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Krise bei Werder Bremen: Hilft nur ein Trainerwechsel?

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Wenn man auf seine Erfolge schaut, vergisst man schnell, dass Mar
 

Fever Pit’ch

19. Dezember · Ausgabe #314 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Wenn man auf seine Erfolge schaut, vergisst man schnell, dass Mario Götze erst 27 Jahre alt ist. Fünfmal Deutscher Meister, viermal DFB-Pokalsieger, beides mit zwei Klubs, dazu Weltmeister mit der Nationalmannschaft und Klubweltmeister mit dem FC Bayern. Eine herausragende Karriere so weit.
Und dann fällt der Blick auf seine aktuelle Situation bei Borussia Dortmund. Während der Hinrunde stand Götze nur fünfmal in der Start-Elf des BVB, zehnmal wurde er eingewechselt. Seine Ausbeute: zwei Tore, eine Vorlage. Vom Glanz des Finaltorschützen 2014 bleibt da nicht mehr viel übrig.
Einem so gebeutelten Profi wünscht man nur eines: einen Tapetenwechsel. Bei Lucien Favre bekommt Mario Götze jedenfalls kein Bein mehr an die Erde. Wenn es drauf ankommt, vertraut ihm der Trainer nicht. Beim 3:3 gegen RB Leipzig spielte er keine einzige Minute.
Götze braucht einen Verein, der eine Perspektive verspricht, eine Stadt, die ihn dankend aufnimmt, einen Trainer, der das Gute in ihm sieht und nicht die Schludrigkeiten, die fast jedem genialen Spieler nachhängen. Mit anderen Worten: Hertha BSC - in Berlin - Jürgen Klinsmann.
Er könnte natürlich seinen Arbeitsvertrag beim BVB bis zum Ende der Laufzeit 2020 aussitzen, schweigend das viele Geld kassieren, das ihm Borussia Dortmund noch immer zahlt, und auf bessere Zeiten hoffen. Ein ablösefreier Spieler bekommt im Sommer immer lukrative Angebote.
Aber das wäre unwürdig. Ein vorzeitiger Transfer zu Hertha BSC hätte den Charme, dass Götze einen temperamentvollen Trainer erlebt, der schon mehrfach bewiesen hat, dass er müde Kicker wiederbeleben kann. Klinsi kennt Götzes Situation: Er hat sie so ähnlich selbst erfahren.
Mit 30 Jahren hat er sich 1994 bei Tottenham Hotspur neu erfunden, bevor er zu Bayern München in die Bundesliga zurückkehrte. Nun könnte Götze sich in Berlin neu erfinden - ohne ein Umfeld, das ihn täglich an die guten alten Zeiten erinnert und ihn an jenen Taten misst. Ein Neuanfang halt.
Ja, vermutlich wird er in Berlin weniger Geld verdienen. Darum geht’s ja: dass Sportliches seinen Weg leitet und nicht Finanzielles. Götze kann, wenn er denn will, dem deutschen Fußball noch ein paar Jahre schenken. Aber dazu muss er raus aus seiner Komfortzone bei Borussia Dortmund.
Einen schwäbischen Donnerstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Krise bei Werder Bremen: Hilft nur ein Trainerwechsel?
Florian Kohfeldt - ein Trainer auf Abruf Florian Kohfeldt - ein Trainer auf Abruf
Von Andreas Frank
Buten un binnen, wagen un winnen - mitten in einer handfesten sportlichen Krise macht man sich die Jahrhunderte alte Devise der Bremischen Kaufleute gerade zu eigen. Erst einmal sollen die üblichen Gesetze des Profifußballs am Osterdeich noch nicht gelten. Auch nach nur einem Sieg aus zwölf Spielen und elf Gegentoren in zwei Partien will Werder Bremen an Trainer Florian Kohfeldt festhalten.
Ein Restrisiko aber bleibt. Gelingt dem zweifellos begabten Trainertalent nach der Winterpause der sportliche Umschwung nicht, wird es wirklich brenzlig für die Hanseaten. Denn dann muss der Nachfolger des 37-Jährigen den Abstiegskampf mit einem Kader bestehen, an dessen Zusammensetzung er nicht mitwirken konnte. Und das ging bislang in den meisten Fällen außerhalb Bremens schief.
Die große Ratlosigkeit
Mit Kohfeldt ins Risiko zu gehen, ist aber nur der erste Schritt. Folgen muss unabdingbar, im Januar Geld in die Hand zu nehmen, um den auch vom Coach überschätzten Kader personell zu ergänzen. Dem grün-weißen Aufgebot fehlt es vor allem an Tempohärte, was der bisherige Tabellennachbar Mainz 05 beim 5:0-Triumph im Weserstadion gnadenlos offenlegte.
Es sind alternativlose Investitionen, die der Klubführung fast schwerer fallen dürften als die Zusammenarbeit mit Kohfeldt vorerst fortzusetzen. Denn bei dem SPD-gefärbten Klub hat die Schwarze Null eigentlich einen mindestens so hohen Stellenwert wie bei Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz von der SPD. Aber - und auch das gehört zur Wahrheit: Der zweite Bundesliga-Abstieg nach 1980 käme deutlich teurer.
Andreas Frank ist Redakteur beim Sport-Informations-Dienst (SID)
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