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Managerfehler nicht nur bei Fortuna Düsseldorf

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Freitag war ich zu Gast beim VfL Campus in Wolfsburg. Den Student
 

Fever Pit’ch

14. Januar · Ausgabe #51 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Freitag war ich zu Gast beim VfL Campus in Wolfsburg. Den Studentinnen und Studenten habe ich in insgesamt drei Vorträgen erklärt, wohin die Digitalisierung das Mediengeschäft führt und wie dort in Zukunft Geld verdient wird. Beim VfL Wolfsburg ist seit Februar 2015 der erste private Hochschulcampus mit staatlich anerkannten Abschlüssen in der Bundesliga beheimatet. Der VfL Campus bietet nach eigenen Angaben direkten Zugang zum Management der Männer- und Frauenteams.
Für ihre wissenschaftliche Arbeit haben die Teilnehmer anschließend Thesen entwickelt, mit denen man das Sportbusiness in Deutschland auf die nächste Stufe entwickeln kann. So viel darf ich sagen: Es hat Spaß und Hoffnung gemacht, dass eine Professionalisierung im Profigeschäft voranschreitet. Frischer Input ist in der Bundesliga dringend notwendig, wie wir übers Wochenende gelernt haben.
Eine lehrreiche Woche wünscht
Euer Pit Gottschalk

Managerfehler nicht nur bei Fortuna Düsseldorf
So empfingen ihn Fans am Düsseldorfer Flughafen. (c) UR
Fortuna-Boss Robert Schäfer von eigenen Fans ausgebuht
Bei fünf Bundesliga-Trainern laufen im Sommer die Verträge aus. Bei keinem Klub löst die Spitzenpersonalie ein Theater aus wie bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. Weder bei RB Leipzig, wo die Nachfolge von Ralf Rangnick rechtzeitig geklärt wurde, noch bei SC Freiburg (Christian Streich), TSG Hoffenheim (Julian Nagelsmann) oder VfL Wolfsburg (Bruno Labbadia).
Am Freitag teilte Vorstandsboss Robert Schäfer im Trainingslager die Trennung von Trainer Friedhelm Funkel mit und wähnte den Aufsichtsrat hinter sich. Über Nacht wurde die Entscheidung wieder einkassiert: Der Aufsichtsratschef Reinhold Ernst sah sich von der Dynamik in seinem Klub überrascht und ordnete die Rückkehr an den Verhandlungstisch an.
Der Auftrag an den Vorstand, ohne jeden Zweifel: jetzt doch die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Funkel. Der Belämmerte: Robert Schäfer. Er hat zwei Fehler gemacht. Erstens: Er hat die Reaktion auf den Funkel-Abschied unterschätzt und sich selbst unnötig geschwächt. Zweitens: Er muss seinem Trainer jeden Wunsch erfüllen, um seinen eigenen Kopf zu retten.
Im O-Ton: Das sagen Schäfer und Funkel
Hier offenbart sich ein Kardinalfehler der Bundesliga: Zu viele Vereine werden von Managern geleitet, die das Einmaleins der Branche nicht beherrschen. Ein Fußballklub ist weder Schraubenfabrik noch Amtsgericht, wie man im Fall Schäfer, einem Juristen, sagen muss. Ein Verein, der vereint, Fortuna Düsseldorf zumal, hat eine Seele, vollgeladen mit Emotionen.
Schäfer hat geglaubt, den Trainer austauschen zu können wie jeden anderen leitenden Angestellten, der nicht mehr sein Vertrauen genießt. Dabei ist Friedhelm Funkel nicht nur beliebt. Er liegt mit 18 Punkten in der Hinrunde weit über den Erwartungen auf Tabellenplatz 14 und hat den Spitzenteams Dortmund und Bayern Zähler abgeknöpft. Wie kann man das ignorieren?
Fortuna-Chef will nicht zurücktreten
Alle Erklärungsversuche mit Dickköpfen, die aufeinander gestoßen sind, und alle Komplimente für weitere Gesprächsbereitschaft sind Augenwischerei. Wenn man von einer Entscheidung überzeugt ist, dann zieht man die auch durch. Lenkt man so schnell ein, wie es Schäfer getan hat, hat er die Sachlage wahlweise nicht zu Ende gedacht oder ist nicht stark genug.
Beides ist schlecht für Fortuna Düsseldorf. Und im Übrigen überall in der Bundesliga zu beobachten. Die Bundesliga-Bossen hatten einstimmig für die Einführung der Montagsspiele gestimmt. Als ihnen der Widerstand in einem kleinen, aber lautstarken Teil der Anhängerschaft zu mächtig erschien, stimmten sie nach nur ein paar Spielen wieder für die Abschaffung.
So kam es zur Wende bei Fortuna Düsseldorf
Schon der Umgang mit Trainerfragen - nicht nur in Düsseldorf - erlaubt eine gewisse Skepsis, dass die Vereine immer in guten Händen sind. Noch ist kein Rezept erkennbar, wie die gefühlte Spaltung zwischen Profifußball und Fußballbasis (Sonntagsspiele, Kommerzialisierung, Spielergehälter etc.) überwunden wird. Dabei sollte dieser Punkt eine Priorität sein.
Am Dienstag wird der DFL-Geschäftsführer Christian Seifert die komplette Bundesliga zu seinem Neujahrsempfang in Frankfurt/Main begrüßen. An Seiferts Ansprache werden hohe Erwartungen gestellt: Jedes Jahr aufs Neue liest er den Machern des Fußballs die Leviten. Mal zwischen den Zeilen, mal unverblümt wie voriges Jahr, als er die Europacup-Schwäche geißelte.
Ein klares Wort wäre wieder überfällig. In den kommenden Monaten bereitet Seifert den nächsten Fernsehvertrag ab 2021 vor. Die Rechtepakete, die in diesem Prozess ausgeschrieben werden, müssen auf Jahre verbindlich sein und dürfen nicht den Wetterkapriolen des Tages geopfert werden. Verlässlichkeit darf keine Floskel sein.
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Pit Gottschalk
Meister der Effizienz: Zu Null spielen und trotzdem die Liga-Generalprobe #Telekom Cup gewinnen - @FCBayern zeigt, wo‘s 2019 langgeht https://t.co/n5gvurlPe3
6:00 PM - 13 Jan 2019
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