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Joachim Löw darf beim DFB bleiben - bis zum Sommer

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! In der Causa Löw gibt es kein einfaches Ja oder Nein. Wer den Bun
 

Fever Pit’ch

1. Dezember · Ausgabe #470 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
In der Causa Löw gibt es kein einfaches Ja oder Nein. Wer den Bundestrainer Joachim Löw entlassen will, muss den Fortlauf der kommenden Monate erklären können. Mit einem Tausch auf der Trainerposition allein ist es nicht getan. Der neue Mann müsste sich einarbeiten - in Strukturen, Mannschaft, Abläufe, Analysen, Kompetenzen. Ein Vereinstrainer kann nicht von heute auf morgen die Verbandsarbeit erledigen. Das Training erlebt einen anderen Rhythmus, wenn man sich nur alle paar Wochen trifft. Nicht zu vergessen: die Erwartungshaltung. Die ganze Nation schaut zu und nicht nur die Region, sobald das Turnier beginnt. Man sieht: Es gibt doch ein paar gute Gründe, warum sich die DFB-Spitze gestern mit Joachim Löw auf ein “Weiter so” bis Sommer geeinigt hat. Es müssen ja keine fachlichen Gründe sein.
Denn bei den fachlichen Gründen kann man durchaus zu einer anderen Schlussfolgerung kommen. Die Nationalmannschaft stagniert in ihrer Entwicklung, die Resultate sind schlecht, der Bundestrainer verliert aufgrund seiner umstrittenen Personalpolitik an Rückhalt und Autorität, nicht nur in der notorisch kritischen Öffentlichkeit. Joachim Löw ist angeschlagen und wird, wenn nicht alle Vorzeichen und Hintergrundinformationen täuschen, nach der EM 2021 aufhören. Der Kicker hat die schönste Überschrift zur Löw-Entscheidung formuliert: “Ein Ja auf Bewährung”. Wie gesagt: Es gibt kein einfaches Ja oder Nein. Deshalb bietet dieser Fever Pit'ch Newsletter heute eine Bandbreite von Kommentaren, die in Summe ein differenziertes Bild der DFB-Entscheidung zeigen - und die Zerrissenheit des Verbandes.
Einen ausbalancierten Dienstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Joachim Löw darf beim DFB bleiben - bis zum Sommer
Floran Plettenberg kommentiert
Floran Plettenberg kommentiert
Wie es mit dem Bundestrainer nach der EM weitergeht
Von Florian Plettenberg
Um es vorwegzunehmen: Dass Joachim Löw Bundestrainer bleibt, war zu erwarten. Und es ist die richtige und vor allem vernünftige Entscheidung. Er hat sich die EM als weiteren Prüfstein auch verdient. Trotz all der Negativ-Highlights seit dem WM-Debakel.
Die deutsche Nationalmannschaft ist kein Bundesligaverein, in dem man mit einer Trainerentlassung (oder einem abgesprochenen Rücktritt) mit neuem Personal auf der Trainerbank auf einen Kurzzeiteffekt hoffen kann. In einem Verband ticken die Uhren anders.
Löw-Entscheidung ein Armutszeugnis
Weiter so, Deutschland!
Zudem hätte ein neuer Bundestrainer derzeit nicht mehr machen können als Löw: Spieler beobachten und telefonieren. Erst im kommenden März trifft sich die DFB-Auswahl zu drei weiteren Länderspielen. Zwei Testspiele im EM-Trainingslager werden folgen.
Dann geht es ans Eingemachte und für Löw in sein letztes Turnier als Bundestrainer. Die EM 2021 wird der ultimative Gradmesser für ihn. In der DFB-Pressemitteilung wird von der Erwartungen einer “begeisternden EM”, von “erfolgreichen Spielen und Ergebnissen” geschrieben.
Eine verpasste Chance
Darum bleibt Joachim Löw die beste Wahl
Bleiben diese aus, ist für Löw ohnehin Schluss. Liefert er mit Deutschland ein aktuell nicht zu erwartendes EM-Feuerwerk ab, aber auch. Denn ich bin davon überzeugt, dass sich Löw nach diesem Turnier zurückziehen wird, um Platz für einen echten Neuanfang zu machen.
Dieser wurde im Herbst 2018 zwar versprochen, aber kaum in die Tat umgesetzt. Selbsternannte Ziele im O-Ton, die nicht erreicht wurden: In der Nachwuchsarbeit wieder Weltspitze werden, die Begeisterung der Fans zurückgewinnen, Feuer in der Mannschaft entfachen.
Ein Ja auf Bewährung
Er profitiert von den DFB-Strukturen (€)
Was umgesetzt wurde, aber noch nicht reibungslos funktioniert: den richtigen Mix aus erfahrenen, jungen und hungrigen Spielern finden und eine flexiblere Spielweise entwickeln. Also: , Deutschland zum EM-Favoriten formen.
Einen Haken hat die Löw-Prognose allerdings. Es bedarf eines würdigen Nachfolgers, der erstmal gefunden werden muss. Und da sich die Löw-Freunde Fritz Keller und Oliver Bierhoff vehement für seinen Verbleib stark gemacht haben, könnte Löw seinen Vorgesetzten im Umkehrschluss einen Freundschaftsdienst erweisen, indem er so lange im Amt bleibt, bis nicht nur Ralf Rangnick, Thomas Tuchel und Stefan Kuntz verfügbar sind.
Sondern auch Hansi Flick, Julian Nagelsmann oder Jürgen Klopp.
Das denkt die Mannschaft wirklich über Joachim Löw Das denkt die Mannschaft wirklich über Joachim Löw
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