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Keine Strafe! DFB zeigt Solidarität mit Protest-Spielern

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Dass Schalke 04 von Stadionbesuchern triftige Gründe verlangt, da
 

Fever Pit’ch

4. Juni · Ausgabe #384 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Dass Schalke 04 von Stadionbesuchern triftige Gründe verlangt, damit das Eintrittsgeld angesichts der Geisterspiele in der Bundesliga überhaupt zurückgezahlt werden kann, verdient keine Häme, sondern Mitleid. Sowas machen Vereinsverantwortliche nur, denen das Wasser bis zum Hals steht.
Denn eines muss man Schalke 04 hoch anrechnen: Der Verein hat immer für seine treuen Fans gelebt und nicht für schnöden Mammon. Wenn jetzt die Formulierungen im sogenannten Härtefall-Antrag verrutscht sind, ist das Ausdruck der prekären Lage: Die Liquidität ist in Gefahr.
Die Entschuldigung kam noch am selben Tag und kann den Schaden schwerlich reparieren, der mit der Enthüllung des Schreibens gestern im Internet entstanden ist: Nun sieht wirklich jeder, wie es um den FC Schalke bestellt ist. Der peinliche Vorgang ist noch das kleinste Problem.
Bisher konnte der Verein immer mit dem Verweis durchkommen, dass den fast 200 Mio. Euro Verbindlichkeiten ja Vermögenswerte entgegenstehen. Dass über eine Ausgliederung der Profiabteilung nachgedacht wird, ließ dagegen erahnen: Da muss jemand ans Tafelsilber, um die Party zu bezahlen.
Wer nicht imstande ist, seinen Anhang nach der Coronakrise schadlos zu halten, hat wohl kaum das nötige Kleingeld, um die kriselnde Mannschaft aufzurüsten und wetterfest in die neue Saison zu schicken. Erfolgreiche Kaderplanung kostet mehr, als die Stadioneinnahmen einbringen.
Die Mannschaft legte zuletzt Auftritte hin, die an der Zukunftsfähigkeit zweifeln lassen. Man müsste einige Spieler ersetzen. Aber in der kommenden Spielzeit fehlen die Einnahmen aus dem Europapokal. Und wie es aussieht: auch danach. Dem großen FC Schalke 04 stehen schwere Zeiten bevor.
Natürlich muss Schalke 04, allen Ankündigungen aus der Vergangenheit zum Trotz, über eine Ausgliederung der Profiabteilung nachdenken. So schön der feste wie romantische Glauben am Fortbestand als “e.V.” (eingetragener Verein) auch ist: Die Zeiten haben sich geändert.
Schalke kommt eben nicht mehr, siehe oben, in schöner Regelmäßigkeit an die Fleischtöpfe des Profifußballs heran. Da helfen keine guten Absichten mehr: Man muss die folgenschwere Entscheidung über die künftige Rolle in der Bundesliga treffen. Betteln um Anerkennung reicht nicht.
Will man weiterhin wie andere Traditionsvereine im Mittelmaß dümpeln (wie zum Beispiel Werder Bremen) und sogar den Klassenerhalt riskieren (wie zum Beispiel VfB Stuttgart)? Oder sieht man sich im Verbund mit Top-Klubs wie Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen an der Spitze?
Die zweite Option verlangt Konsequenzen. Eine Ausgliederung garantiert zwar keinen Erfolg (siehe Hamburger SV), aber erhöht - nicht mehr, nicht weniger - zumindest die Wahrscheinlichkeit auf bessere Zeiten und schenkt ein bisschen Hoffnung. Der Status Quo tut das nicht.
Einen knappen Donnerstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Keine Strafe! DFB zeigt Solidarität mit Protest-Spielern
Einig im Protest wegen Floyd-Tod Einig im Protest wegen Floyd-Tod
Von Tobias Schwyter
Nun hat beim DFB also der “gesunde Menschenverstand” über das Recht gesiegt. So hatte es der Weltverband Fifa im Falle der Protestler Weston McKennie, Jadon Sancho und Co. schon gefordert, und so ist es auch die einzig richtige Entscheidung. Klar lauten die Regeln offiziell anders, aber die Profis standen mit ihren Aktionen gegen Rassismus und Polizeigewalt für die gute Sache ein. Eine Bestrafung wäre an Lächerlichkeit nicht zu überbieten gewesen und hätte ein fatales Signal gesendet.
Dass der DFB auch bei möglichen weiteren Protesten an den kommenden Spieltagen diese Linie beibehält, ist konsequent und wichtig. In Zeiten, in denen Werte wie Toleranz und Vielfalt teilweise mit Füßen getreten werden - dazu bedarf es nicht einmal des Blicks in die USA - müssen starke Zeichen gesetzt werden. Vom größten Einzelsportverband der Welt muss man das auch erwarten können - auch wenn künftig nicht erst drei Tage verstreichen sollten, um klare Kante zu zeigen.
Dass sich Sportstars ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst werden und gegen ungeheuerliche Missstände einstehen, ist lobenswert. Den Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung hat sich auch der DFB schon länger auf die Fahne geschrieben. Der Verband und die Profis spielen im selben Team, er muss sie bei diesem Kampf unterstützen. Mit gesundem Menschenverstand kann es da auch keine zwei Meinungen geben.
Tobias Schwyter ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
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Gernot Bauer
Mich würd’s riesig freuen wenn alle, die jetzt gegen Rassismus schreien einfach im Alltag ihre Mitmenschen, Kollegen, Nachbarn etc freundlich und vorurteilsfrei gegenüber treten würden
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Werder Bremen: Bitterer Rückschlag im Abstiegskampf Werder Bremen: Bitterer Rückschlag im Abstiegskampf
Eintracht Frankfurt: Statistik bestätigt sich
KRANENKAMP
Beispielhaft: Das war 90min gar nicht komplett inkompetent. Aber es reicht fussballerisch – vor allem im Abschluss – so in dieser Phase einfach nicht für die #Bundesliga. Nicht besonders wahrscheinlich, aber es ist alles drin ✊🏻💚🔥 #Werder #SVWSGE
"Unpersönlich und wenig empathisch"
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Alle mal herschauen!
Pit Gottschalk
Man kann es nicht anders sagen: Unser Papp-Aktion im #Dopa war ein Erfolg und spülte 2500 Euro ins #Phrasenschwein. Also geht's weiter: Hier sind die neuen Unterstützer - mit @MarkusHoehner. Hier sind alle Infos: https://t.co/CggzhKVPpu @SPORT1 https://t.co/WM4dk0g9fA
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