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Kalte Pyrotechnik: Ablehnung ist ärgerlich und dumm

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Gestern Abend hatte ich eine Schere im Kopf. Ich wollte schreiben
 

Fever Pit’ch

1. August · Ausgabe #198 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Gestern Abend hatte ich eine Schere im Kopf. Ich wollte schreiben, dass mir im ZDF die Kommentierung des Testspiels zwischen Bayern München und Tottenham Hotspur nicht gefallen hat. Anlass zur TV-Kritik gab es genug.
Thesen zur Befindlichkeit in der Bayern-Mannschaft blieben unbegründet, Erklärungen zum Spielfluss ungeordnet, und nicht immer verstand ich den Sinn von Fakten und Statistiken, die mir während des Spiels erzählt wurden.
Dann habe ich es mir anders überlegt. Das ZDF-Spiel kommentierte nämlich: eine Frau - Claudia Neumann. Mein Gedanke: Keinesfalls wollte ich den Eindruck erwecken, ich hätte etwas gegen Frauen am Mikrofon.
Ganz im Gegenteil. Es ist mir sogar wurscht. Die ARD-Kollegin Stephanie Baczyk habe ich für ihre Mikro-Arbeit bei der Frauen-WM gelobt, weil sie gut kommentiert hat - und nicht, weil sie eine Frau ist.
Umgekehrt ist das schwieriger. Die Kritik an Frauen in einem angeblichen Männersport wird zu oft als Geschlechterkampf verstanden. Als Meinung eines Ewiggestrigen. Ich will das nicht. Aber kann ich es verhindern?
Im Internet sind Leute unterwegs, die keine Frauen beim Fußball sehen und hören wollen und deshalb nur darauf lauern, dass sie Futter für ihren Populismus finden. Von denen will ich mich nicht vereinnahmen lassen.
Darum habe ich getan, was ich selten tue: Ich habe gezuckt und meine TV-Kritik nicht weiter ausgeschmückt. Hoffentlich sieht jeder den Konflikt: Gleichberechtigung besteht erst, wenn es diese Bedenken nicht mehr gibt.
Einen familienfreundlichen Donnerstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Kalte Pyrotechnik: Ablehnung ist ärgerlich und dumm
Regierung lehnt kalte Pyrotechnik ab Regierung lehnt kalte Pyrotechnik ab
Wann immer der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit Fanvertretern aus der sogenannten Ultra-Szene ins Gespräch kam, und das passierte selten genug, erreichte der ambitionierte Gedankenaustausch irgendwann den Punkt der Sprachlosigkeit. Die gegenseitigen Vorbehalte sind ausgeprägt.
Der DFB kann und darf nicht tolerieren, dass Pyrotechnik in den Stadien gezündet wird. Die Ultra-Fans aber bestehen schon aus Prinzip auf ihren bunten Rauch aus Nichts. Die Argumentation endet spätestens, wenn die eine Seite der anderen Ahnungslosigkeit vorwirft.
Die Polizei weist auf die Gefahr hin, die von einer Fackel mit 2500 Grad Celsius ausgeht. Die Ultras selbst erklären sich zu umsichtigen Pyro-Experten, die wissen, was sie tun. Die Statistik listet 53 Verletzte in einer Saison aus. Einige Ultras halten das für überraschend wenig.
So ging das ständig. Wenn irgendwo Hoffnung auf einen Kompromiss bestand, dann darin, dass eine Pyrotechnik in Light-Version, wie sie in anderen Ländern erfolgreich getestet worden ist, 200 Grad nur und mit Sicherheitsvorkehrungen versehen, zugelassen wird.
Nicht jeder will Feuer beim Fußball
Pyrotechnik, Fans und DFB: Die Fronten bleiben verhärtet
Die Bundesregierung hat diesen Mittelweg der “Kalten Pyrotechnik” jetzt versperrt, wie die Süddeutsche Zeitung ausführt. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern dumm. Man kann natürlich den Standpunkt vertreten, dass Pyrotechnik keine Toleranz erlaubt.
Dann aber muss man mit der Konsequenz leben, dass die Kurven, inzwischen Sperrgebiet für die Polizei, ihren Fackelzug fortsetzen. In der Vergangenheit war niemand in der Lage, den Wahnsinn zu stoppen. Weder Polizei noch Vereine, weder Verbände noch Verstand.
Kalte Pyrotechnik wäre nicht nur ein kluges Signal gewesen, dass man auf Kompromisse setzt und Verständnis empfindet. Man hätte den Ultra-Fans den Ball zugespielt: Sie wären in der Pflicht gewesen, ihrerseits ihr Wort auf Einhaltung der Vereinbarung zu geben.
So werden diejenigen, die beim Fußball das Sagen haben, von der Politik im Stich gelassen. Denn die Strafen, die der Verband für das Zündeln aussprechen muss, tragen die Vereine. Der Staat selbst sieht sich außerstande, für Recht und Ordnung im Stadion zu sorgen.
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