schale dann auch mal wieder wäre auf dem Borsigplatz - Jadon Sancho, nach 96 BVB-Einsätzen bei 34 Toren und 43 Vorlagen, bringt Borussia Dortmund dann doch noch etwas mehr…
Philipp Marquardt
Unfassbar. Und die Nerven liegen blank. Man sieht’s auf dem Platz. #Letschert geht halbwegs auf #Jairo los. #Hecking motzt beim Schiedsrichter. Harmonie? Mut? Ausreichend Qualität? Von wegen. #hsv zeigt, dass er weit davon entfernt ist, sich die #Bundesliga zu verdienen. #HSVOSN
Bundesliga heute im Fernsehen
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Ralf Wiegand
Habe gerade lm @kicker gelesen, dass jene 18 Siege, die der @fcbayern in den letzten 18 Spielen gegen @werderbremen geholt hat, eine in Europa unerreichte Serie darstellen. #svw #werder #SVWFCB
Was sonst noch so los ist
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Berlin, Berlin, wir fahr'n nach Berlin
T0T0
Schon wieder ein Witz vom Videobeweis 🤦🏽‍♂️

#SVWFCB https://t.co/YT3rz2wJYc
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Ein Schrittchen noch
Bananenflanke
Bester Mann. Freut mich sehr für Uwe #Neuhaus, dass er mit Arminia Bielefeld aufsteigt. Wer hat ihn eigentlich damals in Dresden entlassen? ;-) @arminia #sgd1953 #DSCSGD https://t.co/ldlt4P67yE
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Abpfiff
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Von Alexander Sarter
Endlich. Für viele Fans des 1. FC Kaiserslautern, die den Niedergang ihres 120 Jahre alten Klubs schon lange kaum noch ertragen können, klingt die Nachricht vom Betzenberg erst einmal wie eine Erlösung. Der FCK ist Pleite. Das Siechtum ist vorbei. Der viermalige deutsche Meister und zweimalige Pokalsieger darf sterben.
Doch falsch gedacht. Der ruhmreiche Verein der fünf Fußball-Weltmeister von 1954 um Idol Fritz Walter darf nicht in Frieden ruhen. Die Insolvenz ist seit Neuestem ein Geschäftsmodell, mit dem sich hoffnungslos überschuldete Klubs erst ihrer Verbindlichkeiten entledigen und dann weiterwursteln können.
Und mehr als ein Weiterwursteln wird es auf dem Betzenberg kaum geben. Beim Blick auf die katastrophalen Fehler und die Misswirtschaft seit der sensationellen Meisterschaft des damaligen Aufsteigers im Jahr 1998 braucht der Betrachter schon sehr viel Fantasie, um an eine bessere Zukunft zu glauben.
Selbst wenn die Roten Teufel (auch auf Kosten der Allgemeinheit) dem Tod noch einmal von der Schippe springen sollten, ist ihre Zeit unweigerlich vorbei. Tradition allein wird den FCK nicht mehr nach oben bringen. Die Plätze dort sind reserviert für diejenigen, die das nötige Kleingeld mitbringen.
Darüber beschweren dürfen sich die Pfälzer nicht, denn ihre desaströse Lage ist selbst verschuldet. Wer sich aus einer glänzenden Ausgangslage innerhalb von zwei Jahrzehnten so weit nach unten manövriert, der sollte eigentlich nicht mehr weiterwursteln dürfen.
Alexander Sarter ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
Alle mal herschauen!
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