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Jetzt schlägt die Stunde von Borussia Mönchengladbach

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Als ich am Donnerstag in Dortmund war, spürte ich eine unerklärli
 

Fever Pit’ch

9. Februar · Ausgabe #74 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Als ich am Donnerstag in Dortmund war, spürte ich eine unerklärliche Verunsicherung auf der Geschäftsstelle. Das Pokal-Aus gegen Bremen, die Verletzung von Marco Reus, der Kräfteverschleiß bei den Jungstars: Da kann sogar bei einem souveränen Tabellenführer Pessimismus zur Marotte wachsen. In solchen Momenten schaue ich auf die Fakten und hole mir Argumentationshilfe bei meinem neuen Kooperationspartner “Opta Sports” in München. Der Fußballdaten-Spezialist ließ mich wissen: Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995/96 haben weder Bayern noch Gladbach jemals einen Rückstand von sieben Punkten so spät im Titelrennen aufgeholt. Das schafften nur der VfB Stuttgart 2007 und der VfL Wolfsburg 2009.
Und die Verletzung von Marco Reus? Zweimal hat er diese Saison schon gefehlt. Zweimal siegte der BVB: in der Bundesliga beim 1:0 in Leipzig und in der Champions League beim 2:0 in Monaco. Warum ist Mönchengladbach heute trotzdem Aufmacher bei Fever Pit'ch? Weil’s halt Fußball ist: der Sport mit seinen unfassbar vielen Variablen und Volten. Und bevor sie in Dortmund wieder Panikschübe bekommen: Die Opta-Statistik weiß auch, dass der BVB noch nie sieben Punkte Vorsprung verspielt hat.
Einen kalkulierbares Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk

Jetzt schlägt die Stunde von Borussia Mönchengladbach
Stefan Effenberg, zuerst Profi in Mönchengladbach und später beim FC Bayern.
"Bayern? BVB? Vielleicht wird ein anderer Klub Meister"
Am Sonntagmorgen wird Max Eberl bei Jörg Wontorra in der Sky-Sendung sitzen und Catenaccio spielen. BVB-Jagd, Titelkampf, Dritte Macht: Der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach wird jedem Lockversuch, sich zu öffnen, widerstehen und die Bedeutung von Platz 2 abwehren.
Sollten seine Gladbacher am Vortag das Heimspiel gegen Hertha BSC vergeigen, wird er sagen: “Seht Ihr! Habt ich’s euch nicht immer gesagt? Wir sind noch nicht so weit.” Gewinnen die Gladbacher, wird man seine liebsten Schlagworte hören: Momentaufnahme, 21. Spieltag, Klasse der anderen…
Die Situation vor dem Spieltag heute ist vergleichsweise eindeutig. Nicht der FC Bayern auf Platz drei jagt Spitzenreiter Borussia Dortmund, sondern Borussia Mönchengladbach. Sieben Punkte bei noch 14 Spielen beträgt der Rückstand. Das kann man theoretisch aufholen.
“Sie haben erst 18 Gegentore kassiert, Yann Sommer spielt eine überragende Saison im Tor, und sie wirken extrem stabil. Sie treten auf wie eine absolute Spitzenmannschaft. Sie werden das nie kommunizieren, sie werden es nicht gerne hören, und sie müssen natürlich zuallererst selbst dran glauben. Aber: Sie haben eine riesige Chance auf die Deutsche Meisterschaft.” Stefan Effenberg
Damit Eberl erst gar nicht die Chance bekommt, Borussia Mönchengladbach zur Durchschnittsmannschaft mit gelegentlichem Höhenflug herabzustufen, hat der Münchner Fußballdaten-Spezialist “Opta” ein paar unumstößliche Fakten zum bisherigen Saisonverlauf zusammengetragen.
  • Mit 42 Punkten nach 20 Partien spielt Mönchengladbach die beste Bundesliga-Saison seit der Meistersaison 1976/77 (umgerechnet 43 Punkte). Überhaupt waren die Borussen zu diesem Zeitpunkt nur zweimal besser (zudem 1969/70 mit 45 Punkten). 
  • Zum fünften Mal hat die Borussia in ihrer Liga-Geschichte nach 20 Spielen 41 oder mehr Punkte; in den vorherigen vier Fällen wurde man dann immer Meister. Zu so einem späten Zeitpunkt einer Saison stand Gladbach letztmals nach dem 22. Spieltag 2011/12 unter den Top 2.
  • In den ersten 20 Partien gelangen 41 Tore, das gab es zuletzt 1994/95 (damals 43). Gladbach verbuchte zehn Weiße Westen – das ist nicht nur Liga-Bestwert, sondern auch Vereinsrekord zu diesem Zeitpunkt und gab es für die Fohlen zuvor nur 1975/76. 
  • Gladbach blieb in den vergangenen drei Spielen ohne Gegentor. Steht bei Borussia auch gegen Hertha die Null, stellen die Fohlen den Vereinsrekord von vier Spielen in Folge ohne Gegentor ein. So stabil war die Verteidigung nur 1975/76 und 2004/05. 
Drei Spiele, drei Siege, kein einziges Gegentor – besser hätte der Start ins neue Jahr also nicht verlaufen können. Als einziges Team gaben die Borussen 2019 keinen Punkt ab, als einziges Team kassierte man noch kein Gegentor. So gut startete Mönchengladbach noch nie in eine Rückrunde.
Mit einem weiteren Sieg gegen Hertha würde Gladbach eine Bestmarke aufstellen, denn vier Siege zu Beginn der Rückrunde gelangen den Borussen nie zuvor. Gewinnen die Fohlen gegen die Berliner sogar zu Null, wäre man außer Bayern das erste Team, das eine solche Erfolgsbilanz schafft.
Man darf also gespannt sein, wie Max Eberl seinen erneuerten Abwehrriegel bei Wontorra gestalten wird. Das Heimspiel gegen Hertha ist eine echte Prüfung. Die Dardai-Elf ist ein Favoritenkiller: Gegen die drei besten Teams der Liga blieben die Berliner als einzige Mannschaft ungeschlagen, so Opta.
Eine Lehrstunde sollte Hertha BSC reichen
Sieben Punkte holten die Herthaner in der Hinrunde gegen Gladbach (4:2), Bayern (2:0) und BVB (2:2). Auch das: Liga-Bestwert. Die Ursache ist in der Spielweise zu finden: Hertha spielt besser, wenn der Gegner das Spiel macht. Und das wird Borussia Mönchengladbach bei einem Heimspiel.
Seit dem 4. April 2018 hat Trainer Dieter Hecking mit seiner Mannschaft jedes Heimspiel gewonnen. Mit einer Verlängerung der Erfolgsserie auf dann 13 Siege in Folge würde Mönchengladbach auf Platz acht in der Tabelle der längsten Seriensiegen der Bundesliga-Geschichte springen.
Max Eberl kann’s nicht dementieren: Praktisch alles spricht im Moment für Borussia Mönchengladbach. Die Bayern schwächeln in der Abwehr, den Dortmundern fehlt plötzlich Marco Reus im Angriff. Man darf wirklich gespannt sein, wie sich der Sportdirektor am Sonntag winden wird.
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